Frühes Welken am Franz-Gruber-Platz

Rosskur für Kastanien

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Schon im Sommer lassen die Kastanien auf dem Franz-Gruber-Platz in Eppertshausen die Blätter fallen. Um diesen Solitär auf der Mitte des Platzes sowie um einen Baum am Platzrand ließ man jetzt Löcher bohren und mit speziellem Granulat für eine bessere Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen verfüllen.

Eppertshausen - Braune Blätter, Pilzbefall, Miniermotte – viele Umwelteinflüsse setzen dem Lieblingsbaum der Kinder immer mehr zu. Die traditionelle Rosskastanie droht, in Deutschland auszusterben. Die ersten Großstädte kapitulieren bereits und pflanzen kaum noch nach. Von Thomas Meier 

In Eppertshausen stemmen sich die Verantwortlichen noch gegen den Trend, versuchen auf dem Franz-Gruber-Platz zu retten, was noch zu retten ist. Auf dem großen Platz vor dem Rathaus sieht es so aus, als wäre der Herbst schon sehr weit fortgeschritten, so haben die Kastanien rund um den Platz ihre Blätter verfärbt. Statt in sattem Grün zu stehen, sind viele Blätter schon lange schlaff und braun, haben dunkle, fleckige Ränder.

Eigentlich sollte die Zeit, in der sich die Blätter der Bäume bunt färben, erst Anfang Oktober kommen. Dann erzeugen die Farbstoffe in den Blättern – vor allem das gelbe Karotin und das rote Anthocyan – schöne leuchtende Herbstfarben. Doch nicht nur Eppertshausens Kastanien welken viel zu früh.

Bereits seit einigen Jahren kränkelt diese urdeutsche Baumart. Gleich zwei Feinde setzen den markanten Bäumen zu: die sogenannte Miniermotte und ein tückisches Bakterium namens Pseudomonas. Dabei ist die Motte noch das deutlich kleinere Übel. Nach Auskunft der Fachleute ist der wahre Feind das Bakterium, das die Rinde befällt.

In Eppertshausen hofft man, dass die Kastanien am Gruber-Platz in diesem Jahr hauptsächlich wegen der lang anhaltenden Trockenheit so früh die Blätter hängen und fallen lassen. Bürgermeister Carsten Helfmann informiert, dass man bereits an Rettungsversuchen arbeitet. Als Mitte der 1980er Jahre der Platz angelegt wurde, wusste man noch nicht von der starken Verdichtung des Untergrundes, die es dem Wasser schwer macht, zu versickern. Eine Drainage für Parkbäume wurde einst jedenfalls nicht angelegt.

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„Jetzt versuchen wir nachzubessern“, sagt Helfmann. Versuchsweise habe man an zwei Bäumen des Platzes Löcher in einigem Abstand rund um den Stamm gebohrt und diese mit einem speziellen Granulat aufgefüllt. Einmal, damit Wasser dort künftig besser versickern und an die tieferen Wurzel gelangen kann. Und dann ist das wasserspeichernde Granulat auch mit Salzen und Dünger versetzt. Die Pflanzen sollen dadurch wieder schnell zu Kräften kommen.

Man hoffe, dass die Kur für die Rosskastanien auch anschlage, sagt der Bürgermeister.

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