Kirchen aus Münster, Altheim und Eppertshausen

Familien-Gottesdienst im Zirkuszelt

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Clown Richard aus Peru brachte eine professionelle künstlerische Note in den Gottesdienst..

Eppertshausen - Wenn Münsters katholischer Pfarrer Bernhard Schüpke den Zirkusdirektoren gibt, sich Eppertshausens katholische Gemeindereferentin Claudia Schöning als Eisbär verkleidet und Münsters evangelische Pfarrerin Kerstin Groß die Manege für Clownerie und Artistik freigibt, muss das eine wirklich außergewöhnliche kirchliche Veranstaltung sein: Mit dem ersten Familien-Gottesdienst im Zirkuszelt an der Thomashütte betraten die fünf Gemeinden erfolgreich Neuland. Von Jens Dörr 

350 Menschen nahmen am Samstagnachmittag am ökumenischen Zirkus-Gottesdienst unter der Zirkuspuppel an der Thomashütte teil. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte nach vollbrachter 75-Minuten-Aufführung Regina Schindler-Christe, die in der Münsterer Pfarrei St. Michael arbeitet, unter anderem an der Erstkommunion und an Kinder- und Familien-Gottesdiensten mitwirkt. Sie hatte sich am Samstag ins Clowns-Outfit geschmissen und führte im Wechsel mit Schüpke, Schöning und Groß durch das Programm, an dem noch viele weitere Personen aktiv mitwirkten (siehe Infokasten).

Der Zuspruch habe die Erwartungen wohl sogar übertroffen, wurde beim Resümee der Gemeinden deutlich. „Es war ja auch für uns Neuland“, meinte Groß, während ihre Mitstreiter und sie mehrfach den persönlichen Dank von Besuchern für die Zirkusshow, pardon: den Familien-Gottesdienst, entgegennahmen.

Eppertshausens katholische Gemeindereferentin Claudia Schöning erzählte als Eisbärin ein Gleichnis.

Entwickelt worden war die Idee, Glaubensinhalte in einen bei Kindern meist sehr beliebten Rahmen zu verpacken, im ökumenischen Arbeitskreis. Ihm gehören Vertreter der evangelischen und katholischen Gemeinden in Münster und Eppertshausen sowie der Altheimer Protestanten an. Das Vorhaben, Kirche unters Zirkusdach zu bringen, konnte auch aufgrund der örtlichen Situation in professionellem Ambiente umgesetzt werden: Alex Ramien, der die Thomashütte betreibt und selbst Motorrad fahrender Artist im „Globe of Speed“ ist, hat auf dem Gelände nahe Eppertshausen nicht nur drei Zirkuszelte stehen, sondern ist auch in der Künstlerszene bestens vernetzt. Dadurch fand der peruanische Clown Richard seinen Einzug ins Gottesdienst-Programm. Das Zelt stellte Ramien kostenlos zur Verfügung.

In gebührender Dosierung – den größeren Teil der Vorstellung machten zirkustypische Elemente aus – flossen Glaubensinhalte in den Nachmittag ein. Er stand besonders unter dem Motto „Talente“; dies verbanden die Protagonisten mehrmals mit der Aussage, dass davon jeder welche besitze. „Ob Groß oder Klein: Jeder kann etwas!“, betonte etwa Schüpke und sah dabei vor allem in die Augen der Kinder, die meist im Kindergarten- oder Grundschulalter waren. Ähnliches verdeutlichte auch Schöning mit einem Gleichnis, in dem sie zudem das Rätsel um ihr Bärenkostüm löste.

Dass „im Zirkus auch mal was daneben gehen“ könne, wie Schüpke gleich zu Beginn den Druck vor allem von den jungen Beteiligten genommen hatte, erfuhr wenig später ausgerechnet ein absoluter Experte seines Fachs: Der Münsterer Einrad-Weltmeister Carsten Schmidt konnte seine Einlage nicht so spektakulär wie geplant durchführen - der ungewohnt wackelige Bretterboden im Zirkuszelt ließ dies nicht zu.

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