Teurer und wohl später fertig

Umfangreiche Umplanungen für Eppertshausens Seniorenwohnanlage

Einiges wird gestrichen, anderes erweitert bei der Planung für Eppertshausens über 20 Millionen Euro Investitionsvolumen umfassende Seniorenanlage Am Abteiwald. Im Parlament wurden jetzt neue Pläne aufgezeigt.
+
Einiges wird gestrichen, anderes erweitert bei der Planung für Eppertshausens über 20 Millionen Euro Investitionsvolumen umfassende Seniorenanlage Am Abteiwald. Im Parlament wurden jetzt neue Pläne aufgezeigt.

Umfangreiche Neuregelungen im Bereich von Pflege und Gesundheit, die im Bundesgesundheitsministerium erarbeitet wurden, kommen auch in Eppertshausen an. Das geplante Seniorenwohnzentrum am Abteiwald mit einem Investitionsvolumen von über 20 Millionen Euro, in seiner Planung vom Caritasverband und Gemeinnützigem Siedlungswerk Frankfurt (GSW) bereits schon einmal in der Gemeindevertretung vorgestellt (wir berichteten), erfährt einige Änderungen. Sie waren Thema einer erneuten Vorstellung am Donnerstagabend in der Parlamentssitzung in der Bürgerhalle.

Eppertshausen – Die Gemeindevertretung hat Mitte 2016 die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Abteiwald“ beschlossen. Schon damals war dort auch eine Seniorenwohnanlage vorgesehen. Im Juni 2017 begannen die ersten Gespräche mit möglichen Investoren. Dabei gab es kontroverse Debatten über die Größe und die Möglichkeiten dieser Seniorenwohnanlage. Die Gemeindevertretung war schließlich einstimmig der Auffassung, dass Caritas mit GSW, die richtigen Investoren und Partner für dieses Projekt sind.

Die Gemeinde verkauft ihnen das 5686 Quadratmeter große Grundstück am Abteiwald für 360 Euro pro Quadratmeter. Zum Bodenwert kommen die Investitionen von Gebäuden, Außenanlagen, Einrichtung, so dass die Anlage insgesamt einmal einen Wert von über 20 Millionen Euro darstellen wird. Noch im Januar 2018 ging man von 18 Millionen aus.

Nachdem die Freiflächenplanung vor einigen Monaten vorgestellt wurden und es um Parkplätze und Bäume im Außenbereich ging, sollten nun über die Wohnungs- und Bettenzahlen von Referenten der Caritas und GSW berichten. Zur Ursprungsplanung haben sie einige Änderungen vorgenommen. Das Projekt müsse sich auch nach den Neuerungen sowohl für die Bewohner als auch die Betreiber rechnen.

So gibt es für die Kernzahlen wesentliche Änderungen. Waren ursprünglich noch 40 bis 42 Seniorenwohnungen vorgesehen, so sind es nun nur noch 35. Zirka 23 Wohnungen entstehen nach der neuen Planung in der Pflegeeinrichtung selbst, in einem zweiten Gebäude werden zwölf errichtet. Alle Wohnungen sind barrierefrei.

Dafür wurden aus den zunächst geplanten 48 stationären Pflegeplätzen nun 60, aufgeteilt auf fünf sogenannte Hausgemeinschaften.

Die in Berlin beschlossenen Neuerungen verteuern das Projekt nicht nur, sie verzögern es auch, machte Caritasdirektorin Stefanie Rhein klar. Die Pflege werde immer kostenintensiver, man müsse genau schauen, was auf die Gesellschaft zukomme. Alles Trachten von Caritas und Siedlungswerk gehe dahin, das Projekt von Eppertshausen zukunftssicher zu bauen.

Die neue Zusammenstellung zukünftiger Nutzerklientel bedurfte auch einiger architektonischer Umgestaltung, die im Detail von Lisa Weirich vom GSW erläutert wurden. Dessen Geschäftsführer Filip John gab einige Anmerkungen zu Finanzierung und Refinanzierung des Objektes. Zwischen der Gemeinde und der GSW gibt es Vorverträge, denen zufolge bis 30. März 2021 der endgültige Bauantrag eingereicht werden müsse. „Wir wissen nicht, ob wir dies schaffen“, gab John zu bedenken, Corona und Neuerungen im Gesundheitswesen anführend. Sechs Monate dauere es schon ohne Pandemie von Bauantragseinreichung bis zur Genehmigung. Sei das Okay der Behörden nächsten Herbst da, komme die Ausführungsplanung. John zufolge wäre dann mit einem Baubeginn Anfang 2022 zu rechnen. Mit etwa 18 Monaten Bauzeit sei unter normalen Umständen zu rechnen, so dass mit einer Fertigstellung des Projektes frühestens Mitte 2023 zu rechnen sei.

So viele Neuerungen warfen Fragen auf, und die erste kam dabei aus dem Publikum. Ein Besucher, dem das Wort nach Abstimmung im Plenum erteilt wurde, wollte wissen, „Gilt denn eigentlich die Vormerkliste noch?“ Zweite Frage: „Was ist mit den Preisen, die Interessenten in Aussicht gestellt wurden?“ Darauf gab es von den Experten keine Auskunft, man müsse schauen, bis die endgültige Ausbauplanung stehe, hieß es. Bürgermeister Carsten Helfmann indes meinte, sei man bei der Ursprungsplanung von 10,50 bis 12,50 Euro Mietzins pro Quadratmeter ausgegangen. so müsse man nun vielleicht mit 11 bis 13 Euro rechnen.

Nach Beratungen in den Ausschüssen kommt das Projekt am 3. Dezember wieder ins Parlament. (Von Thomas Meier)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare