Viertes Begegnungsfest

Integration mit Leib und Seele

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Kleiner Mann in ganz großem Tuch: Ein bunter Hingucker war zum Begegnungsfest das Spiel mit dem Fallschirmstoff.

Eppertshausen - Das vierte Begegnungsfest der Gemeinde zeugte eindrucksvoll von gelungener Integrationsarbeit. Von Thomas Meier 

Etliche Hundert Bürger feierten mit Flüchtlingen an einem am Baugebiet Failisch neben dem Senioren-Bewegungsparcours aufgebauten Festplatz vom Mittag bis zum Sonnenuntergang. Ausrichter des Begegnungsfestes war neben dem Asylkreis der Gemeinde diesmal die Kolpingsfamilie Eppertshausen, und sie hatte sich für die gelungene Veranstaltung wirklich ins Zeug gelegt. Um die Bürger für die Belange von Flüchtlingen zu sensibilisieren, hat der 160 Mitglieder starke Verein in den vergangenen Jahren bereits viel getan, zu Vorträgen und Veranstaltungen eingeladen. Jetzt holten die Verantwortlichen das Kolping-Integrationsmobil zum Fest.

Die „Kolping Roadshow Integration“, so der Name des im Lande heiß begehrten Mobils, sprach alle an. Es machte neugierig und hielt für jede Altersgruppe konkrete Angebote bereit: Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln, multimediale Elemente und Methoden zur Aneignung von Hintergrundwissen über Flucht, Migration und Integration. Es zeigte Beispiele aus der Arbeit mit Geflüchteten, erzählt von gelungener Eingemeindung und machte Lust auf mehr.

Syrischen Spezialitäten folgten am Nachmittag leckere deutsche Kuchenspezialitäten beim Begegnungsfest.

Eine Kernaussage des Kolping-Projektes: „Um Geflüchteten das Ankommen und damit die Integration zu ermöglichen, ist schnelle und konkrete Unterstützung zwingend notwendig. Nur gute Sprachfertigkeit, kulturelle Kompetenz, berufliche Qualifikation und menschengerechtes Wohnen ermöglichen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in ihrer neuen Heimat.“

Das hat sich die Eppertshäuser Familie schon lange zu eigen gemacht. Zu ihrem Selbstverständnis gehört „global denken und lokal handeln“ schon lange, und so liefen auch die Festvorbereitungen ab. Schon um 10 Uhr morgens trafen sich syrische Frauen mit Ehrenamtlichen des Asylkreises und Kolpingfrauen, um ein exquisit-exotisches Mittagsmahl im Kolpingheim zu kochen. Zwar stand ein großer Tisch im Vorbereitungsraum zur Verfügung, doch blieb der nahezu ungenutzt, die syrische Speisenabfolge entstand traditionell auf dem Fußboden.

Nachbarschaftsfest

Schon lange vor dem Mittagsmahl hatte sich der kleine Platz rund um den Bewegungsparcours gefüllt. Etwa zwei Drittel der Besucher kamen aus der Eppertshäuser Bevölkerung, ein Drittel bestand aus Flüchtlingen. 168 leben laut Bürgermeister Carsten Helfmann in zwei Gemeinschaftsunterkünften in der Kommune sowie in vielen Privatunterkünften. Sie brachten teilweise auch befreundete Flüchtlinge aus Nachbarorten mit zum Ort des vielen Geschehens.

Denn neben der „Roadshow“ hatten die Festausrichter vor allem für die kleinen Besucher viel aufgefahren. Im wahrsten Sinne beispielsweise ein mobiles Bungee-Trampolin, ausgeliehen für die Aktion vom Diözesanverband Würzburg. „Einige unserer Mitglieder machten eigens eine kurze Schulung mit, um das aufwändige Gerät auch sicher bedienen zu können“, verriet Jörn Müller vom Kolping-Vorstand, der den bunten Festtag auch teilweise moderierte. Zudem war ein großes Spieleangebot vorbereitet: Wikinger-Schach und Fallschirmtuch, Buttons gestalten und vieles mehr. Pfarrer Harald Christian Röper weilte unter den Festgästen, sehr angetan vom vielfältigen Treiben. Nur bei der Mahlzeit blieb er eigen: „Ich bevorzuge die deutsche Küche.“ Und davon gab es freilich auch satt.

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