Kommunalwahl: SPD zweitstärkste Kraft / FDP holt aus dem Stand fast zehn Prozent

Eppertshausen: CDU holt absolute Mehrheit

Die CDU kann in Eppertshausen weitere fünf Jahre lang Ortspolitik weitgehend nach eigenem Gusto machen: Bei der Kommunalwahl am Sonntag holten die Christdemokraten gemäß dem vorläufigen Endergebnis 63,24 Prozent der Stimmen.

Die meisten Wähler in Eppertshausen stimmten am vergangenen Sonntag für die CDU.

Eppertshausen – Dies entspricht 15 von 23 Sitzen in der Gemeindevertretung und einer gut gepolsterten absoluten Mehrheit. Dass die CDU gegenüber der Wahl 2016 rund neun Prozent einbüßte, hing im Wesentlichen damit zusammen, dass mit der FDP eine dritte Partei ihr Comeback feierte. Sie holte aus dem Stand 9,87 Prozent und zieht mit zwei Personen ins Ortsparlament ein. Die SPD hielt ihr Ergebnis von 2016, strich mit 26,9 Prozent etwa ein Prozent weniger ein als vor fünf Jahren.

Dabei schienen die Sozialdemokraten nach dem Trendwahl-Zwischenstand deutlich zuzulegen, gingen am Sonntagabend mit 34 Prozent ins Bett. Am Montagnachmittag waren es sieben Prozent weniger: Die CDU hatte gegenüber den Listenkreuzen durchs Kumulieren und Panaschieren zwischenzeitlich fünf Prozent gutgemacht, die FDP zwei Prozent.

Die Liberalen, die mit Thorsten Weber und Politneuling Stephanie Schultheiß in die Gemeindevertretung einziehen werden, verpassten ein zweistelliges Resultat nur knapp und holten ihre Stimmen offenbar fast ausschließlich bei bisheriger CDU-Wählerschaft. „Unser personelles Angebot war sehr gut“, sagte FDP-Spitzenkandidat Weber. Dies zeige, dass die später ausgezählten „Personenkreuze“ die Freien Demokraten noch einmal nach oben gehievt hatten, gleichwohl es nicht mehr für ein drittes Mandat reichte.

Auf Platz drei der FDP-Liste landete Jungspund Jonah Weber, der sich von Platz fünf verbesserte. Er darf aber nicht damit rechnen, noch ins Parlament nachzurücken: Die FDP hat nach Berechnung unserer Zeitung nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren kein Anrecht auf einen Sitz im Eppertshäuser Gemeindevorstand erworben, dem neben dem hauptamtlichen Bürgermeister Carsten Helfmann vier ehrenamtliche Christ- und zwei ehrenamtliche Sozialdemokraten angehören werden. Hinsichtlich eines Postens im Gemeindevorstand habe man aber ohnehin „keine Ambitionen“ verfolgt, so Weber.

SPD-Spitzenkandidat Günter Schmitt wirkte etwas enttäuscht, dass seine Partei den temporären Zuwachs vom Trendwahl-Ergebnis bis zum finalen Ergebnis wieder vollständig abgab. Er müsse sich das „erst mal in Ruhe angucken“, bevor er eine Bewertung des Resultats abgeben könne. Aktuell wären neben Schmitt für die SPD auch Monika Reinecke, Manfred Hechler, Kai Schmidt, Reimund Viertl und Andreas Karl im Parlament. Geht von ihnen jemand in den Gemeindevorstand – dem bisher zum Beispiel Viertl angehörte –, rücken Bewerber hinter dem aktuellen Spitzensextett nach.

Für die CDU hatte Spitzenkandidat Helfmann, der freilich reine Werbefigur war und sein Hauptamt als Bürgermeister nicht fürs Ehrenamt als Gemeindevertreter niederlegen wird, mit einem Resultat von „58 bis 60 Prozent“ gerechnet. Die mehr als 63 Prozent bewertete er entsprechend als „Bestätigung unserer Arbeit“.

Zieht man in Gedanken Helfmann schon mal ab und auch den schlussendlich zweitplatzierten Lutz Murmann – der Banker fängt im April auf der Gemeinde Eppertshausen an und kann daher kein Mandat annehmen – und lässt mögliche „Abwanderungen“ in den Gemeindevorstand unberücksichtigt, würden folgende 15 Personen die Eppertshäuser CDU-Fraktion 2021 bis 2026 bilden: Ann-Katrin Brockmann, Stephan Brockmann, Michael Kramer, Charles Ross, Rita Filipp, Christine Filipp, Ewald Gillner, Judith Quadflieg, Michael Crößmann, Hans-Dieter Lehnen, Peter Schilling, Andrea Gruber, Michael Neubecker, Heiko Dieter Geiter und Thomas Fassinger.

Einige von ihnen werden sich unter anderem auf die drei Fachausschüsse der Eppertshäuser Gemeindevertretung verteilen, in denen zunächst je vier CDU- und zwei SPD-Parlamentarier Anrecht auf die je sechs Sitze haben. Der FDP bliebe in den Ausschüssen nach jetzigem Stand nur die passive Zuschauerrolle ohne Rederecht. (Von Jens Dörr)

Rubriklistenbild: © Patrick Scheiber/imago-images

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