Gäste lassen sich das Fest der Germania nicht verdrießen

Ohne Strom und Hausmeister

Eppertshausen - Dem Gesang liegt eine Frohkultur zugrunde. So verstehen es die meisten Gesangvereine, auch ausgezeichnet zu feiern. Deutlich wurde das beim Sommerfest der Germania am Sonntag: Vor der Bürgerhalle ließ sich ein ganzer Tag in geselliger Runde verweilen.

Rainer Möbius ging beim Karaoke bei der Germania mit gutem Beispiel voran.

Wer das nötige Sitzfleisch hatte, bekam Mittag- und Abendessen sowie dazwischen noch Kaffee und Kuchen. Der Tag startete am Morgen mit einer Matinee. „Zu der haben uns sieben befreundete Chöre zugesagt“, berichtete Germania-Vorsitzender Hans Müller. Jeweils drei bis vier Lieder sangen der Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen, der Liederkranz Hergershausen, der Sonntagsverein Nieder-Roden, der MGV und der AGV Münster, der KMGV aus Dieburg und der Frauenchor Frohsinn aus Ober-Roden. Die Gastgeber schlossen sich aufgrund ihrer Dienste dem Auftritt des KMGV Dieburg an.

Das Sommerfest war das zweite seiner Art. Erst seit 2017 ersetzt es das Maifest, das die Sänger zuvor über Jahre am Tag der Arbeit beim Haus Westermann und danach vor der Bürgerhalle ausrichteten. Durch die „Maifire“ der Feuerwehr am Vorabend des 1. Mai und wegen so manchem Aprilwetter, die in der Vergangenheit die Veranstaltung trübten, entschloss man sich, in den Sommer zu gehen. Der Zuspruch bei der Premiere 2017 ließ bisher keine Zweifel aufkommen, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Heute haben wir super Glück mit dem Wetter. Es scheint die Sonne, trotzdem ist es nicht zu heiß“, konstatierte Hans Müller am Wochenende und machte damit klar, dass auch die jüngste Veranstaltung wieder passte.

In zwei Schichten managten die Sänger den Tagesbetrieb. Personelle Unterstützung gab es vom OWK. „Im Gegenzug helfen wir bei dessen Oktoberfest“, kündigte der Germania-Vorstand an.

Der sah sich am Sonntag einmal vor eine schwierige Aufgabe gestellt, als in der Küche Teile der Elektrik ausfielen und die Zubereitung der Steaks beeinflussten. Hier hätte es des Hausmeisters bedurft. Auf den verzichten die meisten Nutzer aber lieber wegen der anfallenden Extrakosten. So muss der Hausmeister separat hinzugebucht werden. Ist er während der Veranstaltung anwesend, lässt sich das die Gemeinde mit 34 Euro pro Stunde vergüten. Bei Bereitschaft fallen je angefangener Stunde 17 Euro an. Die Germania hatte in der Küche vermutlich mit einer herausgeflogenen Sicherung zu tun, die Teile am Herd lahmlegte. Der Stromkasten war nicht zugänglich. Mit Improvisationstalent wurde die Sache aber gelöst.

Bilder: Passionsspiele in Eppertshausen

Um von 15 bis 17 Uhr Gäste anzuziehen und andere zum Dableiben zu bewegen, hatten sich die Organisatoren etwas einfallen lassen: Neben einer Happy Hour lud DJ Wolfgang Strittmatter zu Karaoke ein. Über 20.000 Songs standen zur Verfügung. Zum Anheizen hatte „Stritti“ mit Bruno Schulze und Rainer Möbius zwei Freunde aus der Veranstaltungsbranche mitgebracht. Möbius aus Dreieich stimmte gleich zu Beginn den Song „Night Calls“ von Joe Cocker an. „Wenn sich ein paar trauen, bricht das Eis“, meinte er. Bei den zumeist älteren Gästen hatte er allerdings einen schwierigen Stand.

Dafür trauten sich ein junges Mädchen: Sie hatten ihren Spaß, den Rodgau Montones Klassiker „Die Hessen kommen“ zu intonieren. (mj)

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