Attraktivität des Festes steigern / Katharina Schröder letztmals Kerbmudder

Ein Oberwatz für die Kerb?

Zum dritten und letzten Mal fungiert Katharina Schröder in diesem Jahr als Kerbmudder. Bürgermeister Carsten Helfmann verspricht, dass das Fest auch ohne Gründung eines Kerbvereins kaum gefährdet sei. Foto: jd

Eppertshausen – Bei einem Treffen im Haus St. Sebastian haben sich rund 30 junge Eppertshäuser getroffen, um über Neuerungen und Verbesserungen ihrer Kerb zu beraten. Dabei kamen einige Ideen zur Sprache, die in den kommenden Wochen näher verfolgt werden sollen. VON JENS DÖRR

Zum Treffen eingeladen hatte Katharina Schröder, die seit 2017 Eppertshausens Kerbmudder ist und in dieser Funktion unter anderem den Kerbspruch am Kerbsonntag vorträgt. Den Zuspruch zur Zusammenkunft sah sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Die Zahl von 30 Personen, die sich gemeinsam Gedanken um ihre Kerb machten, sei an sich ein guter Wert gewesen. „Allerdings kamen die Leute ausschließlich aus den Kerbjahrgängen“, bedauerte Schröder nach der Versammlung, dass darüber hinaus – etwa aus den Eppertshäuser Vereinen, die alljährlich mehr als nur ein Scherflein zum Gelingen der Veranstaltung am ersten Oktober-Wochenende beitragen – niemand gekommen sei. Der Altersschnitt habe – ihre Eltern und Lutz Murmann, die ebenfalls dabei gewesen seien, einmal ausgenommen – bei „Mitte 20“ gelegen. Die Kerbburschen und -mädchen der vergangenen zehn Jahre, in denen die Eppertshäuser Kerb erfolgreich reaktiviert wurde, sind zwischen 20 und 30 Jahre jung.

Generell dürfen sie in Eppertshausen mit der jüngeren Entwicklung ihrer Kerb zufrieden sein. Dennoch gebe es „viele Ideen“ zur weiteren Steigerung der Attraktivität, sagt Schröder.

Ins Detail wollte sie nach dem ersten Treffen noch nicht gehen, da die Ideen weiter beleuchtet und gegebenenfalls ausgearbeitet würden. Generell gehe es aber beispielsweise darum, „neue Traditionen für Eppertshausen zu schaffen und alte Traditionen wieder zu beleben“. Als Beispiel nannte sie die mögliche Wiedereinführung eines Oberwatz’, wie es ihn andernorts häufiger an Kerb gibt. Diese Person solle „eine Art Schreier sein, wie er mit den alten Rufen vor einigen Jahren noch dabei war“.

Der Umzug: „Ihn wollen wir noch schöner gestalten“, blickte Schröder voraus. „Wir wollen vor allem die Wagen noch schöner und sicherer machen.“ Nun gehe es in die Recherche und Ausarbeitung, wie man das – und die anderen Pläne – konkretisieren und womöglich schon zur Kerb 2019 in die Tat umsetzen könne. Für Mitte oder Ende Mai solle das nächste Treffen, in das sich jeder auch neu einbringen könne, terminiert werden.

Ein paar weitere Dinge zur Kerbzukunft sind bereits geklärt: Schröder wird dieses Jahr letztmals als Kerbmudder fungieren. „Dann habe ich es dreimal gemacht“, erläutert sie zum einen, dass sich die Sache nicht abnutzen solle. Zum anderen seien berufliche Gründe ausschlaggebend, so die junge Frau, die als Köchin weit weg vom Rhein-Main-Gebiet arbeitet. „Ich hoffe, dass ich das Amt im nächsten Jahr an einen würdigen Nachfolger übergeben kann.“

Der steht noch nicht fest – anders als andere Veränderungen, die schon bei der Kerb 2019 zum Tragen kommen werden. Wie bereits Ende des Vorjahrs beschlossen, soll der Kerbbaum nach einem Unfall 2018 niedriger werden, statt 18 womöglich nur noch elf, zwölf Meter hoch.

Bei der Gründung eines Kerbvereins gibt es derweil nichts Neues: Weiterhin fehlt jemand, der den Vorsitz eines solchen neuen Vereins übernehmen würde. „Wir selbst sind dafür alle noch zu jung“, geht Kerbmudder Katharina Schröder nicht davon aus, dass sich dafür jemand aus den Kerbjahrgängen des vergangenen Jahrzehnts finden lasse. Gerade jene, die zu den Ältesten zählten und nun auf die 30 zugingen, seien zudem oft beruflich und durch Familiengründungen in besonders stressigen Phasen. Sorgen um den Erhalt des viertägigen Fests mit Kerbbaumaufstellen, Umzug, Kerbparty, Kerbrede, Familiennachmittag, Vergnügungspark und Kneipenrummel müsse man sich, das machte Helfmann für das Kerbkomitee wiederholt deutlich, allerdings auch im Falle der weiter ausbleibenden Vereinsgründung kaum machen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare