Neuer Gemeindevertreter bei der Eppertshäuser CDU-Fraktion

Peter Schilling will Finanz- und Wirtschaftsexpertise einbringen

Peter Schilling ist neuer Gemeindevertreter der Eppertshäuser CDU.
+
Peter Schilling ist neuer Gemeindevertreter der Eppertshäuser CDU.

Vor einem Vierteljahrhundert ist Peter Schilling von Hamburg nach Eppertshausen gezogen. Und nun hat er es bei der Kommunalwahl Mitte März in die CDU-Fraktion der Eppertshäuser Gemeindevertretung geschafft.

Eppertshausen – „Ich bin der schwarze Peter“, sagt Peter Schilling eingangs des Interviews augenzwinkernd. Mit dem Reporter bleibt er danach freilich per Sie, was dem offenen und mitunter humorvollen Gespräch keinen Abbruch tut. Der 63-Jährige hat viel zu erzählen – nicht nur mit Blick auf seine Mitte März erfolgte Wahl in die CDU-Fraktion der Eppertshäuser Gemeindevertretung.

Sein Aufstieg von Listenplatz 17 auf 13 und sein Einstieg in die Kommunalpolitik sind der Anlass für die Unterhaltung, in der Schilling auch Themen aus Beruf, Familie und Freizeit streift. Und das sind in seinem Fall so einige.

Eigentlich wollte ich von Hamburg nicht weiter weg als bis zum Harz.

Peter Schilling, neuer Gemeindevertreter

Zunächst: Peter Schilling ist zwar gebürtiger Hamburger, wie ein ums andere Mal auch sein Zungenschlag verrät. Gerade feiert er aber sein Eppertshausen-Jubiläum, zog 1996 und damit vor genau einem Vierteljahrhundert in die Gemeinde mit dem Storch. Was einem „Zugereisten“ allein noch keinen Bekanntheits- und Anerkennungsgrad verschaffen würde, der für gute Kommunalwahl-Ergebnisse via Kumulieren und Panaschieren aber ziemlich wichtig ist. Doch dafür, dass ihn viele Eppertshäuser kennen (und offenbar schätzen), hat Schilling in der neuen Heimat viel getan.

Vor 25 Jahren war es der Job, der den Banker nach Südhessen verschlug. „Eigentlich wollte ich von Hamburg nicht weiter weg als bis zum Harz“, sagt Schilling lachend. Diese Entfernung verdoppelte er schließlich locker, als er sich erfolgreich um die ausgeschriebene Führungsposition bei der Volksbank Eppertshausen bewarb. Mehr als zwei Jahrzehnte lang lenkte er die Genossenschaftsbank im Vorstand mit. Sein Ausstieg 2018 fiel zufällig mit der Fusion der Volksbanken Eppertshausen und Dreieich zusammen: „Mein Ausstieg im Alter von 60 war lange im Voraus vertraglich geregelt worden.“

Für die CDU in der Gemeindevertretung: Auch die SPD wollte Peter Schilling haben

Im April 2020 wollte Schilling ein neues Kapitel aufschlagen: selbstständig, als Unternehmensberater – speziell für die Firmenphase, in der Gründer zwei, drei Jahre nach ihrem Start auf neue Herausforderungen treffen. „Dafür hatte ich verschiedene Kontakte vorbereitet und auch die ersten Beratungen durchgeführt“, blickt er zurück. „Dann kam Corona.“ Die virulente Lage bremste seine neuen Ambitionen erst mal aus. Zumindest die beruflichen.

Denn politisch tat sich vergangenes Jahr Neues auf: Schilling trat wieder in die CDU ein. Der Union gehörte er bereits zu seiner Zeit im Norden der Republik an, allerdings ohne Mandat in einem öffentlichen Gremium, stattdessen auf Parteiebene im Hintergrund. „Ich habe mich politisch nie exponiert“, sagt Schilling, der bei den Christdemokraten zwischenzeitlich sogar austrat. Dort ist er seit 2020 zurück und feiert nun sein Debüt als Mandatsträger in der Gemeindevertretung. Dort hätten Schilling in ihren Reihen auch gern die örtlichen Sozialdemokraten gesehen – die SPD fragte ihn vergangenes Jahr ebenfalls, ob er auf ihrer Liste kandidieren würde. „Ich stehe der wirtschaftlichen Seite aber näher als der klassenkämpferischen“, erläutert er seine Wahl.

Seit dem elften Lebensjahr beim Deutschen Roten Kreuz

Dabei dürften ihn viele Eppertshäuser nicht nur mit „Voba“ und Finanzen in Verbindung bringen, sondern auch mit sozialem Engagement: Seit 2019 und dem Tod von Manfred Beckmann führt Peter Schilling den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes. Zuvor war er Stellvertretender Vorsitzender des DRK Eppertshausen gewesen. Rotkreuzler ist Schilling seit seinem elften Lebensjahr. In die Junge Union war er „erst“ als 16-Jähriger eingetreten.

Das bürgerschaftliche Engagement treibt Peter Schilling, der auch DRK-Kreisvorsitzender war, seit seiner Jugend an. „Es tut ganz einfach Not, dass sich jeder einbringt“, findet er – und lebt es vielfältig vor. Im Eppertshäuser Ortsverein des Roten Kreuzes kümmere man sich aktuell darum, „dass wir uns breiter aufstellen“. Bei dieser Aufgabe wolle er als „Mentor und Motor“ fungieren.

Mitglied auch beim Eppertshäuser Odenwaldklub

Eine andere Selbstbezeichnung hat sich unterdessen geändert: „Ich bin nicht mehr der sture Hanseat“, sagt Schilling. Seine konservativ-bürgerliche Einstellung sei im privaten Umfeld aufgeweicht. „Ich bin Teil einer Patchwork-Familie“, führt er aus. Aus einer früheren Ehe hat er einen erwachsenen Sohn, mit seiner heutigen Ehefrau ein gemeinsames zwölfjähriges Kind und einen erwachsenen Stiefsohn.

Neben dem DRK hat sich Peter Schilling in der Eppertshäuser Vereinslandschaft auch via Odenwaldklub und Germania eingelebt. Zu seinen Hobbys zählt er außerdem das Segeln, Reisen und Motorradfahren. Beschäftigungen, die seit Corona-Ausbruch eingeschränkt sind, was für die Lokalpolitik nur bedingt gilt. Für die neue Aufgabe hat sich der frisch gebackene CDU-Gemeindevertreter in diversen Seminaren vorbereitet. Seinen inhaltlichen Schwerpunkt für die Legislaturperiode bis 2026 hat er schon ausgeguckt: „Wirtschaft und Finanzen sind mein Ding, zum Beispiel beim Gemeindehaushalt könnte ich fachlich etwas beitragen. Mein Herz würde deshalb am ehesten im Haupt- und Finanzausschuss schlagen.“ (Von Jens Dörr)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare