Drei Heimatbund-Sitzungen

Lachsalven beim stummen Vortrag

Dem Prinzenpaar huldigten die Sänger von „Vox Musica“ mit flotten Schlagern.
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Dem Prinzenpaar huldigten die Sänger von „Vox Musica“ mit flotten Schlagern.

Seligenstadt - Drei mal ausverkauft - drei mal ein tolles Programm: der Heimatbund eröffnete am vergangenen Wochenende die Sitzungs-Fassenacht in Seligenstadt. Und drei mal hintereinander tobte der Saal ob der Narretei, der Musik und dem Klamauk. Von Thomas Hanel

Der Höhepunkt natürlich am vergangenen Freitag. Das am besten gehütete Geheimnis der Stadt wird gelüftet. Wer sind Prinz und Prinzessin? Mit großem Gefolge marschieren sie dann ein, begleitet von Bürgerwehr, Bürgergarde, den Minis, den Mínistern, Hofnarren und Pagen: Prinz Wolfgang (Hillenbrand) und Prinzessin Lisa (Buschmann). Von pfiffiger Schlagermusik geprägt war die obligatorische Prinzenhuldigung von Vox Musica. „Hölle, Hölle“ von Wolfgang Petry sowie „Atemlos“ von Helene Fischer wurden sehr humorig umgetextet. Zuvor hatte eine Band um Stefan Neubauer und Dominique Garcia dem Saal schön mächtig eingeheizt.

Die Minis und Midis des Heimatbundballetts begeisterten mit ihrem Auftritt.

Ohne Tanz keine Fassenacht in Seligenstadt: das Mini-Midi Ballett des gastgebenden Heimatbunds verzauberte das Publikum mit der Aufführung „Oktoberfest“. Schön anzusehen, schön anzuhörende Stimmungsmusik und tolle Hebefiguren. Die erste Rakete des Abends war fällig! Natürlich durfte auch die lokale Prominenz an diesem Abend im Riesen nicht fehlen. Landrat Oliver Quilling, Landtagsabgeordneter René Rock und Stadtverordnetenvorsteher Peter Sulzmann gaben sich die Ehre. Und hörten das Protokoll von „Löffeltrinker“ Marco Siddi. Er nahm aktuelle Themen in der Stadt auf. „Bei der Verkehrsführung ist man eher in Berlin als an der Berliner Straße!“ Verpatzte Biotonnen-Einführung und Realisierung der Fluchtwegeplanung im Riesen („Die ist für Elefanten“) sowie die anstehende Bürgermeisterwahl gehörten natürlich auch zu seinen Themen. Toll gemacht!

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Rockig wurde es nach dem munteren und humorigen Vortrag: Der Tanz der „Heimatbund-Fireflies“ begann im Saal zwischen den närrischen Zuschauern und endete auf der Bühne. Traditionell mit den Geschehnissen in der Stadt setzen sich die Moritatensänger (Gunther Rausch, Wolfgang Wettig, Willi Beike) sehr witzig auseinander: Ob Druckfehler im Pfarrblatt, Fahrräder, die im Baum gefunden wurden oder einen Besucher der Christmette, der in Ermangelung eines Sitzplatzes in der Basilika im Beichtstuhl Platz genommen hatte - nichts ist dem Trio entgangen. Sicherlich einer der absoluten Höhepunkte: ein Vortrag ohne Worte von Ali Peitz und Dominik Stadler. Lediglich mit Plakaten - ohne einen Laut - rissen sie die Leute zu Lachsalven hin. Mutig, hervorragend umgesetzt und einfach nur witzig.

Die „Dancing Sisters“ der TGS zeigten dann Fassenacht und Sport in vollendeter Form, bevor Roland Wolf zu seinem Vortrag anhob: Politik und Religion, alle bekamen ihr Fett weg, sehr zur Freude des Publikums: Kostprobe:„Das Islam-Handy ist neu auf dem Markt. Die Antenne beschnitte und das Display verschleiert.“ Das Publikum lachte, raste und freute sich über soviel lustige karnevalistische Frechheiten. Mit einem Plakat „SelgediFroSchl“ verließ er unter riesen Applaus die Bühne. Die Abkürzung steht übrigens für „Seligenstädter gegen die Froschhausierung des Schlumberlandes“... Witzig über den Studentenalltag sprachen Max Wurzel und Jakob Herr („Ich will wieder haam, da ist es Essen warm“) Ein Knaller jedes Jahr: Traudel Höfling, diesmal als „Emma“ unterwegs. Verkehrsprobleme, Parkplatzprobleme und Stadtbildzerstörung nahm sie aufs Korn. So die neu entstandenen Mehrfamilienhäuser: „Baut die Dinger weiter drauße - am besten in Froschhause.“ Rakete, Zugabe.

Heimatbund eröffnet Sitzungs-Fassenacht in Seligenstadt

Heimatbund eröffnet Sitzungs-Fassenacht in Seligenstadt

Heimatbund eröffnet Sitzungs-Fassenacht in Seligenstadt
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Das Männer auch Tanzen können, bewies einmal mehr das Wagenbauer-Männerballett, bevor Lena Winter zu einem umjubelten Vortrag ansetzte. Als „Schlumber-Air-Stewardess“ nahm sie lokales Geschehen und menschliches auf die Schippe. So Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams: „Die fliegt wieder nach Schottland und tut sich eindecke mit Karodecke!“ Riesen-Applaus und Rakete waren natürlich der Lohn für den tollen Auftritt. Mit dem Gardetanz „Kölle“ zeigten die Mädchen von den Fastnachtsfreunden, warum sie zu dem Besten gehören, was die Seligenstädter Fastnacht zu bieten hat.

Für ihren stummen Vortrag holten sich Dominik Stadler (links) und Ali Peitz (rechts) mit Stefan Emge Verstärkung aus dem Elferrat.

Höhepunkt folgte auf Höhepunkt: Carola Staab und Elke Werner brillierten als Sanitäter vom Roten Kreuz („Ohne Einsatz gehen wir nicht heim“) Und machten klar, wie karnevalistische Fürsorge des DRK aussieht: „Patient ist ansprechbar - und noch außer Lebensgefahr.“ Mit Stimmungsmusik von der Coverband „Fikus“ und dem großen Finale gingen die Sitzungen zu Ende. Fazit: Sitzungspräsident Bernd Büddefeld, sein Elferrat und die vielen Dutzend Helfer im Hintergrund (Technik, Licht, Bewirtung, Kulisse) haben ganze Arbeit geleistet und können stolz auf diese Heimatbundsitzung sein. Humorig, niveauvoll, tolle Tänze und Musik. Mit dem traditionellen „Selig sei die Stadt genannt“ endeten die furiose Sitzungen.

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