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Viele Erinnerungen an Eppertshäuser Rallye-Bahn

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Unter dicken Laubschichten und einigen Baumstämmen verborgen liegt die einstige Rallye-Strecke, auf der etliche Eppertshäuser sportliche Abenteuer erlebten.
Unter dicken Laubschichten und einigen Baumstämmen verborgen liegt die einstige Rallye-Strecke, auf der etliche Eppertshäuser sportliche Abenteuer erlebt haben. © zeta

Mit einer BMX-Strecke, wie es sie heute gibt, hat die in den 70er Jahren erbaute Rallye-Bahn im Eppertshäuser Wald wenig Ähnlichkeiten. Anblick und Ausstattung der etwa 50 Jahre alten Anlage unterscheiden sich erheblich von den modernen Pumptracks aus aufwändig präparierten Kurven, Sprüngen und Wellen. Doch eines haben die modernen BMX-Bahnen und die über vier Jahrzehnte alte Retro-Version gemeinsam – und das ist der Spaß am Fahren.

Eppertshausen – Als das Baugebiet „Failisch“ Mitte der 1950er Jahre am östlichen Rand der Gemeinde Eppertshausen gebaut wurde, zogen viele junge Familien mit Kindern dort hin. Der Wald in direkter Nachbarschaft bot reichlich Platz und Gelegenheiten für allerlei Abenteuer. Und zudem Material, mit dem die fantasievollen Kids werkeln konnten. Vielleicht entstand die Rallye-Bahn durch die Hände der Kinder und Jugendlichen. Vielleicht waren es auch Eltern, die mit Unterstützung der Gemeinde die kleine Freizeitanlage errichteten.

So genau weiß das heute nicht einmal Bürgermeister Carsten Helfmann, der sonst auf nahezu jede Frage, die sich in der Gemeinde auftut, eine Antwort hat. Deshalb startete Helfmann nun auch einen Aufruf an die Bürger, die Geschichte der Rallye-Bahn zu recherchieren. Denn für viele Eppertshäuser ist die Anlage mit schönen Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage verbunden. Nach Schäden durch einen schweren Sturm vor etwa 15 Jahren ist die Bahn, die zuletzt drei Sprünge besaß, jedoch nicht mehr nutzbar. Ziel des Bürgermeister-Aufrufs ist es deshalb auch, die kleine Freizeitanlage in einer bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion wieder herzurichten.

„Nach meinem Aufruf haben sich zahlreiche Eppertshäuser gemeldet, die kleine Geschichten und Erlebnisse im Zusammenhang mit der Rallye-Bahn schickten“, berichtet Helfmann, der selbst als Kind viele Stunden auf der Bahn verbrachte und mit dem BMX-Rad Runde um Runde drehte. „Die Anlage im rückwärtigen Teil des Odenwaldrings war für uns ein Treffpunkt, bei dem man immer mit anderen Kindern zusammenkam und manche kleine Überraschung erlebte.“

Denn die Bahn war keine fest installierte oder gar betonierte Anlage. Vielmehr veränderte sich die Strecke immer dann, wenn die Nutzer meinten, es sei Zeit für eine neue Herausforderung. „Ein Eppertshäuser schilderte, wie er als Jugendlicher aus dem Vorgarten der Eltern einige Steine mitnahm, mit denen er und seine Freunde dann eine Sprungschanze unterbauten, damit sie steiler und anspruchsvoller wurde“, erzählt der Rathauschef.

Bei Durchsicht der Einsendungen habe er die interessante Feststellung gemacht, dass die Rallye-Strecke für mindestens zwei Generationen mit Kindheitserinnerungen verbunden ist. „Eppertshäuser, die heute im Alter zwischen 30 und Anfang 60 sind, kennen die Strecke und sind unzählige Male mit ihren BMX-Rädern über die Sprungschanzen gefahren. Sie hat für noch mehr Menschen in der Gemeinde eine große Bedeutung, als ich vermutet hatte.“

Entsprechend gebe es bereits einige Eppertshäuser, deren Kinder heute im „BMX-Alter“ sind, und für die sie gern die Rampen wieder errichten würden. Die Sprungschanzen sollen wie damals aus natürlichen Materialien hergestellt werden und sich harmonisch in das Gelände am Waldrand einfügen.

Als Vorbild dienten idealerweise Fotos der originalen Rallye-Bahn, meint Helfmann. „Bisher hat aber noch niemand Bilder aus jener Zeit gefunden. Damals war es nicht üblich, dass man eine Kamera dabei hatte, wenn man zum Spielen nach draußen ging, und Handy gab es nicht. Eine Kamera hatte man nur im Urlaub oder zu besonderen Anlässen dabei. Deshalb existieren natürlich kaum Fotos.“

Wer Bilder der einstigen BMX-Strecke besitzt, kann sich ebenso ans Rathaus wenden, wie alle, die noch ein BMX-Fahrrad zu Hause haben. Denn wenn die Rallye-Bahn wieder hergestellt ist, könnte es durchaus sein, dass der Bürgermeister damit Eröffnungsrunde dreht. (zeta)

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