Aufbau aus dem Nichts

Evangelische Kirche feiert 50. Geburtstag

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Vor 50 Jahren wurde die Kirche gebaut. Am Pfingstmontag, 5. Juni, 18 Uhr, gibt es einen Festgottesdienst bei der Friedensgemeinde in der Friedensstraße.

Eppertshausen - Die evangelische Kirche feiert in diesem Jahr zu mehreren Terminen ihr 50-jähriges Bestehen, am Pfingstmontag mit einem großen Festgottesdienst.

Bis 1945 gab es in Eppertshausen nur sehr wenige evangelische Christen, die damals zur Kirchengemeinde in Dieburg gehörten. In den Nachkriegsjahren aber wuchs die Zahl durch Flüchtlinge, Vertriebene und Zuwanderer auf etwa 200 an. Betreut wurden sie zunächst vom evangelischen Pfarrer aus Ober-Roden, später gehörten sie zur evangelischen Kirchengemeinde Urberach.

1965 zählte Eppertshausen schon 500 Protestanten. Am 1. Januar 1966 wurde schließlich die „Evangelische Kirchengemeinde Eppertshausen“ errichtet – ohne eigene Pfarrstelle. Der Pfarrer aus Urberach war weiterhin auch für Eppertshausen zuständig. Die dringlichste Aufgabe des ersten Kirchenvorstands war, ein Gemeindehaus mit Kirchsaal zu errichten.

Das „Haus der Begegnung“ wurde am 28. Mai 1967 eingeweiht. Und die Gemeinde konnte erstmals in ihrer eigenen Kirche Gottesdienst feiern. Zuvor war sie dazu meist in der Schule zu Gast. Der damalige Pfarrer Helmut Marx erinnert sich: „Manchmal wischen wir erst die Schultafel sauber, bevor wir mit dem Gottesdienst beginnen – sitzend auf Stühlen der zweiten Klasse!“ Für größere Gottesdienste, etwa an Heilig Abend, durfte die Gemeinde die Mehrzweckhalle benutzen. Das Aufstellen von Stühlen und Altar erledigten die Gemeindeglieder. „Aber wir sind dabei Gemeinschaft geworden“, so Pfarrer Marx. 1982 erhielt die Gemeinde eine eigene Pfarrvikarin, 1993 wurde die Vikar- in eine Pfarrstelle umgewandelt und die pfarramtliche Verbindung mit Urberach gelöst.

Seit 2000 ist Johannes Opfermann Pfarrer in Eppertshausen. 2003 änderte die Gemeinde ihren Namen in „Evangelische Friedensgemeinde Eppertshausen“. Als die grundlegende Renovierung anstand, gab sich die Gemeinde 2005 ein Leitbild, das doppelte Bibelwort vom Licht der Welt: „Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt!“ (Johannesevangelium Kapitel 8, Vers 12) – „Christus spricht: Ihr seid das Licht der Welt!“ (Matthäusevangelium Kapitel 5, Vers 14). Die Renovierung wurde ähnlich vollzogen, es sollte „Licht werden“ im Haus.

2016 wurde der Gemeindesaal technisch umgerüstet, damit von dort aus die neue, interaktive Gottesdienstform „5015 – Ruf nach mir“ mehrmals im Jahr ins Internet übertragen werden kann.

Die Gemeindearbeit ist rege: Seit den 1980er Jahren gibt es einen ökumenischen Arbeitskreis, der verschiedene Veranstaltungen wie den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus’ am 27. Januar und das monatliche Friedensgebet organisiert. 2007 gründete die Gemeinde die Stiftung „Sternenlicht“, die die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren und die Erwachsenenbildung unterstützt.

„Im Jubiläumsjahr blicken wir zurück auf die Anfänge. Wir richten den Blick aber auch nach vorne. In den Anfangsjahren haben engagierte Menschen mit sehr wenig finanziellen Mitteln praktisch aus dem Nichts eine Gemeinde aufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten haben immer wieder Menschen mit viel Einsatz die Gemeinde weiter gebracht. Diese Beispiele und unser Glaube sollen uns Mut und Freude machen, die Zukunft unserer Gemeinde zu gestalten“, sagt Opfermann.

Die Friedensgemeinde feiert ihren Geburtstag am Pfingstmontag, 5. Juni, 18 Uhr, mit einem Festgottesdienst. Pfarrer Joachim Meyer, Dekan des Dekanats Vorderer Odenwald, hält die Festpredigt. Am Mittwoch, 28. Juni, 19 Uhr, gibt es ein Erzählcafé mit Abendimbiss und Gästen aus den vergangenen 50 Jahren zum Thema „Wie war das früher in der Friedensgemeinde?“. Am Sonntag 5. November, 11.15 Uhr, feiert die Stiftung Sternenlicht zehnjähriges Bestehen. Und im neuen Jahr, am Sonntag, 28. Januar, gibt es eine für alle offene Zukunftswerkstatt „Die Friedensgemeinde in 15 Jahren“. (tm)

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