Vertraut mit der Verwaltung und der Politik

Stephan Brockmann ist Vize-Bürgermeister

Seit ein paar Wochen Erster Beigeordneter und damit Vize-Bürgermeister Eppertshausens: Christdemokrat Stephan Brockmann.
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Seit ein paar Wochen Erster Beigeordneter und damit Vize-Bürgermeister Eppertshausens: Christdemokrat Stephan Brockmann.

Seit der konstituierenden Gemeindevertretersitzung Ende April ist Stephan Brockmann (CDU) neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Eppertshausen und damit Vize-Bürgermeister. Unter anderem vertritt er Rathauschef Carsten Helfmann, wenn er im Urlaub ist.

Eppertshausen – In den Rathäusern von Rödermark und Eppertshausen könnte sich Stephan Brockmann wohl mit verbundenen Augen orientieren – in Rödermark der Arbeit und in Eppertshausen des Ehrenamts wegen. Die Termine am Franz-Gruber-Platz haben für den 59-Jährigen seit der Kommunalwahl sogar noch zugenommen: Nach fast zwei Jahrzehnten als CDU-Fraktionschef, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses und zuletzt Vorsitzender der Gemeindevertretung hat Brockmann in Eppertshausen die zweithöchste politische Stufe erreicht.

Als Nachfolger von Lutz Murmann, der seit April hauptberuflich für die Gemeinde arbeitet, ist er Erster Beigeordneter und damit Vize-Bürgermeister. Wenn Rathaus-Chef und Parteifreund Carsten Helfmann im Urlaub ist, vertritt ihn nun Brockmann.

Ass im Ärmel: Erster Beigeordneter Stephan Brockmann mit Verwaltungsabläufen vertraut

Es gibt wenig Grund zur Annahme, dass er einer Interimsführung der Eppertshäuser Verwaltung nicht gewachsen sein könnte. Schließlich ist Brockmann in zweierlei Hinsicht vom Fach: als diplomierter Verwaltungswirt wie als langjähriger Lokalpolitiker. Seit der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung gehört er dem neuen Gemeindevorstand an, der nebst Bürgermeister federführend für die Erledigung der Verwaltungsgeschäfte verantwortlich ist, aber auch gestalterisch in die Entwicklung Eppertshausens eingreift. Da ist es ein Ass im Ärmel, wenn man mit den Abläufen in der Verwaltung und auch den politischen Ansinnen in den parlamentarischen Gremien vertraut ist.

Doch selbst wenn er seine neue Aufgabe mit etwas Nervosität angehen würde, Stephan Brockmann ließe sie sich kaum anmerken. Die ruhige, sachliche Art ist die seine, erprobt unter anderem in der (überparteilich und vermittelnd auszuübenden) Rolle des Vorsitzenden und damit des Leiters der Gemeindevertreter-Sitzungen. Dort nimmt er jetzt zwar nur noch die Zuschauerrolle ein, denn als Mitglied des Gemeindevorstands kann er nicht gleichzeitig dem Parlament angehören. „Die Termine sind deshalb aber nicht weniger geworden“, sagt Brockmann. Im Gegenteil: Den Ausschuss- und Gemeindevertreter-Sitzungen wohnen die Beigeordneten in der Regel auch ohne Stimmrecht bei, nehmen zusätzlich aber die wöchentliche Gemeindevorstands-Sitzung sowie repräsentative Aufgaben wahr. Wenn es demnächst auch in Eppertshausen wieder mehr öffentliche Anlässe gibt, dürfte es vor allem Brockmann sein, der die Grüße des Gemeindevorstands und mitunter auch den einen oder anderen Scheck überbringt. Natürlich nur, wenn der für seine stete Präsenz bekannte Carsten Helfmann mal verhindert sein sollte.

Auch Stephan Brockmanns Töchter sind bei der CDU

Die Rolle als Vize-Bürgermeister ist für Brockmann zumindest der vorläufige Höhepunkt seiner kommunalpolitischen Laufbahn. Dass er die als Christdemokrat absolvieren würde, war ihm schon in die Wiege gelegt: „Ich bin CDU-vorbelastet“, sagt der Eppertshäuser lächelnd, „schon meine Großeltern beiderseits waren Zentrumsleute.“ Sein Vater Leonhard war ebenfalls gestandener CDU-Mann, und auch Stephan Brockmanns Töchter Julia und Ann-Katrin – letztere sehr aktiv als Fraktionsvorsitzende in Eppertshausen und Kreistags-Mitglied – gehören der Union an. „Entweder man nimmt das mit der Muttermilch auf – oder man baut eine Gegenposition auf“, meint Brockmann. Seinem Vater gelang es, dass er die erste Variante wählte. „Er hat mich früher mit zum Stammtisch genommen, wo politisch diskutiert wurde“, erinnert er sich an seine Kindheit. „Auch wenn ich da natürlich noch nicht alles verstanden habe, hat man doch das ein oder andere aufgeschnappt.“

Ein halbes Jahrhundert später macht man Brockmann gerade in Eppertshäuser Angelegenheiten nichts mehr vor. Nach Abitur, Bundeswehr, Ausbildung, Studium und ersten Arbeitsjahren im Fachbereich Soziales der Gemeinde Mühltal wechselte er 1993 zur Stadt Rödermark, zunächst als Fachabteilungsleiter Verkehr. „Zwischendrin war ich schon mal Gemeindevertreter, dann kamen meine Töchter zur Welt“, blickt er zurück. 2003 feierte er als Nachrücker sein Comeback im Eppertshäuser Parlament, fungierte beruflich bis 2015 im Rödermärker Ordnungsamt. Dann, mit dem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen auch im Rhein-Main-Gebiet, übernahm er in Rödermark jene Stabsstelle, die sich um die Unterbringung dieser Menschen kümmert. Ein bisschen auch eine persönliche Rückkehr zu den beruflichen Wurzeln: „Die Unterbringung von Asylbewerbern war schon 1990, als ich noch in Mühltal tätig war, ein großes Thema.“

Stephan Brockmann: Dreieichbahn sinnvoller als Verlängerung der S-Bahn

In Eppertshausen sind es inzwischen wieder andere Themen, die Politik und Verwaltung umtreiben. Für Brockmann ist etwa die geplante Seniorenwohnanlage am Abteiwald „eine ganz wichtige Sache“. Auch eine noch dienlichere Dreieichbahn sei eins seiner zentralen Anliegen, „das wäre sinnvoller als die Verlängerung der S-Bahn“. Für all das opfert der neue Vize-Bürgermeister seit ein paar Wochen noch mehr Freizeit. Die ersten Sitzungen im Gemeindevorstand ließen ihn das nicht bereuen. Sie seien sehr angenehm gewesen, „dort gibt es ganz ruhige und sachliche Diskussionen“. (Von Jens Dörr)

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