Rastplatz des Odenwaldklubs steht seit 50 Jahren im Abteiwald

Keine Feier zum Schutzhüttenjubiläum

50 Jahre steht die Schutzhütte des Odenwaldklubs nun schon im Abteiwald. Die Jubiläumsfeier hat Vorsitzender Norbert Anton schweren Herzens abgesagt.
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50 Jahre steht die Schutzhütte des Odenwaldklubs nun schon im Abteiwald. Die Jubiläumsfeier hat Vorsitzender Norbert Anton schweren Herzens abgesagt.

Seit nun 50 Jahren steht die Schutzhütte des Odenwaldklubs (OWK) Eppertshausen im Abteiwald. Die Jubiläumsfeier fällt wegen der Corona-Pandemie aus.

Eppertshausen – Eigentlich ist es ein Grund zu feiern. Auf Initiative von Hans Krickser, mittlerweile Ehrenvorsitzender des Odenwaldklubs (OWK) Eppertshausen, wurde vor 50 Jahren die Schutzhütte im Abteilwald gebaut. Eigentlich hätte am Sonntag auch eine große Feier an der Hütte stattfinden sollen. Eigentlich. Doch wegen der Corona-Pandemie fällt die Jubiläumsfeier aus. Es ist erst das dritte Mal in 50 Jahren, dass der OWK sein Hüttenfest nicht feiern kann. Zum zweiten Mal hintereinander ist nun die Corona-Pandemie schuld. Davor hat nur die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 den OWK gestoppt.

Nach vielen Jahren hätte der OWK das Fest auch mal wieder an der Hütte selbst gefeiert. Seit etwas mehr als 30 Jahren findet die Veranstaltung nämlich am Haus Westermann statt. „Wir haben jahrelang an der Schutzhütte gefeiert“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Norbert Anton. Doch dann kam das eine Jahr, in dem alle Besucher von Schnaken heimgesucht wurden. „Daher sind wir zum Haus Westermann umgezogen.“ Wofür aber nicht allein die Schnaken verantwortlich waren. „Es ist auch wesentlich einfacher.“ Schließlich hat das Grundstück sanitären Anlagen und ist mit Strom versorgt. An der Hütte musste der OWK immer einen Generator aufstellen. „Das war schon ein größerer Aufwand.“ Seitdem wird also am Haus Westermann gefeiert.

Vor wenigen Wochen: Vandalismus an der Schutzhütte des Odenwaldklubs

Dass das jedes Jahr gut klappt und viele Menschen anlockt, liegt auch an der guten Vereinsstruktur und klappt dank der vielen Helfer im 500 Mitglieder starken OWK.

In ihren 50 Jahren hat die Schutzhütte schon einiges mitgemacht. 1971 wurde in eigener Regie gebaut. Dank einiger Spenden – darunter auch das Kupferdach – ohne zu hohen finanziellen Aufwand. Zwar wurde sie durch Stürme das ein oder andere Mal beschädigt, hielt an sich aber allen Widrigkeiten stand und blieb ohne größere Schäden. Bis vor wenigen Wochen Vandalen und Zündler am Werk waren und am beliebten Rastplatz randaliert haben. Zwar steht die Hütte noch, doch wurde sie massiv beschädigt. Vor wenigen Wochen wurden die beiden Ruhebänke mutwillig zerstört, die Rückenlehnen herausgerissen und in den direkt daneben verlaufenden Bach, die Lache, geworfen und einen Brand gelegt. Die Helfer des Eppertshäuser Odenwaldklubs haben anschließend soweit es ging alles wieder in Ordnung gebracht und die Stämme sowie Rückenlehnen gesichert sowie den Müll entsorgt.

Keine genaue Kontrolle möglich: Feier fällt trotz 200 möglicher Besucher aus

Den Vereins-Mitgliedern hätte Anton das Fest an der Schutzhütte auch deshalb gerne geboten. Und auch die Corona-Lage würde es zulassen, an diesem Wochenende in großer Runde zu feiern. Schließlich sind derzeit in der zweiten Stufe des hessischen Lockerungsplans immerhin 200 Gästen unter freiem Himmel erlaubt. Doch dass es bei so vielen Besucher bleibt, ist unwahrscheinlich. „Für uns ist das schwer abzuschätzen“, sagt Anton. Zudem steht die Hütte im Abteilwald und damit auf einem offenen Gelände. „Da können wir auch nicht sicherstellen, wie viele Leute wirklich da sind.“ Auch die Kontaktverfolgung würde sich schwer gestaltet, da man nicht genau kontrollieren könne, wer sich wirklich in das entsprechende Formular eingetragen hat. Und dann wisse man nie, ob nicht doch jemand vorbeikommt und die Polizei ruft. (Von Lars Herd)

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