Abteiwald

Neubau in Eppertshausen: Der Grundstückswert pro Quadratmeter steigt rasant

Schritt für Schritt voran geht es im Baugebiet „Am Abteiwald“. Auf 11 von 63 Grundstücken wird schon gewohnt.
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Schritt für Schritt voran geht es im Baugebiet „Am Abteiwald“. Auf 11 von 63 Grundstücken wird schon gewohnt.

In Eppertshausen wird fleißig gebaut. Und der Grundstückswert steigt rasant. Die Gemeinde hatte ihre Grundstücke faktisch deutlich unter Wert verkauft.

Eppertshausen – Im Baugebiet Am Abteiwald geht es täglich ein Stück voran. Inzwischen wohnen schon auf elf der 63 Grundstücke Menschen. Diese und weitere Zahlen für das rund vier Hektar große Areal, das die Lücke zwischen den Gebieten „Auf der Bayerswiese“ und „Im Failisch“ schließt, hat die Gemeinde gerade frisch erhoben. Auch der Bau des Seniorenzentrums steht vor dem nächsten Meilenstein.

Neubau in Eppertshausen: Wert für Gebiete steigt

Erneut gestiegen ist der Bodenrichtwert. Bis 2018 betrug dieser Wert für das Gelände südlich des Eppertshäuser Abteiwalds noch 320 Euro pro Quadratmeter. 2019 stieg er auf 360 Euro, nun auf 450 Euro. Was allerdings nur Einfluss auf Grundstücke hat, die erst jetzt verkauft werden. 26 der 27 Grundstücke, die am Abteiwald der Gemeinde gehörten, haben bereits den Besitzer gewechselt. Ein Grundstück muss neu veräußert werden, weil der ursprüngliche Erwerber vom Kaufvertrag zurückgetreten ist. Zunächst dient es erst einmal als Parkplatz.

Während sich die Gemeinde an den Bodenrichtwerten orientiert hat, können Privateigentümer ihren Grund auch zu höheren Preisen verkaufen. Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann weiß, dass dies bei den 36 Privatgrundstücken oft geschehen ist oder gerade geschieht. Ihm seien schon Transaktionen zu Quadratmeter-Preisen weit über dem Richtwert zu Ohren gekommen. Was legal ist, freilich aber die Gruppe derjenigen einschränkt, die ihrn Traum vom eigenen Heim am Abteiwald auch verwirklichen können.+

Neubau in Eppertshausen: Gemeinde verkaufte Grundstücke zu billig

Die Gemeinde wiederum hat ihre Grundstücke faktisch deutlich unter dem Bodenrichtwert verkauft, der zu ihrem Transaktionszeitpunkt auf 360 Euro festgelegt war. Selbst gemessen an jenem von 2018 fällt der tatsächlich erzielte Preis niedriger aus. Ursache ist der Kinderrabatt, den die Kommune den Käufern freiwillig eingeräumt hat. „Im Schnitt haben wir den Quadratmeter für 270 Euro verkauft“, sagt Helfmann. Berechnet wurde nach der Anzahl der Kinder, die im neuen Objekt – am Abteiwald entstehen in der Regel Ein- und Zweifamilienhäuser – wohnen werden. Im Einzelfall sparten Käufer so 36 Prozent gegenüber dem Bodenrichtwert.

Nach weiteren Kriterien für die Vergabe der Gemeindegrundstücke kamen hier ausschließlich Familien zum Zug, die bereits in Eppertshausen zuhause sind. Durch den Verkauf aus privater Hand ziehen aber auch Auswärtige – etwa aus dem Frankfurter Raum – in die Gemeinde mit dem Storch im Wappen.

Neubau in Eppertshausen: Von 27 Gemeindegrundstücken sind acht bezogen

Wie rasch aber genau geht es bei den Häuslebauern seit der Erschließung der Wiese durch die Stuttgarter LBBW Kommunalentwicklung? Die Verwaltung hat gezählt: Von den 27 Gemeindegrundstücken – eins ist wieder zu haben – sind acht bezogen. 13 befinden sich im Rohbau-Stadium, bei vier weiteren ist der Bauantrag gestellt. Bei den Privatgrundstücken ist es bisher langsamer vorangegangen: Von 36 sind drei bezogen und sieben im Rohbau. Bei einem weiteren wurde der Bauantrag gestellt, bei 25 Stück wurde zumindest der Verkauf vollzogen oder die Verhandlungen dauern noch an.

Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre dürften sich die restlichen Baulücken am Abteiwald schließen. Was auch für die große Fläche im Norden – direkt am Wald –gilt, auf der das Gemeinnützige Siedlungswerk Frankfurt ein Seniorenzentrum bauen will, das dann der Caritasverband Darmstadt betreiben soll.

Auf rund 5 700 Quadratmetern sind konkret 42 barrierefreie Wohnungen mit Lang- und Kurzzeitpflegeplätzen sowie Demenzangebot geplant, die sich auf vier Hausgemeinschaften aufteilen sollen. Weitere 14 Plätze sollen für Nutzer von Tagespflege bereitgestellt werden. Auch ein Café soll entstehen. Aktuell wird der Bauantrag vorbereitet, der im Herbst eingereicht werden soll. Baubeginn könnte im Frühjahr 2021 sein. Carsten Helfmann geht von zwölf bis 15 Monaten Bauzeit aus, sodass das Seniorenzentrum im Sommer oder Herbst 2022 in Betrieb gehen könnte. (Von Jens Dörr)

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