Gesundheits- und Kampfsportverein

GKV Lotus feiert Abschluss seiner Integrationswoche mit viel Prominenz

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Mit seiner Integrationswoche warb der GKV Lotus einmal mehr für ein Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Sportlern sowie Menschen aller gesellschaftlichen Schichten im Vereinssport. Auch auf dem Foto (hinter dem rechten Rollstuhl) zu sehen: Karateka Wael Shueb, der den Großteil des Erlöses für seine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 verwenden darf. Der Syrer ist beim GKV Lotus auch Trainer.

Einen Monat früher als 2018 hat der Gesundheits- und Kampfsportverein (GKV) Lotus Eppertshausen in diesem Jahr seine Integrationswoche veranstaltet.

Eppertshausen – Der eigenständige, seit 17 Jahren aber mit einem ähnlichen Klub aus Rödermark kooperierende Verein ließ die Woche erneut in einem Integrationstag mit Festakt in der Bürgerhalle gipfeln. Dabei wird stets kräftig gespendet - diesmal kamen vor allem aufgrund der Gaben eines Mannes 5 000 Euro zusammen.

Denn 3 300 Euro stellte im Rahmen der Abendveranstaltung Prinz Michael von Anhalt (Michael Killer aus Groß-Zimmern, der unternehmerisch besonders durch seine Fitnessstudios groß wurde und auch ein Studio in Eppertshausen betreibt) zur Verfügung. Er unterstützt Lotus schon seit dessen Anfängen finanziell, übernimmt etwa Mitgliedsbeiträge für junge Kampfsportler aus ärmeren Familien.

Stichwort Familie: Den Erlös des Integrationstags teile der Verein in diesem Jahr für zwei Zwecke auf, sagte Ernes Erko Kalac, Mitgründer und Vorsitzender des Gesundheits- und Kampfsportvereins. 500 Euro werde man einem Vereinsmitglied geben, das eine extrem sportliche Familie hat, zu der insbesondere vier intensiv Sport treibende Kinder gehören.

Den Löwenanteil erhält in diesem Jahr Wael Shueb: Der Syrer ist Trainer im GKV Lotus, arbeitet im Eppertshäuser Studio des Prinzen und wurde übers internationale Flüchtlingsteam des IOC für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio nominiert. Dort wird Karateka Shueb zugleich die Eppertshäuser Fahnen in der Kata (Formenlauf) hoch halten und liebäugelt sogar mit einer Medaille. Karate ist 2020 erstmals olympisch. Über Shuebs Weg zu den Spielen berichtete unsere Zeitung bereits.

In Kontakt stehen Shueb und Förderer Kalac in diesem Zusammenhang auch mit Tegla Loroupe, der Missionsleiterin des Flüchtlingsteams des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Sie gehörte der illustren, 100-köpfigen Gästeschar in der Bürgerhalle an. Dorthin kamen auch SPD-Landtags-Abgeordneter Bijan Kaffenberger, die Kanu-Weltmeisterin Silke Kassner und die Trampolin-Olympiasiegerin von 2004, Anna Dogonadze.

Zu vielen von ihnen hat Kalac inzwischen einen persönlichen Draht aufgebaut und nutzt diesen mitunter für die eigene Vereinsarbeit in Eppertshausen. Mit der Integrationswoche – Kalac: „Wie ein Tag der offenen Tür, mit dem Besuch waren wir sehr zufrieden“ – machte der GKV Lotus einmal mehr darauf aufmerksam, dass sich der integrative Ansatz durch sein komplettes Angebot zieht. Die Ausbildung in Karate, Kickboxen und Taekwondo ist nur die eine Facette im Vereinsleben, dessen regelmäßige Termine man im Detail auf www.karate-lotus.de nachlesen kann. Die andere Facette sieht vor, dass im Verein die „gesellschaftliche Mitte“ ihre Freizeit gemeinsam mit Behinderten, Migranten und jenen, die häufig als „sozial schwächer gestellt“ bezeichnet werden, gestaltet. Für sein diesbezügliches Engagement wurde der Verein bereits mit dem „Goldenen Stern des Sports“ und dem „Hessischen Integrationspreis“ dekoriert.

VON JENS DÖRR

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