Als Täter kommt Sohn des Wirtes infrage

Tod durch Stiche in Hals und Nacken

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Angehörige fanden am vergangenen Donnerstag den 71-jährigen Brian Paxten tot in seiner Wohnung in der Jahnstraße.

Eppertshausen - Der 71-jährige Brian Paxten, der Donnerstag als Opfer eines Gewaltverbrechens von Angehörigen und der Polizei in seinem Wohnhaus in der Jahnstraße aufgefunden wurde, starb an massiven Stichverletzungen im Nacken- und Halsbereich. Von Thomas Meier 

Dies teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt gestern auf Nachfrage mit. „Es scheint derzeit so zu sein, dass der Sohn als Täter infrage kommt“, sagte Oberstaatsanwalt Robert Hartmann. Näheres müssten weitere Untersuchungen klären.

Der 34-jährige Sohn, der seinen Vater in der Vergangenheit des Öfteren auch in der Öffentlichkeit gewalttätig angegangen ist, warf sich bereits einen Tag vor der Entdeckung des Verbrechens am Mittwochabend zwischen Eppertshausen und Ober-Roden vor einen Zug. Dennoch sei es nicht zweifelsfrei erwiesen, ob er die Tat an seinem Vater in der Jahnstraße auch begangen habe, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Gesicherte Erkenntnisse lägen noch nicht vor.

Der Todeszeitpunkt des Wirtes der Bar Touch Down sei „noch nicht exakt bestimmt“, sagt der Oberstaatsanwalt, die Rechtsmedizin habe sich bis gestern Nachmittag noch nicht festlegen wollen. „Aber nach ersten Erfahrungen lag die Leiche wohl schon länger im Haus“, sagt Hartmann: „Es kann passen, dass der Sohn involviert war.“

Die Frage, ob die Staatsanwaltschaft gewusst habe, dass der Sohn problematisch und psychisch instabil sei, bejahte die Staatsanwaltschaft. Jedoch hätte die Voraussetzungen für einen Untersuchungshaftbefehl nicht vorgelegen. Man habe allerdings dem Amtsgericht Dieburg nach Vorkommnissen „angeregt, eine HFEG-Maßnahme“ zu veranlassen.

Verrückt: In diesen Berufen arbeiten die meisten Psychopathen

Hinter dem Kürzel verbirgt sich das „Hessische Gesetz über die Entziehung der Freiheit geisteskranker, geistesschwacher, rauschgift- oder alkoholsüchtiger Personen.“ Darin heißt es, das solche Personen auch gegen ihren Willen in einer geschlossenen Krankenabteilung oder in einer anderen geeigneten Verwahrung unterzubringen sind, wenn aus ihrem Geisteszustand oder ihrer Sucht eine erhebliche Gefahr für ihre Mitmenschen droht und diese nicht anders abgewendet werden kann.

Warum das Amtsgericht in Dieburg dieser Anregung nicht nachkam, erklärt dessen Pressesprecher Christian Meisinger. „Solch ein Antrag auf Verwahrung ist bei Gericht nicht eingegangen.“ Das Amtsgericht könne aber nur auf Beantragung, beispielsweise einer Gesundheitsbehörde, tätig werden. Die Staatsanwaltschaft könne solchen Antrag nicht stellen.

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