Solbach der neue Jesus

Passionsspiele: Rund 200 Mitwirkende

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An Karfreitag wird Eppertshausens Rathaus-Platz zum fünften Mal Ort der Passionsspiele. Das Foto stammt aus 2015, als Alexander Neiss die Rolle von Jesus Christus spielte.

Eppertshausen - Zum fünften Mal läuft Jesus Christus am Karfreitag den Kreuzweg durch Eppertshausen. Dann stehen die Passionsspiele an – mit neuer Besetzung. Von Jens Dörr 

Alle drei Jahre wieder: In diesem Turnus finden in Eppertshausen Passionsspiele statt. Nach der Premiere 2006 und der letzten Aufführung 2015 ist es in diesem Jahr aufs Neue und zum insgesamt fünften Mal soweit. Am Karfreitag (30. März, Beginn um 12 Uhr auf dem Rathaus-Platz, Prolog ab 11 Uhr) zeichnen rund 200 Mitwirkende – Schauspieler, Statisten, Chöre und Instrumentalisten – den Leidensweg von Jesus Christus nach. Dabei wird es einen neuen Hauptdarsteller geben. 2012 sowie 2015 hatte Alexander Neiss die Rolle von Jesus Christus übernommen. Wie Gisela Belzer, Vorsitzende des Vereins Passionsspiele Eppertshausen, mitteilt, übernimmt diesen Part 2018 Michael Felix Solbach. „Er ist in Groß-Zimmern kirchlich involviert, unter anderem in der dortigen Jugendarbeit der Gemeinde“, sagt Belzer. Zudem entspricht Solbach – bärtig, lange dunkle Haare – dem Aussehen, mit dem Jesus Christus in der Regel verbunden wird.

In diesem Jahr übernimmt diesen Part der Groß-Zimmerner Michael Felix Solbach.

Auf dem Rathaus-Platz, wo die Zahl der Sitzplätze gegenüber 2015 (als geschätzte 2 000 Zuschauer kamen) nochmals erhöht werden soll, spielen die Darsteller zunächst die Tempelreinigung, das letzte Abendmahl und den Verrat durch Judas Ischariot, der die Auslieferung an die Römer und schließlich die Kreuzigung einleitete, nach. Es folgen Verhör, Verspottung und Kreuzaufnahme sowie anschließend der Weg zur Kreuzigung, der durch einige Eppertshäuser Straßen führt und von vielen Statisten begleitet wird. Kreuzigung und Grablegung werden auf dem einstigen Friedhof zwischen Nieder-Röder Straße und Hauptstraße nachgestellt. Eine der Lehren aus 2015 sei, dass man dort mehr Sitzmöglichkeiten für die Zuschauer benötige, so Belzer. Dem will man am 30. März nachkommen, ebenso dem eigenen Wunsch nach einer noch besseren Beschallung auf dem Rathaus-Platz.

Um das wichtigste Ereignis, auf dem das Christentum beruht, zu Beginn der Ostertage eindrucksvoll darzustellen, greifen die Teilnehmer der Eppertshäuser Passionsspiele auf die Texte der Vorjahre zurück. Bei den Kostümen hingegen habe man einiges freiwillig und anderes gezwungenermaßen erneuert, erklärt Belzer. Dort, wo ein Teil der Kostüme gelagert wird, gab es einen Wasserschaden. Der beschädigte auch Kulissenteile. „Das ist ärgerlich, weil es ins Geld geht“, sagt die Vorsitzende. Schließlich erhebt der Verein für das Schauspiel keinen Eintritt, bittet am Rathaus-Platz lediglich um eine Spende. Einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Passionsspiele leisten zudem die im Programmheft geschalteten Anzeigen.

Passionsspiel in Eppertshausen

Musikalisch begleitet wird die Aufführung einerseits durch das Mandolinenorchester des Odenwaldklubs Eppertshausen, andererseits durch fünf Eppertshäuser Chöre. Involviert sind die Germania, der Liederkranz-Frohsinn, der Kirchenchor St. Valentin, der Chor St. Sebastian sowie der Kinderchor St. Sebastian. Am vergangenen Samstag fand unterdessen die erste Schauspiel-Gesamtprobe statt, der im März noch vier folgen werden. Die Generalprobe ist für den 24. März geplant. Einige Darsteller wird man auch andernorts bereits vor Karfreitag in ihren Gewandungen sehen können: Am Gründonnerstag besuchen sie kostümiert den Abendmahl-Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Sebastian.

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