Aussteller ratlos

Verwirrung um fehlende Schanklizenz: Aus für die US-Car-Show?

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Erfrischende Erinnerung an heiße vergangene US-Car-Zeiten: Zu den Shows der Auto- und Motorradtreffen zogen in den vergangenen Jahren stets tausende Besucher auf die Thomashütte. Die Zukunft sieht eher düster aus.

Die Nachricht von nicht vorhandener Schanklizenz und geschlossener Thomashütte über den Vatertag und darüber hinaus löste respektablen Wirbel aus, steht doch ein Großereignis vor der Tür, das seine Kreise über die gesamte Republik zieht.

Eppertshausen – Bis 10. Juni, sollte die „6. US Car & Bike Show“ auf dem großen Außengelände des Erlebnisgasthofs steigen. Mit Riesen-Programm und Ausstellern und Besuchern aus ganz Deutschland. Daraus wird voraussichtlich nichts. Noch grasen Kamele und Ochsen auf den Wiesen, wo PS-starke Amischlitten chromblitzend die Blicke auf sich ziehen sollten.

Zur Frage, warum die Gemeinde der Thomashütte die Schanklizenz entzogen habe, wie vom Kreis auf Nachfrage zu erfahren war und wir am Freitag berichteten, gibt sich Bürgermeister Carsten Helfmann bedeckt: „Laufendes Verfahren, da darf ich nichts sagen.“ Nur soviel: Die Verwaltung Eppertshausens habe nicht die Schanklizenz entzogen, sondern es gebe derzeit niemanden, der für die Gastronomie Thomashütte eine unabdingbare Schanklizenz vorzuweisen hätte.

Es gab zwei Lizenzen für die Hütte: Eine für den Innenbereich, die auf eine Privatperson ausgestellt war und ausgelaufen ist. Und den Außenbereich betrieb bislang eine Firma, die Insolvenz angemeldet hat. Wem diese Firma gehört? Helfmann: „Keine Auskunft, laufendes Verfahren.“

Verfahren ist die Situation nun für die zahlreichen Beschicker des sechsten US-Car-Treffens, die über unsere Zeitung von der Misere erfuhren. „Sollen wir bei dieser Lage anfahren?“, fragen sich viele. Der Initiator des Treffens, Thomashütten-Pächter Alex Ramien, gibt auf Anfragen via Facebook keine Auskünfte. Gegenüber unserer Zeitung verwies er am Freitag auf krankheitsbedingte Schließung des Lokals. Die Frage, ob die Show steigen kann, beantwortete er vage: man müsse schauen.

Eingeladen hatte er via ausführlicher Anzeigen in den beiden großen Insider-Onlineportalen AmeriCar und Chrom und Flamme bereits im Februar. Auf der Homepage des Erlebnisgutshofs Thomashütte, auf der bis Freitag noch mit Fotos fürs Ereignis geworben wurde, ist am Montag der Veranstaltungskalender für den kompletten Monat Juni 2019 leer.

Bis vor zwei Jahren war der Dieburger Rolf Rosebrock Mitorganisator des Treffens, das ein Freundeskreis zunächst vor Jahren in Dieburg aus der Taufe holte. Es sprengte aber schnell den räumlichen Rahmen dort und zog deshalb zur Thomashütte um. „Jetzt ist Ramien alleiniger Organisator“, bedauert Rosebrock die Entwicklung. Er habe ihm noch im Februar Unterstützung zur Organisation angeboten, gerade weil auch der zwischenzeitliche Mitveranstalter und Sponsor „Hacky“ Pimpl, der in Münster einen US-Car-Service betreibt, abgesprungen ist.

„Auch an mich wenden sich jetzt viele, die ihre Beteiligung am Treffen für Pfingsten zugesagt haben aber – weil Ramien nicht antwortet – nun in der Luft hängen“, erklärt Rosebrock. Und ein Neil Ammersbach erklärt auf Facebook: „Eine Aufklärung diesbezüglich wäre für die geladenen Aussteller sehr hilfreich. Unter Umständen ist für die meisten ja mit einem finanziellen Ausfall zu rechnen.“

Nicht nur Rolf Rosebrock, auch Gary Black, ehemals ebenfalls im Organisationsteam, schreibt: „Es ist schon sehr sehr traurig, dass sich eines der schönsten US Car Treffen auf diese Weise verabschiedet.“

Lichtblick: Harald „Hacky“ Pimpl, der sechs Jahre die US-Car-Treffen mit organisierte und wegen „internen Ärgers“ den Bettel letztes Jahr auf der Thomashütte hinwarf, denkt an ein Revival: „Vielleicht schon dieses Jahr. Vielleicht in Bensheim mit Harley-Fans, vielleicht unter dem Motto: V8 meets V2“. " 

VON THOMAS MEIER

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