Brahms und Schumann zum Jubiläum

Liederkranz Frohsinn richtet Konzert im Kultursommer Südhessen aus

+
Alexander Zalotarow (am Flügel) und Oliver Schwarz (Klarinette) eröffneten die festliche Jubiläumsveranstaltung des MGV Liederkranz Frohsinn, die zum Kultursommer Südhessen gehörte.

Einen der Höhepunkte im 140. Jahr seines Bestehens feierte der Männergesangverein Liederkranz Frohsinn am Sonntagnachmittag in der Bürgerhalle.

Eppertshausen – Eine Konzertveranstaltung, die zum Kultursommer Südhessen gehörte und bei der nicht nur der Chorgesang ins Rampenlicht gestellt wurde. Eppertshausens ältester Verein, so der unter den Gästen weilenden Bürgermeister Carsten Helfmann, habe sich zwei Künstler eingeladen, die Musik nicht mit der Stimme intonieren, sondern ihre Instrumente dafür nutzen.

Der Dirigent des Männerchores, Christhard Janetzki, übernahm die Moderation des vorabendlichen Programms und überließ die Bühne Oliver Schwarz und Alexander Zalotarow. Das Scheinwerferlicht hob lediglich Gesichter und Hände der Interpreten hervor, der Rest versank im dunklen Schwarz der Bühnendekoration und in der ebenfalls schwarzen Garderobe der Protagonisten.

Viel Beifall nach virtuosen Vortrag

Mit der Sonate für Klarinette (Oliver Schwarz) und Klavier (Alexander Zalotarow) von Johannes Brahms verschwand die aufkommende Düsternis und machte einer besinnlichen Atmosphäre Platz. Viel Beifall erschall nach dem virtuosen Vortrag der beiden Solisten, ergänzt durch die Worte des Moderators „so klang die Musik des ausgehenden 19. Jahrhunderts“. Danach stimmte Janetzki die Konzertbesucher mit einer Beschreibung des nur 46 Jahre währenden Lebens von Robert Schumann auf die Zeit der Romantik ein und erläuterte das musikalische Genie des Komponisten. Pianist Alexander Zalotarow intonierte Schumanns Romanze in Fis-Dur Op. 28 Nr. 2 am von der Gemeinde Eppertshausen Ende 2017 angeschafften Konzertflügel. Interpretation des Künstlers und der Klang des Instrumentes überzeugten die Zuhörer.

Grenzwertig zwischen tonaler und atonaler Musik

Es folgte eine Eigenkomposition von Christhard Janetzki, der nicht nur als Dirigent, sondern auch als Komponist wirkt. Er ist Preisträger der internationalen Kompositionswettbewerbe von Turin und Saarbrücken und mit der in Eppertshausen zur Aufführung gelangten Sonate für Klarinette und Klavier erzielte er den ersten Platz beim Kammermusikpreis in Luxemburg. Er versäumte es nicht, die Zuhörer darauf hinzuweisen, dass dies eine moderne Komposition wäre, die sich grenzwertig zwischen tonaler und atonaler Musik bewege. „Jeder Komponist, auch Brahms und Schumann, komponiert für die Zeit, in der er lebt – die somit seinerzeit auch als moderne Musik gegolten hat.“ Schmunzelnd wies er darauf hin, dass nur etwa sechs Prozent aller bisherigen Kompositionen den Zuhörern der Jetzt-Zeit in Erinnerung geblieben sind und wohl auch noch länger in Erinnerung bleiben werden. Die von Schwarz und Zalotarow intonierte Komposition wurde mit viel Beifall belohnt.

Zum Abschluss des Konzertes begaben sich die Sänger des MGV Liederkranz Frohsinn auf die Bühne und ließen ihre Stimmen erklingen. Gesang hat eine hervorragende Bedeutung, weil er Musik und Sprache verbindet und die emotionale Ausdruckskraft der menschlichen Stimme nutzt. Mit den getragen vorgebrachten drei Liedern stimmten die Männer des Gesangvereins die Besucher auf die kommenden Abendstunden ein.

VON PETER PANKNIN

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare