Freiflächenplan passiert Parlament

Rätseln um Parkplatzanzahl in der Seniorenwohnanlage

Der Bauplatz für die Seniorenwohnanlage Am Abteiwald ist vorbereitet, der Freiflächenplan verabschiedet.
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Der Bauplatz für die Seniorenwohnanlage Am Abteiwald ist vorbereitet, der Freiflächenplan verabschiedet.

Auf dem 2017 auf den Weg gebrachten, 42 000 Quadratmeter großen Neubaugebiet Am Abteiwald stehen nach dem Spatenstich vor zwei Jahren mittlerweile schon auf vielen der insgesamt 63 Grundstücke Wohnhäuser.

Eppertshausen – Der größte Bauplatz ist allerdings der geplanten, rund 1,4 Millionen Euro teuren Seniorenwohnanlage zugedacht, deren Freiflächengestaltung am Mittwochabend die Parlamentarier lange beschäftigte. Es ging hauptsächlich um die Frage der Stellplätze für Kraftfahrzeuge, Fahrräder und E-Ladestationen.

Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden von CDU und SPD nach eingehender Debatte und Sitzungsunterbrechung der neue Entwurf gegen eine Stimme nahezu einmütig verabschiedet. Von den zunächst vorgesehenen 72 Kfz-Stellplätzen blieben 36 übrig.

Den Zuschlag für den Betrieb der Seniorenwohnanlage bekam der Caritasverband, der mit dem Gemeinnützigen Siedlungswerk (GSW) Frankfurt die Einrichtung baut. Zwei Mitarbeiter des GSW erläuterten den Freiflächenplan und die ihrer Ansicht nach gerechtfertigte Reduzierung der Stellplätze.

Das Projekt beinhaltet 48 Pflegeplätze, 14 im Tagespflegezentrum und 43 Seniorenwohnungen. Schon bei ersten Besprechungen war umstritten, wie viele Stellplätze man für diese Anlage wirklich benötigt. Und auch jetzt wurde dies nochmals ausgiebig besprochen..

Gemäß der Stellplatzsatzung der Gemeinde sind 72 Parkplätze für Pkw und 104 Stellplätze für Fahrräder und Sonderfahrräder vorzusehen. Und wie es Hans-Dieter Lehnen für die CDU formulierte, müsse man sich nun fragen: „Ist diese Anzahl und der benötigte Platzbedarf dafür nicht doch eine Nummer zu groß?“

Nach dem vorgegebenen Schlüssel müssten für Pflegebereich mit 48 Betten und Tagespflege 7,75 Stellplätze ausgewiesen werden. Hierüber gab es keine Diskussion: Wer zur Tagespflege kommt, wird kaum mit eigenem Auto angefahren kommen und auch für Bettlägerige brauche es wohl nicht mehr. Doch für die 29 heimgebundenen Seniorenwohnungen sollten per Satzung jeweils 1,5 Parkplätze ausgewiesen werden. Liegt dann noch Mobilität vor, die eineinhalb Parkplätze pro Einheit rechtfertigen?“, lautete die Frage. Die CDU, so Lehnen, halte eine Reduzierung auf 0,5 Stellplatz pro Wohnung für angemessen. Und auch für 14 Wohnungen im Einzelgebäude sollten statt vorgesehener 1,5 Plätze je Einheit ein Platz ausreichen. Selbst ein Carsharing-Bonus wurde ins Spiel gebracht, der vorgesehene Stellplätze einsparen helfe. In Summe, so Lehnen in seiner Begründung für die zu beschließende Stellplatzreduzierung, seien 36 Stellplätze für Autos ausreichend.

Bei den Fahrrädern reduzierte man die Anzahl von 104 per Satzung auszuweisenden in vergleichbarer Weise auf 28 Abstellplätze.

Die GSW-Experten sahen in der ursprünglichen Stellplatzanzahl für die Seniorenwohnanlage ebenfalls ein „eklatantes Missverhältniss“ vorliegen: „Wir brauchen hier nicht den Stellplatzbedarf, wie er für ein Einfamilienhaus sicher sinnvoll ist.“

Doch gab es auch Bedenken. Wo parken die 40 bis 60 Beschäftigten, die im Dreischichtbetrieb arbeiten? Für die SPD mahnte Günter Schmitt an, besonders bei Schichtwechsel könne es schnell sehr eng werden.

Als Bürgermeister Carsten Helfmann einbrachte, dass ein Grundstück im ansonsten völlig ausverkauften Quartier Am Abteiwald von einem Käufer an die Gemeinde zurückgegeben worden sei und man im Bedarfsfall dort – falls unerwartet doch benötigt – Stellplätze schaffen könne, wenn man es nicht weiter veräußere, war eine Alternative auf dem Tisch. Als die SPD von einer Sitzungsunterbrechung kam, konnte sie dem Gesamtbeschlussvorschlag zustimmen. Bedingung: Man wolle die ersten zwölf Monate im Betrieb der fertigen Seniorenwohnanlage abwarten und schauen, wie sich die Parksituation im Realbetrieb ausmache. Vorher dürfe das unerwartet freigewordene Baugelände am Bubenstall nicht veräußert werden.

Darauf einigten sich die Parlamentarier. Ebenso auf den Zusatz, in der Planung E-Ladestationen für Autos und Fahrräder vorzusehen und einen Lichtschutz an einer Parkplatzseite zu integrieren. (VON THOMAS MEIER)

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