Wohnungsprojekt an Mozartstraße

Sozialbau verteuert sich drastisch

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Vermessen, projektiert und für den öffentlichen Verkehr abgesperrt ist das Areal an der Mozartstraße, auf dem günstige kommunale Sozialwohnungen entstehen sollen. Jetzt droht das anspruchsvolle und nötige Projekt wegen Teuerungen zu kippen.

Eppertshausen - Es ist die größte Investition, die Eppertshausen in nächster Zeit stemmen will, den Bau von Sozialwohnungen an der Mozartstraße. Von Thomas Meier 

Doch das Projekt wird rund 30 Prozent teurer als noch 2016 und 2017 geplant: Davon setzten Bürgermeister Carsten Helfmann das Parlament in Kenntnis.

Aufgrund der hohen Auslastung der Fachbetriebe, gestiegenen Materialkosten sowie den Tarifabschlüssen im Bauhauptgewerbe komme es gegenüber den geplanten Baukosten zu einer deutliche Erhöhung für das Objekt in der Mazartstraße 12a. In den Ausschussberatungen wurde noch von geplanten Aufwendungen in Höhe von zirka 1,8 Millionen Euro ausgegangen. „Aufgrund der angespannten Lage auf dem Bausektor wurde von der Verwaltung bereits mit Kosten von zwei Millionen Euro gerechnet“, sagte Helfmann. Doch nachdem nun die Fachplaner für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro sowie Außenanlagen die detaillierte Kostenberechnung statt einer Kostenschätzung eingereicht haben, müsse man von Baukosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro ausgehen“, sagte der Bürgermeister.

Er habe mit den Fachplanern vereinbart, dass Mitte September eine gemeinsame Sitzung der Planungs- und Finanzausschüsse terminiert werde, auf der beraten wird, ob das Projekt aufgrund der gestiegenen Kostensteigerung überhaupt realisiert werden soll. Er gehe davon aus, so Helfmann, dass die Kommune vom Land Hessen keine Erhöhung der Darlehenszusage erhalte, da es sich um eine Berechnung nach Wohnfläche, nicht nach Baukosten handele. Freilich werde man aber Kontakt mit der Bank aufnehmen. Mit 1,6 Millionen Euro in Form eines zinslosen Baudarlehens aus seinem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) unterstützt das Land Hessen das Vorhaben.

Helfmann machte vor den Gemeindevertretern aber deutlich, dass auch bei einem Verzicht auf das Sozialprojekt erhebliche Kosten anfallen. Denn die beauftragten Planungsbüros haben bereits erhebliche Leistungen erbracht. Bei einem Abbruch des Projektes würden Kosten in Höhe von 150.000 bis 200.000 Euro anfallen.

Geplant ist an der Mozartstraße ein dreistöckiges Gebäude mit 14 Wohnungen und insgesamt 1 000 Quadratmetern Wohnfläche. Die monatliche Quadratmeter-Kaltmiete soll in allen Wohnungen maximal 7,05 Euro betragen. Sieben Euro sind im Rhein-Main-Gebiet sehr günstig. Helfmann sagt, in Eppertshausen erreichten die Mieten auf dem freien Markt derzeit Höhen von 8,50 bis 9,50 Euro pro Quadratmeter. Die Gemeinde wird nicht nur Bauherr sein, sondern auch über die Zusammensetzung der Mieter entscheiden. Erste Anmeldungen wurden bereits aufgenommen.

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