Figur vom bekannten Komiker für guten Zweck versteigert

Ciro Visone daheim im Regal

Mehr als 100 Auftritte sind für Ciro Visone seit Pandemiebeginn ausgefallen.
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Mehr als 100 Auftritte sind für Ciro Visone seit Pandemiebeginn ausgefallen.

20 Zentimeter groß, in der rechten Hand jongliert er eine Pizza, und links hält er ein Mikro: Zugunsten des Fördervereins für Tumor- und Leukämiekranke Kinder in Mainz wurde eine kleine Figur des bekannten Pizzabäcker-Komikers Ciro Visone versteigert.

Eppertshausen – Rote Schürze um die Hüften, grünes Tuch über den Schultern, weiße Kappe auf dem Kopf. Mit der rechten Hand jongliert er eine Pizza, und links hat er ein Mikro in der Hand: Ciro Visone, der bekannte Pizzabäcker aus der Fernsehfastnacht, wie er leibt, lebt und Späße macht. Den Comedian gibt es jetzt auch als Figur zum Hinstellen. Aber nur ein einziges Mal und nicht zu kaufen. Das handgefertigte Abbild des in Eppertshausen lebenden Italieners, dessen Bruder tatsächlich Pizzabäcker ist, wurde für den guten Zweck versteigert.

„Ich wurde gefragt, ob ich einverstanden bin, und habe gleich gesagt, dass ich die Figur persönlich überreiche“, erzählt der 60-Jährige. Schließlich sei der Förderverein für Tumor- und Leukämiekranke Kinder in Mainz der Nutznießer. Vor knapp einem Jahr hat er übrigens schon mal für krebskranke Kinder, damals zugunsten der Kinderkrebshilfe Mainz, gespendet. 1.555,55 Euro kamen durch den Verkauf von Ansteckern zu je zwei Euro zusammen, die alle seine Pizzabäcker-Karikatur trugen. Jedenfalls fast so viel. „Den Rest zur Schnapszahl habe ich aufgerundet“, meint er spitzbübisch.

Ciro Visone: Nach seinem ersten Auftritt im Jahr 1996 Hessens dienstältester TV-Fastnachter

Die Aktion mit dem Pizzabäcker als 20 Zentimeter hohes Unikat stammt aus dem Landkreis Alzey-Worms. Der in Hamm am Rhein lebende Markus König, der die Idee für die Versteigerung hatte, sah den Eppertshäuser schon immer gern im Fernsehen, sagt er. Er habe ein Faible für regionale Künstler und Komiker. Und immerhin ist Ciro Visone seit seinem ersten Auftritt als Klischee-Pizzabäcker im Jahr 1996 Hessens dienstältester TV-Fastnachter – bekannt durch Vorträge bei „Hessen lacht zur Fassenacht“ oder als Witzbold der Nation bei „Verstehen Sie Spaß?“, noch moderiert von Frank Elstner.

Einzigartig: Ein großer Ciro-Visone-Fan hat die 20 Zentimeter große Figur für einen guten Zweck ersteigert.

Idee gehabt und direkt umgesetzt: König ließ von einer ihm bekannten Künstlerin das Comedy-Idol aus der Modelliermasse Fimo anfertigen. „Fünf bis sechs Tage dauert eine Figur dieser Größe in etwa. Sie wird geformt, gebrannt und bemalt“, erklärt er. Die Kosten, wenn man sie normal kaufen würde? „So an die 200 Euro“, schätzt er.

Ersteigert hat die Figur ein Ciro-Visone-Fan, „die seit Jahren am 11.11. in Mainz zum Schillerplatz kommt und sich das Konzert anschaut“, erzählt Ciro Visone. 150 Euro hat sie für die Figur geboten, das Kfz-Ersatzteilgeschäft „Smart King“, das Markus Königs 16-jähriger Sohn Adrian neben der Schule aufgebaut hat, stockt den Betrag auf 200 Euro auf.

Corona lässt auch Comedian Ciro Visone in eigener Sache erzittern

Das Spenden liegt Markus König genauso wie dem Komiker am Herzen. Quasi in den Genen, denn schon seine Eltern hätten viel an ihre Mitmenschen gedacht, was er wiederum seinem Sohn weitergeben möchte. Deswegen habe er den Jugendlichen mit ins Boot geholt. Über Adrian läuft die Versteigerung. Die erkrankten Kinder dürften froh sein, wenn ihnen der Erlös zugutekommt. Besonders da Vater Königs Erfahrung nach seit Corona weniger als die Hälfte zu vorher gespendet würde.

Corona lässt auch den Comedian in eigener Sache erzittern. Gerade als Fastnachter brauche er sein Publikum. Mehr als 100 Auftritte seien für ihn seit Pandemiebeginn ausgefallen. Nur bei fünf Aufzeichnungen von Fernseh-Onlinesitzungen stand der Mainz-Fan vor der Kamera – aber das so gut wie allein: ohne Zuschauer, ohne sein Programm lebendig haltende Interaktionsmöglichkeiten, ohne Applaus. Bei „Nordhessen feiert Karneval“ zum Beispiel. „Da war ich schon froh, wenn ich im Hintergrund mal zwei Lacher auf meine Gags gehört habe“ – von Technikern wahrscheinlich.

Ciro Visone: Eppertshäuser plant weiteres Wohltätigkeits-Event

Er ist froh, sich trotz Anfragen gegen eine Vollbeschäftigung als Künstler und die Abhängigkeit von Agenturen entschieden zu haben. So hat er im Gegensatz zu vielen Kollegen, die „mit staatlicher Hilfe herumkrebsen würden“, wenigstens weiterhin seinen sicheren Brotjob als Werkzeugmacher. Obwohl in Vor-Corona-Zeiten die doppelte Lebensführung schon hart sein konnte: drei Tage hintereinander bis spät nachts auf der Bühne, zwei Stunden Schlaf und dann montags zur regulären Arbeit. Das erscheint ihm jetzt, da so wenig los ist, natürlich geradezu verheißungsvoll.

Immerhin hat der Bühnen-Pizzabäcker während der Pandemie ein Fastnachtslied herausgebracht. „Fastnacht, die Liebe meines Lebens“ beschreibt, wie er 1966 nach Deutschland kam. Durchaus nicht immer lustig, eher melancholisch. 200 CDs habe er bislang verkauft. Nun hofft er, bald wieder auftreten zu können. Im März durfte er schon mal im Freien vor rund 300 Leuten für die IG Metall Hanau/Fulda ran. Am 12. Juni könnte in Mombach sein nächstes Wohltätigkeits-Event sein, die Moderation durch ein Konzert für behinderte Kinder. Mit echt italienischer Dreirad-Vespa plus fest integriertem Pizzaofen – wie es sich für einen Pizzabäcker gehört. (zkn)

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