Schwere Vorwürfe von Vater des Opfers

Prozess um Geiselnahme: Zeuge widerspricht Angeklagtem 

Eppertshausen/Darmstadt - Im Darmstädter Prozess wegen Geiselnahme und Koranlernens unter Zwang hat der Vater des Opfers dem Angeklagten schwere Vorwürfe gemacht.

Er sei von dem 44-Jährigen mit dem Tod bedroht worden, sagte der Mann als Zeuge am Dienstag vor dem Landgericht. "Es gab ständig Streit in der Familie", sagte er. Der 61 Jahre alte Vater, er ist auch Stiefvater des Angeklagten, berichtete, der 44-Jährige habe ihn mit den Worten "Du hast Deine Kinder ungläubig erzogen" beschimpft und radikales Denken durchdrücken wollen.

Vor Gericht verantworten müssen sich der 44-Jährige und seine 37 Jahre alte Ehefrau. Sie sollen eine 28 Jahre alte Halbschwester des Angeklagten als Geisel genommen und gezwungen haben, Koranverse zu lesen und einen Schwur auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) abzugeben. Die Angeklagten stammen aus Afghanistan.

Der Zeuge beschrieb den 44-Jährigen auch als militanten Moslem, der sich in Afghanistan radikalen Gruppen wie dem IS angeschlossen habe. Damit widersprach er der Darstellung des Angeklagten, der geschildert hatte, er sei "nie Kämpfer" gewesen. Für den Prozess sind noch drei Verhandlungstage geplant. (dpa)

Streit um Koran in Suhler Flüchtlingsunterkunft

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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