„Auch der soziale Gedanke dabei“

Organspende nicht reformiert: DRK Eppertshausen kämpft trotzdem im Kleinen weiter

Maximilian Grimm (links) und Dennis Riehl vom DRK Eppertshausen informierten beim Blutspendetermin in der Bürgerhalle über das Thema Organspende. Dörr
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Maximilian Grimm (links) und Dennis Riehl vom DRK Eppertshausen informierten beim Blutspendetermin in der Bürgerhalle über das Thema Organspende.

Nachdem sich im Deutschen Bundestag für die sogenannte Widerspruchslösung kürzlich keine Mehrheit fand, bleibt bei der Organspende in Deutschland praktisch alles beim Alten.

  • Keine Widerspruchslösung für die Organspende
  • DRK Eppertshausen kämpft im Kleinen weiter
  • Rotes Kreuz informiert bei Terminen

Eppertshausen – Nachdem der von Befürwortern erhoffte große Wurf, die Menschen zu einer (wie auch immer ausfallenden, änderbaren) Position zur Organ- und/oder Gewebeentnahme im Falle des Hirntods zu verpflichten, misslungen ist, kämpft der DRK-Ortsverein Eppertshausen zumindest im Kleinen weiter um mehr Aufmerksamkeit. Beim Blutspende-Termin in der Bürgerhalle informierten die Eppertshäuser Rotkreuzler Dennis Riehl und Maximilian Grimm Interessierte.

Eppertshausen: DRK kämpft für Organspende im Kleinen weiter

Die beiden ehrenamtlich fürs Deutsche Rote Kreuz tätigen Männer – Riehl ist Sanitätshelfer, Grimm für Sicherheit und Technik verantwortlich, beide zudem Beisitzer im Vorstand – verteilten Materialien, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung gestellt hatte. Wer wollte, konnte auch einen Organspende-Ausweis mitnehmen.

Für die Überlegung, was man auf der Rückseite ankreuzt, kann sich derweil jeder so viel Zeit nehmen, wie er möchte. Oder auch gar nichts tun und keinen Ausweis mit sich führen. „Der Ausweis ist auch deshalb sinnvoll für alle, weil er sicherstellt, dass die Angehörigen nach dem Hirntod nicht über den Kopf des Betroffenen hinweg entscheiden müssen“, sagte Riehl.

Eppertshausen: Wer einen Ausweis dabei hat, ist nicht automatisch Organspender

Denn was manchem nicht klar ist: Wer einen Organspende-Ausweis mit sich führt, wird nach dem (zweifelsfrei und nach der Richtlinie der Bundesärztekammer festgestellten) unumkehrbaren Ausfall der Hirnfunktion nicht automatisch zum Organspender.

Vielmehr kann auch das Gegenteil der Fall sein: „Nein, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben“ lautet nämlich eine der Möglichkeiten, die man auf der Scheckkarte ankreuzen kann. Weiterhin kann man bei einer Spendenbereitschaft differenzieren, welche Organe oder Gewebe man für eine Entnahme freigibt. Tut man das nicht und lässt auch seine Angehörigen im Unklaren, wie sie im Fall der Fälle entscheiden sollen, kann es am Ende des Lebens zu einer ungewollten Entnahme – etwa von Herz, Lunge, Leber, Nieren, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse, aber auch von Haut, Herzklappen oder Blutgefäßen – kommen.

Organspende in Obertshausen: „Aufklären und informieren, aber nicht überreden“

DRKler Dennis Riehl, der „aufklären und informieren, aber nicht überreden“ wollte, hat sich längst entschieden: Er hat den Ausweis schon seit vielen Jahren und ist im Falle des Hirntods bereit, sowohl Organe als auch Gewebe zu spenden.

„Ich brauche das nach meinem Ableben ja nicht mehr. Da ist bei mir auch der soziale Gedanke dabei.“ Grimm steht kurz davor, sich den Ausweis in den Geldbeutel zu packen.

Ein Interview über Hollywood, den Organspende-Ausweis und seine kommenden Projekte: „Tatort“-Kommissar Dominic Raacke im Gespräch.

Obertshausen: Allein mehr als 1000 Mal hat es in den vergangenen drei Jahren beim mobilen Geschwindigkeitsmessgerät geblitzt.

VON JENS DÖRR

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