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Dreieichbahn soll halbstündig fahren

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Der Ausbau der Dreieichbahn-Strecke ist nach positiven Ergebnissen aus einer Machbarkeitsstudie ein gutes Stück näher gerückt.
Der Ausbau der Dreieichbahn-Strecke ist nach positiven Ergebnissen aus einer Machbarkeitsstudie ein gutes Stück näher gerückt. © zeta

Die Dreieichbahn soll künftig alle 30 Minuten zwischen Frankfurt und Dieburg fahren. Das fordern die Bürgermeister aus Eppertshausen, Münster und Dieburg. Eine Machbarkeitsstudie zeigt: das ist möglich. Allerdings wird dafür ein Ausweichgleis benötigt, weshalb der Zeitraum für eine Realisierung noch nicht feststeht.

Eppertshausen/Münster – Die Pendlerströme von und nach Frankfurt sind beachtlich. Etwa 335 000 Menschen pendeln täglich aus dem Umland nach Frankfurt, wie die Planungsgesellschaft, die mit der Westtangente eine Umfahrung um die Main-Metropole realisiert, vor wenigen Jahren ermittelte. Viele sind beruflich unterwegs, doch auch für private Fahrten zu Freizeit- und Kulturangeboten sowie zum Einkaufen in Frankfurt und Offenbach wird die Dreieichbahn gern genutzt.

Unter den Fahrgästen sind auch viele aus Dieburg, Münster und Eppertshausen, die täglich zur Arbeit oder wegen anderer Anlässe nach Frankfurt oder in den Kreis Offenbach wollen. Für sie ist die RB 61 das Verkehrsmittel der Wahl – nicht zuletzt, weil der Stress der Autofahrt auf den überfüllten Straßen entfällt, ebenso wie die Parkplatzsuche in der Stadt und die meist anfallenden hohen Parkgebühren. So soll die Bahn auch für jene Menschen, die bisher das Auto nutzten, zu einer attraktiven Mobilitätsalternative werden.

Dazu reicht allerdings die gegenwärtige Taktung der Fahrten nicht aus. Auch nicht nach der Fertigstellung der Regionaltangente West, die in Dreieich-Buchschlag enden soll, sodass die Pendler aus den drei Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg von den Ausbauplänen nicht profitieren. Die Bürgermeister aus Eppertshausen (Carsten Helfmann), Münster damals noch Gerald Frank), Dieburg (Frank Haus) und ihre Amtskollegen aus Dreieich und Rödermark erarbeiteten daher schon 2019 ein Positionspapier, in dem sie eine bessere Andienung ihrer Städte und Gemeinden an die Dreieichbahn forderten.

Nun gibt es erste Ergebnisse aus einer Machbarkeitsstudie sowie aus den Arbeitsgruppen, denen die betreffenden Kommunen und Nahverkehrsorganisationen angehören. Den Eppertshäuser Gemeindevertretern hatte die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) nun einige Varianten vorgestellt und die mittel- und langfristigen Ausbaumöglichkeiten skizziert. Gegenwärtig fährt die Dreieichbahn stündlich zwischen Dieburg und Frankfurt. Um das Angebot deutlich zu verbessern und neue Fahrgäste für die Bahn zu gewinnen, ist eine kürzere Taktung nötig. Die Bürgermeister forderten in ihrem Positionspapier eine 30-minütige Taktung.

Mit der Infrastruktur, die derzeit zur Verfügung steht, sei eine kürzere Taktung jedoch nicht möglich, teilte die Dadina mit. Die Strecke müsse also auf jeden Fall ausgebaut werden. Die sinnvollste Ausbauvariante sei jene, bei der auf einem Teilstück zwischen Eppertshausen und Ober-Roden ein Kreuzungsbereich gebaut wird. Damit ist keine Kreuzung gemeint, wie man sie aus dem Straßenverkehr kennt, sondern ein Bereich, in dem Züge, die aus zwei verschiedenen Richtungen kommen, aneinander vorbeifahren können.

Die Strecke zwischen Eppertshausen und Ober-Roden ist jedoch eingleisig. Ohne ein Ausweichgleis muss stets gewartet werden, bis der Zug aus einer Richtung die gesamte eingleisige Strecke zurückgelegt hat, bevor der entgegenkommende Zug seine Fahrt fortsetzen kann. Dadurch entstehen lange Phasen zwischen den Takten. Ein Kreuzungsbereich würde diese Wartezeiten verhindern und halbstündige Taktungen ermöglichen. Die Ausbauoption zählt zu den mittelfristigen Lösungen, die in fünf bis zehn Jahren realisiert werden könnten. Zumal ein zweites, stillgelegtes Gleis bereits existiert, ein Großteil der benötigten Grundstücke schon vorhanden ist.

Langfristig könnte die Strecke dann elektrifiziert werden, sodass die S 2 von Dietzenbach über Rödermark und Dieburg verlängert werden könnte. Sogar eine Weiterführung der S 2-Strecke bis Darmstadt wäre möglich. Für diese große Lösung wurde jedoch ein Investitionsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich genannt. Nicht zuletzt, weil bereits zwischen Dietzenbach und Urberach eine gut drei Kilometer lange Neubaustrecke erforderlich würde, um die Lücke im Schienennetz zu schließen. Ab Urberach könnte die S 2 dann die vorhandenen Gleise der Dreieichbahn nutzen. Dazu müssten aber die Bahnsteige angepasst werden.

Vermutlich werde ein Raumordnungsverfahren notwendig, und auch die Beschlüsse für eine Ausbauvariante seien noch nicht getroffen. Zudem müsse die neue Taktung der Züge mit dem Frankfurter Hauptbahnhof abgestimmt werden. Deshalb steht der Zeitraum für eine Realisierung noch nicht fest. Die Ausbauoptionen und positiven Kosten-Nutzen-Berechnungen, bei der werktäglich etwa 4 500 zusätzliche Fahrgäste ermittelt wurden, haben den Ausbau der Dreieichbahn aber ein gutes Stück näher an die Umsetzung gerückt. (zeta)

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