Sozialdemokraten im Aufwind / Liberale schaffen mühelos den Wiedereinzug ins Parlament

Union sichert sich die absolute Mehrheit

Eppertshausen – Trotz größerer Verluste darf die CDU auch für die nächsten fünf Jahre mit einer komfortablen Mehrheit in der Gemeindevertretung rechnen. Das ist die zentrale Erkenntnis des Eppertshäuser Trendwahl-Ergebnisses vom Sonntagabend, das 40 Prozent der Stimmzettel umfasst, auf denen ausschließlich Listenkreuze zu finden waren.

60 Prozent der Wähler kumulierten und panaschierten, was erst im Laufe des Montags ausgewertet und die Stimmenanteile noch leicht verändern wird. Der Zwischenstand sieht die Christdemokraten bei 58,33 Prozent der gültigen Stimmen. 2016 waren es 72,2 Prozent gewesen. Damals machten allerdings nur CDU und SPD Wahlvorschläge. Diesmal kam die FDP als dritter Akteur hinzu. Die Liberalen kommen aktuell auf 7,48 Prozent. Die Sozialdemokraten legten vorerst deutlich auf 34,19 Prozent (2016: 27,8 Prozent) zu. Die Wahlbeteiligung lag mit 51,1 Prozentdeutlich niedriger als 2016 (62,8 Prozent).

Für die CDU war Carsten Helfmann als Spitzenkandidat ins Rennen gegangen, obwohl er seinen Hauptjob als Bürgermeister nicht für ein ehrenamtliches Mandat im Ortsparlament aufgeben wird. Das Zugpferd der Christdemokraten sagte am Sonntagabend, dass seine Partei mit einem Ergebnis „zwischen 58 und 60 Prozent gerechnet“ und auf den Erhalt der absoluten Mehrheit gehofft habe. „Ich bin glücklich, dass wir das geschafft haben“, so Helfmann, der das Ergebnis als „Bestätigung unserer Arbeit der vergangenen Jahre“ sah. Zudem strebe man einem ähnlichen Resultat wie 2011 entgegen, als die FDP vor ihrer 2016er-Pause noch im Rennen gewesen war. „Wir hoffen, dass wir durch Kumulieren und Panaschieren noch auf über 60 Prozent klettern.“

Als Wahlsieger durfte sich am Sonntag auch die Eppertshäuser SPD fühlen. „Ich bin davon ausgegangen, dass es weiter allein für die CDU reichen wird“, sagte Spitzenkandidat Günter Schmitt. „Für uns ging es vor allem darum, dass die anderen Fraktionen künftig mehr Gehör in der Gemeindevertretung bekommen.“ Das dürfte der Fall sein: Nach dem gestrigen Zwischenstand käme die CDU noch auf 13 der 23 Sitze im Eppertshäuser Ortsparlament, die SPD auf 8 und die FDP auf 2. „Ich denke, dass wir zuletzt einige Impulse setzen konnten“, so Schmitt in einer ersten Kurzanalyse des sozialdemokratischen Stimmenzuwachses. „Den Kurs, den wir eingeschlagen haben, wollen wir beibehalten.“ So wolle die SPD die Eppertshäuser in „Bürgerforen“ stärker in die politische Gestaltung einbinden.

Für die FDP nannte Spitzenkandidat Thorsten Weber das Ergebnis einen „schönen Achtungserfolg. Er zeigt, dass die Wähler Interesse an frischem Wind in der Eppertshäuser Gemeindevertretung haben. Ich finde, wir haben ein inhaltlich und personell gutes Angebot gemacht.“ Dadurch, dass die Liberalen nur fünf Personen auf ihrer Liste hatten, bei den Listenkreuzen von 23 möglichen Stimmen nur 15 einstrichen und sich 8 entgehen ließen, verhinderten sie ein wenig auch selbst einen höheren Anteil. Dennoch dürfte es für zwei Mandate reichen: „Ich bin froh, dass es mit dem Einzelkämpfertum wohl vorbei sein wird“, sagte Weber, der in der Legislaturperiode 2011 bis 2016 eben ein solcher FDP-Einzelkämpfer im Parlament gewesen war. (jd)

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