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Polizei nimmt Waldbewohner-Angreifer fest

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Von: Lars Herd

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Das Loch im Fenster des Wohnwagens ist durch das zugeschnittene Fenster in der Regenschutzplane noch gut zu sehen.
Das Loch im Fenster des Wohnwagens ist durch das zugeschnittene Fenster in der Regenschutzplane noch gut zu sehen. © Pelka

Die Polizei hat nach dem Angriff auf einen Waldbewohner in Eppertshausen zwei Schüler festgenommen. Die Suche nach dem dritten Täter läuft noch.

Eppertshausen – Nach dem Angriff auf einen Waldbewohner in Eppertshausen vor gut eineinhalb Wochen am 22. April hat die Polizei Südosthessen nun zumindest zwei der drei Tatverdächtigen festgenommen. Die bereits erwähnte dritte Person mit längeren schwarzen Haaren ist bisher noch nicht identifiziert, teilen die Beamten mit.

Wie bereits berichtet, rammten die Täter laut Polizei einen größeren Holzpfahl durch die Scheibe in den Wohnwagen. Das Loch ist noch gut zu sehen. Der Pfahl traf den darin sitzenden und lesenden Mann im Gesicht. Er erlitt Abschürfungen und einen Bluterguss unter dem rechten Auge. Schon am 20. April war das Opfer von den beiden männlichen Tätern bei einem ersten Angriff mit Pfefferspray besprüht worden. Auch haben die Angreifer sein Dreirad beschädigt. Zudem fehlt ein kleines Kofferradio.

Waldbewohner in Eppertshausen angegriffen: Nicht der erste Vorfall

Schon vor dem körperlichen Angriff sollen die Täter den Waldbewohner mit Pfefferspray attackiert haben. Neben diesen beiden Geschehnissen wurden den Beamten noch zwei weitere Vorfälle bekannt: So sollen die Verdächtigen bei einem ihrer Besuche zudem mit einem Messer vor dem 60-Jährigen herumgefuchtelt haben. Ferner sollen sie am vergangenen Dienstag auch einen Pflasterstein durch ein anderes Wohnwagenfenster geworfen haben. Hier blieb der selbst ernannte „Aussteiger“ glücklicherweise noch unverletzt.

Nun hat die Polizei also zwei 16-jährige Schüler aus Eppertshausen festgenommen, erzählte Thomas Leipold, Leiter der Pressestelle des zuständigen Polizeipräsidiums Südosthessen. Geholfen habe dabei auch die umfassende Berichterstattung in diesem Fall, wodurch die Polizei weitere wichtige Hinweise bekommen hat. Im Zusammenhang der Festnahme haben die Beamten auch die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht sowie deren Handy sichergestellt.

Bei der Vernehmung hätten sich die beiden Eppertshäuser einsichtig gezeigt und ihr Handeln weitgehend eingeräumt, berichtete Leipold weiter. Sie müssen sich nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Bedrohung verantworten. Nach der Befragung wurden beide wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen dauern noch an, unter anderem muss der noch unklare Hintergrund der Tat geklärt werden.

Eppertshausen: Großer Beistand für angegriffenen Waldbewohner

Die Hilfsbereitschaft für den 60-Jährigen ist derweil weiterhin groß, bestätigte Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann auf Nachfrage. So bekomme der Mann mehrfach Besuch von Bürgern. Auch für das angesprochene Müllproblem rund um den Wohnwagen des Waldbewohners bahne sich eine Lösung an. „Da haben sich Ehrenamtliche gemeldet, die den Müll einsammeln“, sagt Helfmann. Der gesammelte Abfall wird anschließend von der Gemeinde entsorgt.

Auch was das stark beschädigte Dreirad des Rentners angeht, auf das der Mann angewiesen ist, ist die Hilfsbereitschaft groß. So hat eine Bürgerin angeboten, den Schaden teilweise zu bezahlen. Den restlichen Betrag wollte die Gemeinde mit Sozialmitteln finanzieren. „Wenn sie die Täter jetzt aber gefunden haben, müssen sie das sowieso bezahlen“, sagt Helfmann. (Lars Herd)

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