Junge Eppertshäuser feiern Traditionsfest auch ohne Party und Umzug

Kerb mit Einheitsfeier kombiniert

Unter besonderen Bedingungen verlas der neue Kerbvater Jens Murmann seinen ersten Kerbspruch.
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Unter besonderen Bedingungen verlas der neue Kerbvater Jens Murmann seinen ersten Kerbspruch.

Die Eppertshäuser Kerb hat eine wechselvolle Geschichte. Nach vielen und gefühlt langen Jahren riefen engagierte Eppertshäuser vor zehn Jahren die Feierlichkeiten zur Kirchweih wieder ins Leben zurück.

Eppertshausen - Das Komitee aus Vertretern der Kerbjahrgänge, der Kirchen und Vereine sowie der Gemeindeverwaltung organisiert seither die Kerb mit viel Ideenreichtum, Freude und Mut zur Innovation. So ging Eppertshausen 2017 beherzt voran und vergab das Amt des Kerb-Oberhaupts an eine Frau. Bis 2019 führte Katharina Schröder als Kerbmutter den Kerbumzug an, verlas den Kerbspruch und wurde mit ihrer besonderen Art, die Fröhlichkeit und Eleganz kombinierte, zum Gesicht der Traditionsveranstaltung.

Als neuer Kerbvater trug Jens Murmann in diesem Jahr erstmals den Kerbspruch vor. Seine Premiere unter nie da gewesenen Bedingungen fügt der wechselvollen Geschichte der Eppertshäuser Kerb ein weiteres Kapitel hinzu. Denn wegen der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr keinen Kerbumzug, keine Party, keinen Familiennachmittag, und auch der Kerbbaum konnte nicht unter dem Applaus einer großen Gästeschar aufgestellt werden.

Kirchweih in Eppertshausen kehrt zu ihren Wurzeln zurück

„Die Kerbburschen und -mädels haben den Wunsch geäußert, eine Kirchweih mit ökumenischem Gottesdienst auszurichten. Auch ohne Umzug und Party war es ihnen wichtig, das ursprünglich kirchliche Fest zu feiern“, erklärt Bürgermeister Carsten Helfmann. Mit einem Hygienekonzept, das eine Kerbfeier in der Bürgerhalle ermöglicht, feierten 200 Eppertshäuser am Samstagnachmittag sowohl die Kirchweih als auch den Tag der Deutschen Einheit. Zu diesem Anlass waren die Bundestagsabgeordnete Astrid Mannes und der Europaabgeordnete Michael Gahler nach Eppertshausen gekommen.

Im Saal wurde der katholische Pfarrer Harald Röper von Kerbbursche Jona Weber unterstützt, der die biblische Erzählung des heiligen Samariters vorlas. Denn krankheitsbedingt konnte Johannes Opfermann von der evangelischen Friedensgemeinde den ökumenischen Gottesdienst nicht mitgestalten. Einige Widrigkeiten gab es also in diesem Jahr für den aktuellen Kerbjahrgang aus 29 jungen Leuten. Trotz aller Schwierigkeiten organisierten sie eine äußerst gelungene Mischung aus Kerb-Gottesdienst, Einheitsfeier und fröhlichem Beisammensein mit gebotenem Abstand.

„Corona-Edition“ mit dem Tag der Deutschen Einheit kombiniert

Gottesdienst und Kirchweih gehörten in der komprimierten „Corona-Edition“ mehr denn je zusammen. So hielt nach Pfarrer Röpers Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitiger Hilfestellung Kerbvater Jens die Kerbrede. Er stellte schon eingangs klar: „Kerb ist nicht nur Sauferei, uns geht’s um die Kirchweih.“ Mit einem Augenzwinkern berichtete er von der Waldstraße, die im vergangenen Jahr zum Knöllchenwald geworden war und vom Glasfaserausbau, der zuweilen für Stromausfälle gesorgt hatte. Seine kleine Anekdote von der Begegnung des Pfarrers mit Helene Fischer brachte auch den Geistlichen zum Schmunzeln.

Nach einer fulminanten Rede stieg Kerbvater Jens von seiner Leiter, nicht ohne den Gästen noch ein paar hoffnungsvolle Worte mitzugeben: „Das Jahr war diesmal für die Fieß, das nächste Jahr wird nicht so mies.“

zeta

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