Mira-Lobe-Schulleiterin feierlich verabschiedet

Jutta Meier geht in den Ruhestand

Mit einem originellen Sketch würdigte die dritte Klasse der Mira-Lobe-Schule ihre ehemalige Englischlehrerin.
+
Mit einem originellen Sketch würdigte die dritte Klasse der Mira-Lobe-Schule ihre ehemalige Englischlehrerin.

Jutta Meier geht in den Ruhestand. Die Leiterin der Eppertshäuser Mira-Lobe-Schule wurde von den Schülern und Kollegen feierlich verabschiedet.

Eppertshausen – „Lehrerin, die: ist eine Person, die alles daran setzt, ihren Schülern die besten Chancen zu eröffnen. Sie ist Welterklärerin, Benimm-Trainerin, Zirkus-Dompteurin und manchmal auch Ersatz-Mama.“ So ist es auf einer Postkarte zu lesen, die sozusagen mit einem Augenzwinkern die vielfältigen Aufgaben einer Grundschullehrerin beschreibt.

Das Kollegium der Mira-Lobe-Schule in Eppertshausen hat die Karte ausgewählt, um zu zeigen, was neben dem regulären Unterricht noch alles zum Schulalltag gehört.

Meike Naggatz, Konrektorin an der Mira-Lobe-Schule, fügte der Postkarte noch viele weitere Aufgaben hinzu. Denn eine Lehrerin kann auch Brandschützerin, Fischerin und Fußballerin sein. Das hat Jutta Meier, die nun mit einer Feierstunde in der Eppertshäuser Bürgerhalle in den Ruhestand verabschiedet wurde, in ihrer Zeit als Lehrerin, stellvertretende Schulleiterin und Rektorin oft bewiesen. Als der Keller der Schule unter Wasser stand, rettete sie Schulbücher und -hefte, wurde bei der Brandschutzerziehung zur Feuerwehrfrau und tauschte bei der Mini-WM das Mathebuch gegen die Schiedsrichter-Pfeife.

Jutta Meier teilte Freude, trocknete Tränen, hörte zu, unterstützte, kurz: Sie begleite ihre Schüler durch die ersten Schuljahre mit einem klaren Ziel. Selbstbewusst und fröhlich, ausgestattet mit Wertschätzung für sich selbst und andere sollen die Kinder aus der Mira-Lobe-Schule entlassen werden, um ihren Weg mit Selbstvertrauen und Zuversicht weitergehen zu können. Dafür steht sinnbildlich das Logo der Schule, die Pusteblume, von der sich nach und nach die kleinen Schirmchen lösen und leicht davon schweben, um woanders Wurzeln zu schlagen.

Jutta Meier

Zudem unterrichtete die 64-Jährige viele Schüler-Generationen in verschiedenen Fächern. In ihrem Sketch „Die Englisch-Stunde“ stellten die Drittklässler die erste Englisch-Stunde bei ihrer neuen Lehrerin und Nachfolgerin von Jutta Meier dar. Rund um die Frage „Where is Mrs. Marple?“ (Wo ist Frau Meier?) rankten sich etliche Ideen, was ihre bisherige Lehrerin nun im Ruhestand so alles machen könnte. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Reisen, Gartenarbeit, Lesen oder „einfach Zeit haben“, wie Meier im Vorfeld der offiziellen Verabschiedungsfeier sagte.

Einerseits freue sie sich auf die neue Lebensphase, andererseits sei es schade, gerade jetzt die Mira-Lobe-Schule verlassen zu müssen. Denn so wie Meier die Schule geprägt hat, so hat auch die Einrichtung großen Einfluss auf das Leben der engagierten Pädagogin gehabt. 1992 begann der Aufbau einer Schule mit Förderschwerpunkt Sprachheilförderung. Damals noch als Abteilung der bestehenden Wendelinus-Grundschule in Klein-Umstadt. Meier gehörte damals zu den vier Gründern der Abteilung, baute den Förderschulzweig weiter aus bis zur Eigenständigkeit als „Schule am Amorbach“.

Seit dem Umzug nach Eppertshausen 2010 ist Jutta Meier Leiterin der Schule, die in Mira-Lobe-Schule umbenannt wurde. In den letzten beiden Jahren, in denen sie als Rektorin der Verantwortung trug, konnte Meier den Eltern, Schülern, dem Kollegium und sich selbst mit der Ganztagsschule einen lang gehegten Wunsch erfüllen.

Da das sehr individuelle Konzept der Mira-Lobe-Schule sich nicht so einfach in die bestehenden Konzepte einordnen lässt, dauerte die Aufnahme in den Nachmittagspakt einige Zeit. Doch nun können die Kinder bis 14.30 Uhr auch an der Eppertshäuser Schule betreut werden. Zum pädagogischen Konzept gehören die beiden Schulhunde Mo und Kalle, um die sich die Schüler verantwortungsvoll kümmern und die die Kinder durch den Schulalltag begleiten (wir berichteten). Reitstunden in Kooperation mit umliegenden Reiterhöfen sind ebenfalls Teil des Unterrichts. In Patenklassen und dem Schülerrat werden demokratische Verfahrensweisen ausprobiert.

All das hat Jutta Meier als Lehrerin – mithin als Welterklärerin, Benimm-Trainerin und Zirkus-Dompteurin – an die Schule gebracht. Wen wunderte es da, dass der Abschied allen Beteiligten schwer fiel. (zeta)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare