„Für alle Eltern das beste“

Mit negativem Corona-Test in die Kita

Auch an der Kita St. Sebastian ist schon ein Fall bei einer Erzieherin oder einem Erzieher aufgetreten.
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Auch an der Kita St. Sebastian in Eppertshausen ist schon ein Fall bei einer Erzieherin oder einem Erzieher aufgetreten.

In zwei Kindertagesstätten testet die Gemeinde Eppertshausen bei Darmstadt ein Corona-Testsystem. Zweimal pro Woche sollen die Kinder daheim getestet werden.

Eppertshausen – Die Gemeinde Eppertshausen startet mit einem Pilotprojekt in die neue Woche. Ab Dienstag ist geplant, die Kinder in den Kindertagesstätten Sonnenschein und St. Sebastian mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen. Das soll analog zu den Schulen zweimal wöchentlich mit Tests geschehen, die nur im vorderen Nasenbereich (maximal 2,5 Zentimeter) genutzt werden.

Verpflichtend sind die Tests nicht, allerdings hofft Bürgermeister Carsten Helfmann auf eine hohe Beteiligung von mindestens zwei Drittel. Dabei appelliert er an die Vernunft der Eltern. „Wir wollen dafür sorgen, möglichst wenige Quarantänefälle zu haben“, sagt Helfmann. „Das ist schließlich auch für alle Eltern das beste.“

Corona-Tests an Kitas in Eppertshausen: Positiv getestete Kinder als Entscheidungsgrundlage

Grundlage für die Entscheidung, das Pilotprojekt als einzige Kommune zu starten, waren zwei positiv getestete Kinder in der Kita Sonnenschein vor zwei Wochen, eine positiv getestete Erzieherin oder positiv getesteter Erzieher der Kita St. Sebastian vor zehn Tagen sowie aktuell ein positiv getestetes Kind in der Stephan-Gruber-Schule.

Bei den Tests haben sich Gemeinde und Kita-Leiterinnen für den Nasenabstrich und gegen den Lolly-Test entschieden. Zwar sei der spielerische Lolly-Test für Kinder leichter, weil sie das Stäbchen nur lutschen müssen, es dazu ein Lied gibt und obendrein alle Kinder getestet wären. „Dann würden die Kinder aber vorher schon miteinander spielen und bei einem positiven Ergebnis müsste trotzdem jeder Kontakt in Quarantäne“, sagt Bürgermeister Helfmann.

Corona-Infektionen in der Kita Sonnenschein waren ein Grund für die Gemeinde Eppertshausen, das Selbsttest-Pilotprojekt zu starten.

Corona-Tests in Kitas: Eppertshausen als Pilotprojekt

Ziel ist es, dass möglichst viele Eltern ihre Kinder montags und mittwochs daheim testen und ihnen anschließend den negativen Test mit in die Einrichtung geben, damit erkrankte Kinder schnell gefunden werden und somit die Quarantänebestimmungen abgekürzt werden können. „Uns ist klar, dass da auch Eltern den Test machen könnten, und den dann ihren Kindern mitgeben“, sagt Helfmann.

„Aber das ist uns lieber als komplett ohne Test.“ Denn gerade mit Blick auf die deutlich ansteckendere brittische Virus-Variante geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass dann jeweils die gesamte Wohnungsgemeinschaft das Virus hat. Daher besteht bei Kleinkindern in der U3-Betreuung auch direkt die Möglichkeit, dass sich ein Elternteil testet.

Eppertshausen: Land Hessen übernimmt Hälfte der Kosten für Corona-Tests in Kitas

Und sollte der Test eine Infektion mit dem Coronavirus anzeigen, bitten Gemeinde und Kitas die Eltern, sofort die Einrichtungsleitung zu informieren und gemeinsam die weiteren Schritte abzustimmen.

Die Tests sind für die Eltern übrigens kostenlos, jeder erhält pro Woche zwei davon. Insgesamt hat Eppertshausen, die als einzige Gemeinde das Pilotprojekt durchführt, 2 400 Tests für 10 000 Euro gekauft, wovon das Land Hessen die Hälfte – als 5 000 Euro – bezahlt. Laufen soll das Pilotprojekt vier bis sechs Wochen, anschließend könnten andere Kitas nachziehen. (Lars Herd)

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