270 Stände bei der zweiten Auflage

Trödel lockt in die Höfe von Eppertshausen

Den nach eigener Aussage „beste Stand von Eppertshausen“ hatte Albrecht Körner (hinten rechts im grünen Shirt) im Niederfeld. Guten Zulauf verzeichnete er jedenfalls.
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Den nach eigener Aussage „beste Stand von Eppertshausen“ hatte Albrecht Körner (hinten rechts im grünen Shirt) im Niederfeld. Guten Zulauf verzeichnete er jedenfalls.

Der zweite Hofflohmarkt in Eppertshausen mit mehr als 270 Ständen endet mit einem Unwetter. Dennoch kamen 3 000 Euro für den guten Zweck zusammen.

Eppertshausen – Glück im Unglück: Zwar sorgten sintflutartiger Regen und Hagel am Sonntagnachmittag dafür, dass der zweite Eppertshäuser Hofflohmarkt faktisch abbrach. Bis dato hatten die 270 Teilnehmer – rund 100 mehr als bei der Premiere im Vorjahr – allerdings schon den Großteil der fünf geplanten Marktstunden nutzen können. „Und die Vorhersage hatte Unwetter eigentlich schon für den Vormittag angekündigt“, gewann auch Stefanie Schultheiß den Bedingungen das Gute ab.

Schultheiß hatte die Veranstaltung zusammen mit Michael Neubecker federführend organisiert. Ebenfalls wichtig war es, dass Bürgermeister Carsten Helfmann die Schirmherrschaft übernommen hatte: „Das hat für den Versicherungsschutz gesorgt“, sagte die Eppertshäuserin, die das Ereignis 2020 auch unter dem Eindruck von Corona-Abstandsgeboten und zu entzerrenden Publikumsströmen mit aus der Taufe gehoben hatte.

Gibt es zukünftig auch ohne Rücksicht auf das Infektionsschutz einen Hofflohmarkt? „Wir sind ein gutes Team und auch mit dem Verlauf in diesem Jahr wieder sehr zufrieden. Allerdings müssen wir erst mal gucken, was für künftig Flohmärkte an Auflagen von der Gemeinde kommt“, so Schultheiß. Diesbezüglich rechne man mit zusätzlichen Vorgaben, wenn sich eine Veranstaltung zur regelmäßigen Einrichtung entwickele. Bislang sei sie recht unbürokratisch durchführbar gewesen.

Hinsichtlich ihrer Aussage zum Teamwork schloss Schultheiß weitere Akteure ein: den DRK-Ortsverein, der in der Bürgerhalle Schnelltests anbot; die kulinarischen Beiträge des Markts, etwa durch die grillende Kolpingjugend am Haus Sebastian; und natürlich alle, die in den eigenen Höfen und Einfahrten den Flohmarkt mit ihren Ständen mit Leben füllten. Dies geschah auch mit einem dezentralen Kreativmarkt und mit Ständen wie dem der Katholischen Öffentlichen Bücherei, die an der Kirche aussortierte – aber keinesfalls schlechte – Literatur veräußerte. Bücherei-Leiterin Claudia Fink zufolge gingen in den ersten Stunden um die 100 Bücher über den Tresen.

Der Großteil der Händler verkaufte jedoch alles Mögliche, von Kleidung über Spielzeug bis hin zu Haushaltswaren. Einer von ihnen war Albrecht Körner. Er hatte seine Produkte am Haus im Niederfeld ausgebreitet – und das durchaus selbstbewusst: „Das ist der beste Stand von Eppertshausen“, sagte er im Brustton der Überzeugung, gleichwohl mit einem Augenwinkern. Letztlich sei er „nur aus Spaß dabei, es geht mir nicht ums Geldverdienen“. Wichtiger sei, „Platz zu schaffen und Smalltalk zu halten“. Sogar von einer Bierkrug-Sammlung wollte er sich frei von Wehmut trennen: „Ich bin jetzt 65 und kann nicht alles mit ins Grab nehmen“, witzelte er.

Positiv bewertete Körner auch die niedrige Standgebühr „und dass sie für einen guten Zweck ist“. Laut Schultheiß sind mindestens 3 000 Euro zusammengekommen, die gleichmäßig an die Eppertshäuser Wildtier-Auffangstation, die Nachhaltigkeitsinitiative „Tiny Steps“, die Freiwillige Feuerwehr und den Lebenshof „Anam Cara“ verteilt werden sollen. Für diese Nutznießer hatten sich im Vorfeld mehrheitlich die Teilnehmer einer Online-Umfrage entschieden.

Sich erstmals zur Teilnahme am Flohmarkt entschieden hatte sich Hans Murmann. „Letztes Jahr habe ich ihn mir nur als Gast betrachtet.“ Diesmal machte er mit einem eigenen Hofstand in der Schulstraße mit. Wo seine Kunden so überall herkämen? „Mich interessiert nur das Geld“, scherzte er, um dann freilich zu verraten, dass er schon Besucher aus Darmstadt und Frankfurt empfangen habe. Die ersten hätten schon weit vor dem offiziellen Start um 10 Uhr reingeguckt. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, mutmaßte Murmann. „Bei denen, die früh kommen, merkt man, dass sie gezielt suchen.“ Vielleicht hatte mancher aber auch nur die Wetterprognose gesehen. (Jens Dörr)

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