Veranstaltungen fallen aus

Eppertshausen: Neue Besitzer der Thomashütte haben es schwer

Der Biergarten ist derzeit der Lichtblick für die neuen Betreiber der Thomashütte. Doch auch in diesem Bereich nahen nun schwierige Monate.
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Der Biergarten ist derzeit der Lichtblick für die neuen Betreiber der Thomashütte in Eppertshausen. Doch auch in diesem Bereich nahen nun schwierige Monate.

Wegen Corona wurden 24 Hochzeiten verschoben, das Oktoberfest abgesagt – damit haben die neuen Besitzer der Thomashütte in Eppertshausen nicht gerechnet.

Eppertshausen – Im Herbst 2019 übernahmen die beiden Unternehmer und Investoren Ilhan Erdogan und Jens Kleiner gegenüber dem Eppertshäuser Sportzentrum die traditionsreiche Thomashütte, die Anfang 2020 nach dem Verkauf durch Vorbesitzer Peter Possmann auch offiziell in ihren Besitz überging.

Nach dem Prolog Ende 2019 wollten die beiden in diesem Jahr so richtig durchstarten, als Restaurant mit Biergarten, als Ort für Privatfeiern (etwa mit der Eventscheune) sowie als Schauplatz für größere öffentliche Veranstaltungen. Corona machte einen dicken Strich durch die Rechnung. Auch der erste Sommer war für die Betreiber schwer. Die kommenden Monate dürften erst recht kein Zuckerschlecken werden.

Thomashütte in Eppertshausen: Gastronomiebetrieb drinnen praktisch nicht existent

Eine Zahl verdeutlicht die Einbußen dieses Jahres vielleicht plastischer als alle anderen: „Wir hatten für 2020 Reservierungen für insgesamt 27 Hochzeitsfeiern gehabt“, erzählt Erdogan. Durchgeführt werden konnten ganze drei. „Das waren zwei kleinere Gesellschaften mit je 30 Leuten in der Scheune und eine Open-Air-Hochzeit im Hof mit 90 Personen.“ Die anderen 24 Hochzeiten seien ins nächste Jahr verschoben worden. „Da haben wir dann fast jedes Wochenende ein bis zwei Feiern“, blickt er voraus. Immer in der Hoffnung, dass der Corona-Spuk zumindest in einigen Monaten vorbei ist. „Noch so ein Jahr würde in der Gastronomie wohl auch kaum einer überleben.“

Der Gastronomiebetrieb drinnen ist aktuell praktisch nicht existent. „Wir könnten zwar ohnehin nur 40 Plätze in Restaurant und Pavillon besetzen, weil wir größere Abstände einhalten müssen“, so Erdogan. Auch in der Scheune darf derzeit nur mit 50 statt 130 Personen gefeiert werden. Doch auch die kleineren Innen-Kapazitäten sind auf der Thomashütten momentan nicht ausgelastet. Was zwar auch an der Jahreszeit liege, aber nicht nur: „Viele Leute haben noch Angst, reinzugehen“, hat Erdogan festgestellt.

Thomashütte in Eppertshausen: Geplante Veranstaltungen abgesagt

Draußen läuft es besser. Vergangenen Sonntag seien sogar erstmals alle 180 Sitzplätze im Biergarten gleichzeitig belegt gewesen, „wir sind fast überrannt worden, die Leute genießen die letzten, nicht mehr so heißen Sommertage“. Zuvor habe es auch im Biergarten, den man ausgedehnt und das Mobiliar weiträumig verteilt habe, stets freie Plätze gegeben.

Die sind auf der Thomashütte üblicherweise vor allem dann rar, wenn Veranstaltungen den Tagesbetrieb flankieren. „Wir hatten einiges vor, konnten wegen Corona aber weder ein Sommerfest noch das US-Car-Treffen noch den für August geplanten Familientag machen“, bedauert Erdogan. Das für September angedachte Oktoberfest sei ebenfalls gecancelt. Die Halloween-Events des vorherigen Betreibers habe man „ohnehin nicht fortsetzen wollen“.

Thomashütte in Eppertshausen: „Wollen kein Risiko eingehen“

Wohl aber wolle man die Kelterei-Tradition am Standort nahe Eppertshausen aufrecht erhalten. Das für den Herbst angepeilte Kelterfest führe man 2020 jedoch nicht durch: „Da waren sonst immer 400, 500 Personen da“, sagt Erdogan. Eine für den Augenblick zu große Ansammlung von Menschen. „Wir halten uns an alle Vorgaben und wollen kein Risiko eingehen“, betont er.

Stillstand bei der infrastrukturellen Modernisierung des Gutshofs herrsche derweil nicht: Erneuert worden ist die Decke der Eventscheune, zudem wurde seine SB-Station verlegt. Weil in den nahenden kälteren Monaten mit den wenigen Innenplätzen kaum ein Staat zu machen ist, plant das Thomashütten-Team außerdem, „für Herbst und Winter zwei, drei Zelte aufs Gelände zu stellen, um zusätzliche Plätze zu bieten“. (Von Jens Dörr)

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