Opa Leo gab den Weg vor

Ann-Katrin Brockmann will für CDU in Eppertshausens Parlament

Will für die CDU erneut in die Eppertshäuser Gemeindevertretung - und auch in den Kreistag: die 25-jährige Ann-Katrin Brockmann.
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Will für die CDU erneut in die Eppertshäuser Gemeindevertretung - und auch in den Kreistag: die 25-jährige Ann-Katrin Brockmann.

Junge Kandidaten bei der Kommunalwahl: Die 25-jährige Eppertshäuserin möchte zum zweiten Mal ins Gemeindeparlament.

Eppertshausen – Nachwuchs und Talente sind nicht nur für Unternehmen, Sportvereine und Kulturträger wichtig; auch in der Politik sind sie gefragt. Eine gute Einstiegsmöglichkeit fürs politische Engagement bieten die Ortsparlamente, die die Hessen bei der Kommunalwahl am 14. März für die nächsten fünf Jahre neu bestimmen.

Doch wie sieht es mit frischen Kräften konkret bei den Parteien in Münster und Eppertshausen aus? Vorab: Es gibt sie zwar nicht im Überfluss, aber es gibt sie. In den Wochen vor dem Urnengang porträtieren wir von allen Wahllisten den jüngsten Kandidaten, die jüngste Kandidatin vor – sofern höchstens 30 Jahre alt.

Heute: Ann-Katrin Brockmann (25), die für die CDU Eppertshausen auf Listenplatz 3 antritt.

Mit ihren 25 Lenzen weiß Ann-Katrin Brockmann bereits, wie der kommunalpolitische Hase läuft: Für sie klingt in diesen Tagen die erste Legislaturperiode sowohl in der Eppertshäuser Gemeindevertretung als auch im Kreistag aus. Für die CDU kandidiert sie am 14. März erneut für beide Gremien – und geht in Eppertshausen fast von der Pole Position aus ins Rennen.

Denn Carsten Helfmann steht nur als christdemokratische „Werbefigur“ auf Listenplatz eins, wird sein Hauptamt als Bürgermeister nicht fürs ehrenamtliche Mandat im Ortsparlament aufgeben. Der „echte“ Spitzenkandidat ist damit auf Listenplatz zwei Stephan Brockmann, aktuell Vorsitzender der Gemeindevertretung. Dahinter folgt schon seine Tochter Ann-Katrin, die bereits bei der Wahl 2016 durchs Kumulieren und Panaschieren einige Plätze gutmachte – meist eher ein Merkmal „gestandener“ Kandidaten denn blutjunger Neulinge.

Ann-Katrin Brockmanns politischer Einsatz hat ebenfalls ein Familienmitglied maßgeblich initiiert: „Insgesamt geht mein politisches Interesse und Engagement in der Hauptsache auf meinen Großvater Leo zurück“, sagt sie. „Ich habe immer viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht und mich schon früh mit beiden über Politik, vor allem Kommunalpolitik, unterhalten. Die Eppertshäuser Gemeindepolitik war bei uns zu Hause großes Thema, da meine Oma und mein Vater damals beide aktive Kommunalpolitiker waren.“ Noch ganz genau erinnert sie sich an ein wegweisendes Gespräch mit Opa Leo(nhard) im Alter von 16 Jahren: „Er hat mir erzählt, wie viel ihm seine Heimat Eppertshausen bedeutet – und dass er sich wünscht, dass auch ich mich für unseren Ort einsetze.“ Was seine Enkelin fortan unter dem Einsatz vieler, vieler Stunden beherzigen sollte.

Die konkreten politischen Anfänge der 25-Jährigen, die als Bankberaterin arbeitet und die im Sommer ihr berufsbegleitendes Studium mit dem Bachelor in „Banking & Finance“ abschließen will, liegen in der Oberstufe: Auf der Alfred-Delp-Schule in Dieburg, wo sie 2014 ihr Abitur machte, brachte sie sich in der Schülervertretung und im Landkreis als Stellvertretende Kreisschulsprecherin ein. Bei der CDU wurde sie Mitglied, sobald es alterstechnisch möglich war. In der Schüler-Union wirkte sie bis in den Landesvorstand hinauf mit; im Eppertshäuser Ortsverband gehört sie dem Vorstand an. Für die Kreistags-Fraktion nimmt sie an den Sitzungen von Schul-, Kultur- und Sportausschuss, Jugendhilfeausschuss sowie Schulkommission teil.

Ermüdet haben die ersten fünf Jahre in Orts- und Kreisparlament den Twen aus Eppertshausen nicht, im Gegenteil, wie die erneuten Kandidaturen zeigen. „Generell macht es Spaß, die Rahmenbedingungen für das Leben in seinem Heimatort mitgestalten zu können“, sagt Brockmann. „Man erhält viele Informationen und Hintergrundwissen. Man erlebt Demokratie und Toleranz. Man lernt viel über Entscheidungswege und Entscheidungsprozesse.“ Zudem gebe es in der CDU Fraktion „einen tollen Teamgeist, als Fraktion am großen Ziel zu arbeiten“.

Thematisch wolle sie sich „besonders für die Interessen von Kindern, jungen Menschen und Familien einsetzen. Als junge Kandidatin sind mir hier die Bedürfnisse einfach am besten bekannt.“ Gleichzeitig zeichne sich gute Politik ihrer Meinung nach dadurch aus, dass sie die Interessen möglichst aller Generationen, Bevölkerungsschichten und Interessensgruppen ausgewogen berücksichtige.

Lokal nennt Brockmann „gesunde Finanzen die Voraussetzung dafür, dass überhaupt Gestaltungsspielraum entsteht. Das ist in Eppertshausen gegeben.“ Daher könne es sich die Gemeinde zum Beispiel leisten, die Kinder- und Jugendarbeit der Kirchen und Vereine zu unterstützen. Verbessert sähe CDU-Kandidatin gern die ÖPNV-Anbindung – etwa hinsichtlich einer engeren Taktung der Züge gen Frankfurt und mehr Schnellbus-Verbindungen von Eppertshausen über Dieburg nach Darmstadt. Die Verschönerung der Hauptstraße und die Belebung des Franz-Gruber-Platzes etwa durch einen Wasserspielplatz sind ihr ebenfalls Herzensanliegen. Und, wenn Geld keine Rolle spielte: ein naturnaher Park für alle Generationen, mit viel Grün, einem Volleyball-Feld und Grillplätzen. „Das wäre was“, lächelt sie. Bis dahin könne man auch das örtliche Wegenetz noch optimieren, etwa durch Routen, die auch für Rollerblades geeignet sind.

Und was macht Ann-Katrin Brockmann gern, wenn Job, Studium und politischer Einsatz noch ein bisschen Luft lassen? Fußball bei den Freizeitkickern, Squash und Tanz mit den Eppertshäuser Settchen zählt sie auf. Zudem freue sie sich auf den nächsten Urlaub am Gardasee, wenn Corona den wieder zulässt. Dann wird sie ob des sicheren dritten Listenplatzes erneut ein Mandat für die Eppertshäuser Gemeindevertretung gewonnen haben – und ob CDU-Listenplatz 13 bei der Kreiswahl stehen die Chancen auch auf einen erneuten Einzug in den Kreistag gut: Schließlich kletterte die Eppertshäuserin vor fünf Jahren fast vom scheinbar aussichtslosen Listenplatz 40 auf 17 und rein ins Darmstadt-Dieburger Parlament. (Von Jens Dörr)

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