Laster im Gewerbegebiet

Sanitärcontainer für Brummifahrer? „Wir ziehen uns die Lastwagen ins Gewerbegebiet“

Eine mobile Toilette und öffentliche Mülltonnen stehen im Park 45. Doch ob es einen Sanitärcontainer für Brummifahrer geben wird, muss noch beraten werden. 
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Eine mobile Toilette und öffentliche Mülltonnen stehen im Park 45. Doch ob es einen Sanitärcontainer für Brummifahrer geben wird, muss noch beraten werden. 

Auch wenn der Antrag der SPD, die Aufstellung eines Sanitärcontainers im Park 45 für Brummifahrer prüfen zu lassen, zunächst keine Mehrheit in der Gemeindevertretung fand, so gelangte er doch zur Beratung in die zuständigen Ausschüsse.

Eppertshausen – Die Genossen jedenfalls haben schon genaue Vorstellungen von ihrem Sozialprojekt erarbeitet. Sie stießen bei der Union damit allerdings auf Skepsis.

Willi Schmitt brachte den SPD-Antrag ein. Der Sanitärcontainer solle vornehmlich denjenigen LKW-Fahrern dienen, die im Park 45 Waren anliefern oder abholen.

Eppertshausen: Autobahn-Trucker im Gewerbegebiet - „unwürdige Zustände“

„Im Gewerbegebiet ist zu beobachten, dass recht viele Lastkraftwagen aus den unterschiedlichsten Zulassungsgebieten im In- und Ausland abgestellt werden“, führte Schmitt aus. Die Fahrer kämen teilweise in den Nachtstunden oder vor Wochenenden im Park 45 an, um fristgemäß ihre Ladung am kommenden Morgen oder Arbeitstag abzuliefern. 

Schmitt sagte: „Mit den zu beliefernden Unternehmen ist abzuklären, inwieweit sie von solchen Liefer- und Abholverkehren betroffen sind.“ Eppertshausen würde es gut anstehen, auch der sozialen Verantwortung gegenüber den Truckern, die ihr Leben unter teilweise unwürdigen Umständen fristeten, gerecht zu werden.

Eppertshausen: Sanitärcontainer für Autobahn-Trucker im Gewerbegebiet - Wer trägt die Kosten?

Dazu haben die Sozialdemokraten einen Aufgabenkatalog erarbeitet, der zunächst einmal die Auswahl eines Standortes – „eventuell neben dem vorhandenen Kiosk“ – mit entsprechendem Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss vorsieht. Die Größe und die entsprechenden Kosten für den Betrieb des Sanitärcontainers müssten ermittelt werden. 

Und er sollte mit einem entsprechenden Zugangssystem ausgestattet sein, das nur den Anlieferern der ansässigen Gewerbebetriebe eine Benutzung ermöglicht. Auch möge die Gemeinde ergründen, in welchem Umfang sich die betroffenen Betriebe an den Kosten für das Projekt beteiligen würden. Auch bei ihnen solle man dabei an die soziale Verantwortung appellieren.

Eppertshausen: Sanitäranlage für Autobahn-Trucker - Thema wird weiter diskutiert

Ewald Gillner von der CDU-Fraktion warnte: Die Tank- und Raststätten auf bundesdeutschen Autobahnen, insbesondere auch die im Rhein-Main-Gebiet, seien übervoll. Schon jetzt könne man abends und an den Wochenenden auch im Park 45 beobachten, dass sich dort zahlreiche Lastwagenfahrer mit ihren Gefährten niederließen, die nicht zu den Anlieferern oder Abholern gehörten. Und dies erkannte wohl auch Unionspolitiker Charles Ross: „Das spricht sich rasch herum. So ziehen wir uns die Lastwagen nur ins Gewerbegebiet hinein.“

Ross wandte sich auch dagegen, dem Prüfantrag stattzugeben: „Unsere Rathausbediensteten haben bereits genug zu tun. Sie brauchen nicht zusätzliche Arbeit, der dann doch kein Erfolg beschieden sein wird.“

Bürgermeister Carsten Helfmann erklärte, die Gemeinde mache schon mehr für diese Klientel als Nachbargemeinden. Er erinnerte an extra aufgestellte Müllcontainer und eine offene Mobil-Toilette im Park 45.

Die Kommunalpolitiker einigten sich schließlich darauf, das Thema in den Fachausschüssen nochmals zu beraten, bevor etwa Verwaltungsangestellte damit belastet werden.

Seit Monaten versucht Hessen Forst in Eppertshausen herauszufinden, wem vier Betonblöcke im Staatswald bei Dieburg gehören. Das gestaltet sich schwierig - und der Müll bleibt einfach liegen.

VON THOMAS MEIER

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