Ganz aus Gemeindesäckel finanziert

2,5 Millionen Euro teure Sozialwohnungen von 13 Eppertshäuser Familien bezogen

13 der 14 neuen Gemeindewohnungen in der Mozartstraße sind den Mietern übergeben worden.
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13 der 14 neuen Gemeindewohnungen in der Mozartstraße sind den Mietern übergeben worden.

Fünf Jahre nach dem CDU-Antrag sind die neuen Gemeindewohnungen in der Mozartstraße übergeben – auch die 21 Parkplätze sind fertig. Kurz vor Heiligabend erfolgte die Schlüsselübergabe an 13 Mieter. Mit Ausnahme einer noch leerstehenden, rollstuhlgerechten Zwei-Zimmer-Wohnung herrscht seit den Übergabeterminen Leben im neuen Mehrfamilienhaus nahe dem Bahnhof.

Eppertshausen – Parallel zu den Bahngleisen realisierte die Gemeinde in den vergangenen fünf Jahren ein 2,5-Millionen-Euro-Projekt. Am 14. März 2016 hatte die Eppertshäuser CDU den Stein mit ihrem Antrag in der Gemeindevertretung ins Rollen gebracht. Im Sommer 2017 beschlossen die Christdemokraten gemeinsam mit den SPD-Parlamentariern die Umsetzung des Bauwerks mit einer Wohnfläche von insgesamt 1 000 Quadratmetern. Mit der Idee, die Wohnungen einkommensschwächeren Mietern zu einem Preis verfügbar zu machen, der unter jenem liegt, der in Eppertshausen durchschnittlich auf dem freien Markt verlangt wird.

Dies sei gelungen, konstatiert Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) nach der Übergabe. Die Mieter der neuen Wohnungen zahlen der Gemeinde ab sofort eine Kaltmiete in Höhe von 7,05 pro Quadratmeter. Normalerweise würden in Eppertshausen pro Quadratmeter im Schnitt mehr als neun Euro fällig, sagt Helfmann. Möglich wird der günstige Preis in der Mozartstraße vor allem durch die fehlende finanziellen Renditeabsicht der Gemeinde. Sie will vielmehr eine „soziale Rendite“ erzielen und auch Personen mit niedrigem Einkommen das Wohnen im Ort ermöglichen, noch dazu in einem Neubau modernen Standards.

Die Wohnungen haben unterschiedliche Größen, verfügen über zwei bis vier Zimmer. Dementsprechend setzt sich auch die Hausgemeinschaft bunt zusammen: Pro Partei wohnen dort ab sofort zwischen zwei und fünf Personen. Single-Haushalte gibt es im Objekt nicht; die noch unvermietete rollstuhlgerechte Zwei-Zimmer-Wohnung könnte allerdings auch an nur eine Person vergeben werden. „Hierfür haben wir ebenfalls Anfragen, jedoch lediglich von außerhalb“, sagt Helfmann. Die Gemeinde würde auch diese Wohnung am liebsten an einen Eppertshäuser vermieten und wird dies noch sechs Monate lang versuchen. Erst dann komme auch eine Vermietung an Auswärtige infrage.

Bei den 13 vermieteten Wohnungen haben durchweg Personen den Zuschlag erhalten, die schon zuvor in Eppertshausen wohnten. Von einstmals 60 Anfragen blieben zum Schluss 16 Interessenten übrig, die tatsächlich für eine der neuen Wohnungen in der Mozartstraße berechtigt waren und auch dann noch im finalen, konkreten Stadium mieten wollten. Insofern konnte die (ernsthafte) Nachfrage einkommensschwächerer Personen dort weitgehend befriedigt werden.

Insgesamt erhöhte sich der Bestand der kommunalen Wohnungen, auf die die Gemeinde bei Vergabe und Preisgestaltung direkten Einfluss hat, durch den Neubau in der Mozartstraße von 62 auf 76. Am Objekt entstanden sind zudem 21 Parkplätze, die kurz vor Weihnachten fertiggestellt wurden.

Die Schlussrechnungen für die größte Gemeindeinvestition der vergangenen Jahre liegen noch nicht vor. Helfmann rechnet damit, dass man ein wenig unter dem Ansatz von 2,5 Millionen Euro bleiben werde. Dem neusten Ansatz, muss man hinzufügen, denn ursprünglich hatte man für das Projekt rund ein Drittel weniger veranschlagt. Die Kosten trägt Eppertshausen komplett aus dem Gemeindesäckel. Das Land hat sich lediglich als Geber eines für 15 Jahre zinslosen Darlehens über 1,6 Millionen Euro eingebracht, wie der Bund aber keinen „echten“ Zuschuss geleistet. (Von Jens Dörr)

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