Eppertshausens Partnerschaftsverein bewirtet Gäste aus Chaource

Weißes Picknick für die europäische Freudschaft

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Zum zweiten Diner en blanc vor der Bürgerhalle sind über 100 Gäste gekommen.

Vor 29 Jahren unterzeichneten die Bürgermeister von Eppertshausen und der französischen Gemeinde Chaource die Verschwisterungsurkunde, die die Partnerschaft der beiden Kommunen besiegelte.

Eppertshausen – Seither ist Danielle Jean Vorsitzende des Partnerschaftsvereins auf Eppertshäuser Seite.

„Als in Chaource die Partnerschaftsurkunde unterschrieben wurde, kam ein älterer Franzose zu mir und sagte, nun würde er sich wieder trauen, nach Deutschland zu kommen“, erzählt Jean. Denn auch 1990 hätten viele Menschen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebten, noch immer Angst vor einer Wiederkehr Nazi-Deutschlands gehabt. Die Städtepartnerschaften zwischen deutschen und französischen Kommunen hätten ganz wesentlich dazu beigetragen, diese Furcht aufzulösen.

„Verschwisterungen sollten immer von den Bürgern selbst ausgehen“, erklärt Jean. Und: „Sie sollten nicht von der Politik verordnet, sondern von den Menschen in den jeweiligen Städten getragen werden.“ In gut funktionierenden Beziehungen zwischen Partnerstädten und -gemeinden seien stets die Bürger die Triebfedern. Nachdem in vielen Ländern der Europäischen Union der Ruf nach einer Abkehr vom Bündnis lauter wurde, nimmt die Bedeutung der Partnerschaften zu.

„Wir sehen das daran, dass sich junge Menschen unserem Verein anschließen, weil sie die Beziehungen zu Frankreich pflegen und den Zusammenhalt der europäischen Länder fördern wollen“, schildert die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Das bestätigen auch die Gäste, die über das Feiertagswochenende aus der französischen Schwestergemeinde Chaource gekommen sind. Nach Ausflügen in sehenswerte Städte wie Miltenberg und Seligenstadt trafen sich am Samstagabend mehr als 100 Menschen an festlich gedeckten Tafeln vor der Eppertshäuser Bürgerhalle.

Zum zweiten Mal fand dort ein Diner en blanc statt, ein gemeinsames Picknick also, zu dem alle Teilnehmer in weißer Kleidung kommen. Auch die Tische sind weiß eingedeckt. Weißes Geschirr und helle Rosen komplettieren das festliche Bild.

„Für uns ist es wichtig, die Freundschaft mit unseren deutschen Partnern zu pflegen“, sagt Natalie Corso aus Chaource. „Die Europäische Union ist eine großartige Institution, die wir erhalten möchten. Das geht nicht nur durch politische Beziehungen. Vor allem die Bürger müssen sich kennen und schätzen lernen. Ein friedliches Europa können wir nur durch Zusammenarbeit erhalten, denn wir sitzen alle in einem Boot“, sagt die Französin.

Am Samstagabend standen eindeutig die Freundschaft und der Genuss im Vordergrund. Bei edlen Weinen aus Deutschland und Frankreich sowie selbst kreierten Speisen trafen sich Eppertshäuser und Chaourcer. Auch wer kein Vereinsmitglied ist, war zum Diner en blanc herzlich eingeladen.

Seit zwei Jahren gehört Ines Arndt zu den 75 Mitgliedern des Eppertshäuer Partnerschaftsvereins. Sie hatte ein Rezept des Starkochs Ottolenghi nachgekocht und in ansprechenden Gläsern gebratene Auberginen, Bohnenmus und marinierte Pilze mitgebracht. An anderen Tischen erfreuten gegrilltes Gemüse, Spargelsalat mit Erdbeeren, Mini-Frikadellen und französische Käsespezialitäten Auge und Gaumen.

Das Bild vor der Bürgerhalle ist für Jean ein weiteres Zeichen dafür, dass der Austausch und die Kontaktpflege einen bedeutenden Teil zur europäischen Einigkeit beitragen. „Für dieses Ziel fangen wir schon bei den Kindern an, indem wir uns beispielsweise auch an den Ferienspielen der Gemeinde beteiligen“, sagt sie. Im kommenden Jahr, wenn die Verschwisterung von Eppertshausen und Chaource ihr 30-jähriges Bestehen feiert, werden die Partner noch etwas ausgiebiger feiern.    

zeta

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