Gemeindeverwaltung beklagt unsachgemäße Entsorgungstechniken

Falscher „Griff ins Klo“

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Die Kläranlage leidet unter Verstopfung: Unsachgemäß werde Müll im Abfluss entsorgt, beklagt Eppertshausens Verwaltung. 

Eppertshausen - „Immer wieder kommt es in der Kläranlage der Gemeinde zu Störungen und Verstopfungen durch Gegenstände, die nicht in die Abflüsse gehören“, heißt es klagend aus dem Rathaus.

Weil solche betrieblichen Störungen erhebliche Kosten verursachen, sieht sich die Verwaltung genötigt, noch einmal einen Verhaltenskatalog anzumahnen:

  • Definitiv nicht in die Toilette gehören Hygieneartikel. Ebenfalls nicht Hygienetücher, Tampons, Binden, Zahnseide, Wattestäbchen, Kondome und Rasierklingen. All diese Dinge führen nicht nur zur Verstopfung der Rohre, sondern sind auch nicht im Sinne der Umwelt. Müll gehört in den Mülleimer. Ebenso dürfen Küchenabfälle nicht in die Toilette. Auch Öle und Fette werden bei kälteren Temperaturen hart und führen zur Verstopfung.
  • Flüssige und feste Medikamente stellen tatsächlich eine große Gefahr für das Wasser dar. Kläranlagen können diese nicht abbauen. So belasten Wirkstoffe der Anti-Baby-Pille und Antibiotika das Grundwasser und sind auch für resistente Bakterienstämme verantwortlich. Alle Apotheken nehmen unverbrauchte Medikamente kostenlos zurück.
  • Auch Chemikalien wie Farben, Lacke, Nagellackentferner, Pflanzenschutzmittel, Säuren und Schädlingsbekämpfungsmittel sollte gesondert entsorgt werden.

Die Verwaltung erklärt: „Man könnte meinen, über feste Stoffe, wie Verpackungsreste, Kunststoffe, Bretter, Wischtücher, Zigaretten, Korken, Bierdeckel und Katzenstreu müssten wir nicht sprechen, denn es sollte klar sein, dass diese Dinge das Rohr verstopfen. Trotzdem landen all diese Teile in der Toilette. Genau wie Textilien, Lappen, Socken, Strumpfhosen oder andere Kleidungsstücke.“

Fotos: Familientag zwischen Schlossmühle und Kläranlage

Bürgermeister Carsten Helfmann drastisch: „Wer also all diese Dinge in die Toilette wirft, macht Wort wörtlich einen Griff ins Klo. Nicht nur, dass ein Sanitär-Notdienst viel Geld kostet, wenn die Toilette verstopft ist, sondern man sollte auch bedenken, was für schädliche Stoffe in der Kanalisation landen.“ Er bittet, hierauf zu achten und dadurch Kosten für die Allgemeinheit zu verhindern. (tm)

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