Neujahrsempfang der SPD

Kein Wort zur Bürgermeisterwahl

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Ins neue Jahr ist die SPD mit ihrem Neujahrsempfang im Haus der Vereine gestartet. - Foto: Just

Eppertshausen - Für den Koalitionsvertrag in Berlin stimmten über 75 Prozent der SPD-Mitglieder. Dafür wurde gerungen, auch in Eppertshausen, wie der Neujahrsenpfang der SPD nun bestätigte. Von Michael Just

Während Vorsitzender Manfred Hechler in seiner Rede heraushob, dass der Vertrag viel Zustimmung brachte und sich dadurch die Wunden der Agenda 2010 korrigieren lassen, teilt Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Larem diese Meinung nicht ganz. Er hätte die CDU/CSU in eine Minderheitenregierung geschickt, in der sie hätte beweisen sollen, ob sie fähig zum Regieren ist.

Seit einigen Jahren findet der Neujahrsempfang im Haus der Vereine statt. In gelöster Atmosphäre wurde auf 2014 angestoßen, dazu ein kleiner Imbiss gereicht. Die junge Band „Never Try“ spielte moderne Stücke aus dem Pop-Bereich. Bevor Gelegenheit zum persönlichen Austausch bestand, sprachen Manfred Hechler und Hans-Joachim Larem zu den rund 50 Besuchern, die in der Mehrzahl aus Parteimitgliedern und Vereinsvertretern bestanden. Als Ehrengast war die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann gekommen.

Mit „durchwachsen“ bilanzierte sie 2013 für ihre Partei. In Hessen befinde man sich bedauerlicherweise wieder in der Opposition – unter einem reinen Machtbündnis von CDU und Grünen. Den Koalitionsvertrag in Berlin sieht sie als positiv für die Themen Mindestlohn, Grundsicherungsrente, Bildung und eine neue Arbeitsmarktordnung, die mehr unbefristete Arbeitsverträge bringen könne.

Ein schwaches Bild

Zur Lokalpolitik kritisierte Manfred Hechler die Ausweisung immer neuer Baugebiete. „Damit werden Landschaften und die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen vernichtet“, so der Eppertshäuser. Für ihn wäre es sinnvoller, vorhandene Gebäude besser zu nutzen. Laut Hans-Joachim Larem tue die Gemeinde zu wenig für die Energiewende. Lediglich Tipps für die Bürger, wie sich Energie sparen lässt, seien ein schwaches Bild. Zudem erinnerte er daran, dass die SPD die Erhöhung der Kindergartengebühren abgelehnt hat. Es könne nicht sein, dass junge Familien mit Preisnachlässen für Bauplätze gelockt würden und auf die daraus resultierende Verknappung von Kindergartenplätzen mit einer Gebührenerhöhung reagiert werde.

Auffallend war, dass die führenden SPD-Lokalpolitiker beim Neujahrsempfang vom Pferdefleischskandal, dem Taifun auf den Philippinen, dem steigenden Aktienindex bis hin zu Edward Snowden vieles thematisierten, die Bürgermeisterwahl 2014 aber keinen Einzug in die Reden fand. Eine Anfrage ergab, dass eine Mitgliederversammlung im Februar und die Jahreshauptversammlung im März weiteres zu einem SPD-Bürgermeisterkandidaten bringen soll. Wie vor fünf Jahren scheint es für die Sozialdemokraten auch diesmal nicht leicht zu werden, einen Kandidaten zu finden und aufzustellen.

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

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Das mag auch daran liegen, dass das politische Interesse in der Gesellschaft rückläufig ist. Dem möchte die SPD 2014 mit einer Reihe von Veranstaltungen gegensteuern: Dazu gibt es einen Jazzfrühschoppen, Ausflüge und einen Kabarett-Abend. Die Angebote sollen neben der Unterhaltung auch die Möglichkeit zum Austausch bieten. Neu ist ein Monatstreffen im Haus der Vereine, in dessen Rahmen innovative Formen der Parteiarbeit sowie die Pflege persönlicher Kontakte im Mittelpunkt stehen. Jeweils auf den ersten Montag im Monat terminiert, soll es im Februar losgehen.

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