Protest gegen Zaun als Mauerersatz

Erneut Probleme beim Parkplatzbau an Eppertshausens Hauptstraße

Die Mauer vor Friedhofstraße 26 (links) endet abrupt. Ein Zaun soll die Lücke zu Anwesen 24 schließen. Dagegen protestieren Anwohner.
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Die Mauer vor Friedhofstraße 26 (links) endet abrupt. Ein Zaun soll die Lücke zu Anwesen 24 schließen. Dagegen protestieren Anwohner.

Mauer oder Zaun, so lautet derzeit an der Hauptstraße 67 die Frage. Nachdem Streitigkeiten mit Nachbarn und der Abriss einer instabilen Mauer die Ausgestaltung des kommunalen Parkplatzes um ein dreiviertel Jahr verzögerten (wir berichteten), machen jetzt Anlieger aus der Friedhofstraße gegen das Projekt mobil, wollen wie andere Nachbarn zum Stellplatz hin eine Mauer statt eines Zaunes, wie von der Gemeinde vorgesehen.

Eppertshausen – Dort, wo nach sehr langer Zeit ruinösen und geschlossenen Zustands der ehemalige Supermarkt an der Hauptstraße 67 von der Gemeinde niedergelegt wurde, soll für rund 155 000 Euro ein Parkplatz mit insgesamt 28 Stellflächen entstehen. So beschlossen es die Gemeindevertreter im Mai 2019 mit ihrem Bebauungsplan „Hauptstraße 67“. Für das Projekt wurde im Vorfeld bereits die Verlegung einer südlich gelegenen Bushaltestelle beschlossen, die vor dem Parkplatz barrierefrei neu aufgebaut wird.

Nicht nur, dass der lange Jahre ungenutzte Naheinkaufsmarkt an der Hauptstraße 67 zu einem argen Schandfleck im Zuge der Ortsdurchfahrt verkommen war. Die Kommune kaufte die herunter gekommene Immobilie auch, weil sie Parkraum schaffen will, um die Hauptstraße vom sogenannten „ruhenden Verkehr“ zu entlasten. Zu oft verengen beidseitig geparkte Autos auf der Hauptstraße die Fahrbahn. Begegnen sich Lastwagen und Bus, staut sich schnell die Lage.

Das war alles unstrittig. Unfrieden indes kam bei einem Anlieger auf. Auf seinem Grundstück war – wohl bereits vom Vorbesitzer – eine Mauer zum Supermarkt hin errichtet worden, die sich als instabil erwies. Abreißen, noch dazu auf seine Kosten, wollte der Anlieger das in seiner Statik ungenügende Bauwerk nicht. Bis der Landkreis auf Betreiben der Gemeindeverwaltung einen Abriss-Entscheid verfügte.

Nun sind es Bewohner der Friedhofstraße 26, die sich „hinters Licht geführt“ fühlen, wie es Habi Zamadi ausdrückt. Seine Mutter wohnt in der Friedhofstraße 26, und an diesem Anwesen soll ein Gutteil der Begrenzung zum neuen Parkplatz „nun nur ein Zaun, statt der versprochenen Mauer sein“, wie er sagt. Und er verweist auf ein Schreiben eines Anwalts des Grundeigentümers, in dem der gegenüber einem Verwaltungsbediensteten seine Freude ausdrückt, dass „Sie der Errichtung einer Mauer auf zwei Meter bezüglich der Hohlblockmauer auf der gesamten Länge zustimmen“. Der Anwalt bat die Verwaltung „der guten Ordnung halber“ noch um Mitteilung, „aus welchem Material der Erhöhung der Mauer auf zwei Meter anstelle der Hohlblockmauer erfolgen“ solle.

Mittlerweile sind Fakten geschaffen worden. Zum Grundstück Friedhofstraße 24 hin ist auf gut 15 Metern eine massive, wuchtige, über zwei Meter hohe Betonmauer aus Einzelsegmenten errichtet worden. „Da kommt eine Wand hin, doch dort, wo vor das Grundstück 26 eine Mauer zugesagt wurde, soll nun nach Aussage der Bauarbeiter nur noch ein Zaun hin“, klagt Zamadi für die Mutter.

Laut Bürgermeister Carsten Helfmann habe zum Grundstück 24 hin schon vor dem Supermarkt immer eine Mauer gestanden. Die habe man freilich wieder eine errichten müssen. Nicht so verhalte es sich derart zum Grundstück Friedhofstraße 26. Dort sei eine Mauer illegal und in ihrer Statik gefährdet errichtet worden. Hier baue die Kommune nur einen Zaum. „Wir haben dem Eigentümer vorgeschlagen, auf eigene Rechnung eine genehmigungsfähige Mauer zu errichten. Wir wären auch bereit, unsere Kosten für den Zaun anteilig dazuzugeben“, sagt Helfmann. Und man komme nun den Anliegern mit dem Zaun dahingehend entgegen, dass die Stabgitter, eigentlich geplant auf eine Höhe von 1,50 Meter, auf zwei Meter erhöht und mit einem Sichtschutz versehen werden.

Die Inbetriebnahme des Parkplatzes soll noch in diesem Jahr sein. Das Land bezuschusst die Maßnahme laut Bürgermeister mit rund 180 000 Euro. Allerdings nur in bestimmter Frist, die durch Eröffnung – wohl Mitte Dezember – aber gewahrt werde. (Von Thomas Meier)

Einst war die Front gegen das Grundstück Hauptstraße 67 geschlossen. Allerdings war die Mauer irgendwann einmal illegal und instabil errichtet worden.

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