Erschließung „im Frühsommer“

300 Interessenten für 26 Grundstücke „Am Abteiwald“

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Bürgermeister Carsten Helfmann sprach beim Neujahrsempfang der Gemeinde zu 80 Personen, darunter (vordere Reihe von links) Lucia Puttrich, Stephan Brockmann und Astrid Mannes.

Eppertshausen - Beim Neujahrsempfang der Gemeinde sagte Landesministerin Lucia Puttrich das GroKo-Ergebnis voraus und der Bürgermeister kündigt baldigen Zuwachs an Einwohnern an.

Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, war erste Rednerin beim Neujahrsempfang.

Dienstagabend, kleiner Saal der Bürgerhalle Eppertshausen: Die Gemeinde veranstaltet ihren ziemlich späten Neujahrsempfang und hat im elften Jahr dieses Formats erstmals eine Frau als Gastrednerin eingeladen. Lucia Puttrich, einst 14 Jahre lang Bürgermeisterin in Nidda und aus dieser Zeit mit Eppertshausens Rathaus-Chef und CDU-Parteikollegen Carsten Helfmann bekannt, ist seit vier Jahren Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Und nach einem Jahrzehnt voller wortgewaltiger Männlichkeit sowie der brillanten Vorlage 2017 durch Bruder Paulus Terwitte die erste weibliche Person, der am Dienstag rund 80 Zuhörer folgen. Rhetorisch kommt die 56-Jährige zwar nicht an den Kapuziner heran; mit einer Prognose, die sich wenige Stunden später bewahrheiten sollte, kann sie aber punkten.

Denn Puttrich sagt am Dienstagabend, als die letzten und entscheidenden Gespräche zwischen CDU, CSU und SPD gerade laufen, deren Gelingen und das Zustandekommen der nächsten Großen Koalition voraus. Am Mittwochmorgen weiß dann ganz Deutschland, dass die nächste „GroKo“ beschlossen ist.

Ansonsten streift die Landesministerin, die für Hessen qua Amt besonders eng mit der neuen Bundesregierung zusammenarbeiten wird, noch einmal ausgiebig die vergangenen Wochen und die Gründe, weshalb es mit der Jamaika-Koalition nichts wurde. Tenor: Die FDP wollte von Anfang an nicht und hätte es am besten gleich mit den Verhandlungen lassen sollen. Weitere Botschaften (neben der Feststellung, dass die Lokalpolitik die härteste Schule sei) Puttrichs: „Politik besteht aus Kompromissen.“ Wer glaube, dort seine Vorstellungen eins zu eins umsetzen zu können, sei fehl am Platz, sogar bei aus CDU-Sicht paradiesischen Mehrheitsverhältnissen wie in Eppertshausen. Und: Die oft propagierte Minderheitsregierung sei kaum erstrebenswert und praktikabel, „es ist nicht mehr als ein schickes theoretisches Denkmodell“.

Alles andere als theoretisch ist die tagtägliche Arbeit der Eppertshäuser Verwaltung und der ehrenamtlichen Gemeindevertretung. Carsten Helfmann reitet am Dienstag vor Bürgern und Offiziellen aus Vereinen, Banken sowie der eigenen Partei (so den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Stephan Brockmann, den Ehrenvorsteher Günter Drexel, Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz und MdB Astrid Mannes) durch die Errungenschaften der vergangenen Monate. Der eigentlich im Minus geschlossene, aber dank eines Sondereffekts doch noch positive Haushalt der Gemeinde gehört dazu. Auch die Ansiedlung der Allgemeinmediziner Christine Schwinn und Matthias Röckel, der ebenfalls unter den Zuhörern ist.

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Besonders interessant ist neben all den bekannten Tatsachen Helfmanns Blick nach vorn, speziell zur weiteren Entwicklung des Baugebiets „Am Abteiwald“: Inzwischen geht er von einem Erschließungsbeginn „im Frühsommer“ dieses Jahres aus. Was bei neun bis zwölf Monaten Dauer für die Arbeiten heißt, dass es irgendwann zwischen März und Juni 2019 „richtig“ losgehen werde und man sich in weiteren Schritten mit etwas Fantasie die ersten einziehenden Eppertshäuser für 2020 ausmalen könnte.

Auf dem Areal stehen für Wohnbebauung 36 Grundstücke (davon 26 im Besitz der Gemeinde) zur Verfügung. Das Rathaus verzeichnet laut Helfmann 300 Interessenten, die Hälfte davon aus Eppertshausen. Wiederum die Hälfte dieser Eppertshäuser hätten Kinder und würden damit bei der Vergabe bevorzugt. Pro Kind (bis maximal drei Kinder) gewährt die Gemeinde zudem einen Zwölf-Prozent-Rabatt für das Grundstück. Der Gutachterausschuss werde die aktuellen Preise „Anfang März“ festlegen, danach könne der Verkauf erfolgen, so der Bürgermeister. Helfmann rechnet inzwischen mit einem Preis von 350 Euro pro Quadratmeter – für den eine Familie mit drei oder mehr Kindern allerdings den maximalen 36-Prozent-Rabatt bekäme. (jd)

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