„Das ist Hochleistungssport“

Neue Kinder- und Jugendgarde schließt Lücke zwischen „Funny Dancers“ und „One, Two, Step“

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Bereiten drei Minuten Tanz in mehr als 100 Stunden Training vor: die Tänzerinnen der neuen Kinder- und Jugendgarde des FVCA Eppertshausen. Hinten die Trainerinnen (v. l.) Viktoria Murmann, Katrin Kahle und Laura Winkler. 

Sollte man zu Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren noch „Kinder“ sagen? Oder lieber schon „Jugendliche“? Der FVCA hat eine clevere Antwort gefunden: Die neue Tanzgruppe der als eigenständige Abteilung im Fußball-Verein organisierten Fastnachter bildet mit dem Namen „Kinder- und Jugendgarde“ beides ab.

Eppertshausen – Ebenfalls schlau: Mit der Gründung dieser Garde haben die Karnevalisten eine Lücke in ihrer Nachwuchsarbeit geschlossen. Heute und morgen hat die Kinder- und Jugendgarde ihr Debüt bei den FVCA-Sitzungen in der Bürgerhalle. .

Trainiert wird die neue Garde von einem Trio, durch dessen Adern Tanz und Narretei schon lange fließen: Katrin Kahle, Laura Winkler und Viktoria Murmann betreuen und coachen die überwiegend zehn- und elfjährigen Tänzerinnen seit der Gründung der neuen Gruppe nach den Sommerferien 2019. Kahle tanzte lange in der Garde des Karnevalvereins Dieburg, Winkler mischt seit fünf Jahren aktiv in der FVCA-Garde mit und trainiert auch noch die „Funny Dancers“. Murmann gingen das „Eppertshausen Helau“ und die tänzerische Dynamik auf der Bühne bereits als Kind in Fleisch und Blut über, als sie bei den „Funny Dancers“ einstieg. Heute tanzt sie ebenfalls in der FVCA-Garde.

Reichlich Know-how also, das die drei jungen Frauen ihren Mädels weitergeben. Mehr als 100 Stunden – in den wöchentlichen Einheiten in der Mehrzweckhalle sowie an weiteren Probetagen –wird die Kinder- und Jugendgarde bis zum ersten Auftritt investiert haben. Ergebnis werden drei Minuten Vollgas zu einem musikalischen Potpourri (unter anderem mit Helene Fischers „Herzbeben“) sein. Womöglich plus Zugabe, auch wenn man im Vorfeld nicht alles verraten muss.

Kahle, Winkler und Murmann haben sich die Choreografie selbst ausgedacht. „Ein Gardetanz ist sehr akrobatisch, benötigt besonders viel Körperspannung“, beschreibt Kahle, worin Unterschiede zum Showtanz liegen, wie ihn andere FVCA-Gruppen auf den Sitzungen zeigen. Die Bewegungen seien beim Gardetanz „hart, aber trotzdem elegant“. Fitness sei wichtige Voraussetzung: „Das ist Hochleistungssport.“

Umso glücklicher sind die drei Trainerinnen, dass ihre Tänzerinnen über die entsprechende körperliche Verfassung verfügen. „Vor allem aber hat man den Eindruck, dass sie Spaß am Gardetanz haben“, sagt Kahle. Und: „Bei jeder Einzelnen sieht man die Fortschritte.“ Den finalen Stand des Könnens erleben die fast 1 000 Besucher der beiden Sitzungen heute und morgen.

Grundsätzlich ist die Kinder- und Jugendgarde des FVCA übrigens auch für Jungs offen, bleibt zunächst aber eine rein weiblich. Die Perspektiven für ein Wachstum sind dadurch gegeben, dass die Tänzerinnen vom Alter her meist noch zwei, drei weitere Jahre in der Gruppe bleiben können. Ab 14 bieten die Eppertshäuser Karnevalisten dann den Einstieg bei „One, Two, Step“ an; für Kids unter zehn Jahren sind die „Funny Dancers“ die richtige Wahl. Aus dieser Gruppe rücken nach jetzigem Stand zur nächsten Kampagne drei, vier Tänzerinnen in die Kinder- und Jugendgarde nach. Das bisherige Vakuum zwischen dem Grundschul- und Teenie-Alter hat der FVCA mit der neuen Garde nun gefüllt.

VON JENS DÖRR

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