Lage der Kinderbetreuung aber angespannt

Noch reichen die zwei Kitas

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Spielzeit in der Kita St. Sebastian: Noch reichen die Kapazitäten mit „Sonnenschein“ sowie einigen Tagesmütter-Plätze für Eppertshausen aus. Ohne den Neubau einer dritten KiTa könnte es aber bald eng werden.

Eppertshausen – Zwei Kindertagesstätten gibt es in Eppertshausen derzeit: Die Kita „Sonnenschein“ in der Abteistraße und die von St. Sebastian neben der Bürgerhalle liegen kaum 200 Meter voneinander entfernt. Von Jens Dörr

Auch Tagesmütter tragen in der Gemeinde ihr Scherflein zur Behütung der Kleinsten bei. Die Lage bei den Betreuungsplätzen ist angespannt; die Idee, im Neubaugebiet „Am Abteiwald“ eine neue Kita zu bauen, wird unterdessen nicht mehr verfolgt.
In den beiden Kindergärten stellt die Gemeinde zusammen derzeit 196 Ü3-Plätze sowie 40 U3-Plätze bereit. Hinzu kommen elf Betreuungsplätze bei Tagesmüttern. „Es gibt immer mehr U3-Nachfrage“, skizziert Bürgermeister Carsten Helfmann einen der Trends. Hinzu kämen immer mehr Integrationsplätze, die durch den wesentlich größeren Betreuungsaufwand durch die Erzieher die Zahl der „normalen“ Plätze deutlich reduzieren: „Durch jeden Integrationsplatz fallen fünf andere Plätze weg“, rechnet Helfmann vor.

Auch der Zuzug von Flüchtlingskindern stelle eine Herausforderung dar. Hinzu kommt aktuell ein Eppertshäuser Sonderfall: In den Jahren 2014 und 2015 kamen in der Gemeinde deutlich mehr Kinder zur Welt als im Schnitt der Jahre zuvor und danach. Diese Kinder sind aktuell mitten im Kita-Alter. „Das waren aber wohl positive Ausreißer“, meint Helfmann. „Wenn diese beiden Jahrgänge in die Schule kommen, könnte sich die Lage durch die kleineren nachfolgenden Jahrgänge wieder ein Stück weit von allein regulieren.“

Allerdings gebe es neben der Frage, wie viele Eltern ihre Kinder schon im U3-Alter betreuen lassen wollen und wie viele Integrationskinder untergebracht werden müssen, weitere Unwägbarkeiten. Ins neue Wohngebiet „Am Abteiwald“ ziehen überwiegend Eppertshäuser, die schon jetzt im Ort wohnen. Sie hinterlassen in ihren derzeitigen Immobilien aber Platz für Neubürger, die womöglich von außerhalb nach Eppertshausen ziehen. „Hier wissen wir natürlich nicht, wie viele Kinder dann neu in die Gemeinde kommen.“

Derzeit reicht das Angebot gerade noch aus. „Wir haben eine Warteliste mit zehn Kindern“, so Helfmann, der aber ergänzt: „Dabei handelt es sich durchweg um Familien, in denen beide Elternteile zuhause sind.“ Die Kinder aus Eppertshäuser Familien, in denen beide Eltern oder zumindest ein Elternteil arbeiten, seien momentan alle untergebracht. Diese Familien genießen bei der Vergabe der Betreuungsplätze auch die erste und zweite Priorität.

Dass es weiter nur mit den Kitas „Sonnenschein“ und „St. Sebastian“ funktioniere, sei aus den beschriebenen Gründen aber kein Naturgesetz: „Es gibt Faktoren, die mich davon ausgehen lassen, dass es eng wird“, fasst Helfmann die Lage zusammen.

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Da hätte Eppertshausen eine weitere Kita im derzeit im Erschließungsprozess befindlichen Neubaugebiet „Am Abteiwald“ gut zu Gesicht gestanden. Lange gab es den Gedanken, einen Kindergarten an das geplante Seniorenzentrum anzugliedern, auch um dortige Infrastruktur – beispielsweise Küche und Speiseraum – womöglich gemeinsam zu nutzen und waldnah zu sein. Das wird laut Helfmann jedoch nicht mehr verfolgt: „Aufgrund der Flächensituation wären am Abteiwald nur ein oder zwei Kita-Gruppen möglich gewesen. Das wäre aber nicht nachhaltig.“

Eine dritte Tagesstätte an anderer Stelle in Eppertshausen könnte also bald zum Thema werden. Einen konkreten Standort hat die Gemeinde aber noch nicht ins Auge gefasst.

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