30. Geburtstag der Kreisvereinigung

„An der Senioren-Union kommt keiner vorbei“

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Der Vorsitzende der Senioren-Union im Kreis, Albert Henrich (rechts), sparte zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Verbandes nicht mit Lob, kritisierte aber auch.

Eppertshausen -  Die Senioren-Union Darmstadt-Dieburg feierte gestern ihr 30-jähriges Bestehen in der Kulturhalle. Zeit, Rückblick zu halten für Kreisvorsitzenden Albert Henrich. Bundestagsabgeordnete Patricia Lips als Festrednerin lobte die Organisation.

Die Seniorenunion im Landkeis Darmstadt-Dieburg wurde 1988 gegründet und hat derzeit rund 260 Mitglieder, wobei es schon einmal über 300 waren. Es gibt inzwischen fünf Ortsvereinigungen und zwar in Eppertshausen, Erzhausen, Groß-Zimmern, Pfungstadt und Weiterstadt. „Weitere Vereinigungen sind in Gründung“, sagte Kreisvorsitzender Henrich im gutgefüllten kleinen Saal der Bürgerhalle.

Er erinnerte daran, dass die Senioren-Union vor 30 Jahren auf Bundesebene aus der Taufe gehoben wurde und heute etwa 50.000 Mitglieder habe. Nur Bayern schere aus, habe eine eigene Union für ihre Senioren gegründet.

Erster Sprecher im Kreis Darmstadt-Dieburg war Adolf Jung aus Groß-Umstadt, dem Josef Bucksteg aus Eppertshausen als erster Vorsitzender folgte. 1992 übernahm Waltraud Thomas aus Münster den Vorsitz, den sie bis 2003 inne hatte. „Und dann folgte schon meine Wenigkeit“, sagte Henrich, der 15 Jahre den Posten inne hat. Ihn wählte die Vereinigung ebenfalls in Eppertshausen, auf der Thomashütte.

Henrich nutzte die Gunst der Feierstunde auch für kritische Worte. Er erinnerte an Ärger in den eigenen Reihen und daran, dass es bei der Vereinigung mit ihrem Eintrittsalter von 60 Jahren zwangsläufig mehr natürliche Abgänge gebe als in anderen Vereinen. Mitgliederwerbung sei deshalb die große gemeinsame Aufgabe.

Patricia Lips gab sich kämpferisch für die Senioren-Union.

Ideal wäre es, hätte jede Kreiskommune eine Senioren-Union. Dieses Vorhaben komme aber nicht voran. „Es fehlt da einfach auch die Unterstützung durch die Stadt- und Ortsvereinigungen der CDU, die es sogar zulassen, dass es Konkurrenzvereine gibt“, beklagte der Kreisvorsitzende. In der Kreis-CDU gebe es rund 800 Mitglieder, die 60 Jahre und älter seien: „Eigentlich sind das alles potenzielle Mitglieder der Senioren-Union.“ Für ihn sei dies nicht nachvollziehbar, zumal die ältere Generation treue Wähler stelle.
Man wolle anerkannt werden und mitreden, sagte Henrich,bedauernd, dass es in der Kreistagsfraktion nur ein Mitglied der Senioren-Union gebe, Siegfried Sudra. „Noch viel schlechter sieht es in den Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen aus“, sagte Henrich. Immerhin freute er sich, einen Bürgermeister als Mitglied zu haben, und begrüßte Reinhold Hehmann in der Versammlung.

Begrüßen wollte er eigentlich auch als Hauptredner Anfons Gerling vom Bundesvorstand der Senioren-Union, doch sagte der wegen einer Operation ab. So oblag Lips der Part, den sie auch souverän und aufmunternd ausfüllte: „Ich bin gern eingesprungen, auch wenn ich mit 54 noch ein wenig auf meine Mitgliedschaft bei ihnen warten muss“, sagte sie lachend in den Saal. 30 Jahre sei noch kein Alter, so die Bundestagsabgeordnete aus Urberach, die an die Aufbruchstimmung zur Gründerzeit erinnerte. Heute sei die Altersgruppe derer mit 60-plus eine junge, dynamische. Und sie richtete sich ans Publikum: „Egal wie alt oder jung sie sich heute fühlen: an ihnen kommt keiner vorbei.“

Viele Gratulanten schlossen sich an, unter ihnen Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Mannes, der Kreisgeschäftsführer der CDU, Sebastian Sehlbach, Bürgermeister Carsten Helfmann und weitere.

Nachdem noch langjährige Mitglieder der Ortsgruppen geehrt waren, schloss sich der Feier ein gemeinsamer Imbiss bei Musik im Saal an.

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