Restaurant „Guck mal wer da kocht“

Anderer Koch, andere Karte, anderer Genuss

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Köche zeigen, was sie auf der Pfanne haben.

Frankfurt - Peruanisch, Karibisch, Hawaiianisch und Senegalesisch: Im Frankfurter „Guck mal wer da kocht“ wechselt alle zwei Wochen nicht nur die Speisekarte, sondern die gesamte Mannschaft. Von Isabell Scheuplein 

Jeden zweiten Sonntag ziehen die bisherigen Mieter aus und machen den nächsten Platz, die dann mit ganz neuen Gerichten begeistern wollen. „In einer weltoffenen Stadt wie Frankfurt gibt es viele Leute aus verschiedenen Ländern und Kulturen, das wollen wir zeigen“, sagt Hernando Ospina, einer der beiden Betreiber des Restaurants. Gemeinsam mit Daniele Marino hat er das Konzept entwickelt, das Ende Februar in Frankfurt an den Start ging.

Zusammen haben sie mehrfach Streetfood-Festivals organisiert; das sind Straßenfeste, bei denen es an mobilen Ständen Gerichte aus verschiedenen Ländern gibt. „Da sind einige der Beteiligten auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir nicht mal etwas organisieren wollen, wo sie weitermachen können“, sagt der 33-jährige Ospina. Es gebe viele talentierte junge Leute, die im kulinarischen Bereich Außergewöhnliches anböten.

Das „Guck mal wer da kocht“ liegt in der Innenstadt, in der Nähe von Börse und Freßgass, in einem Hinterhof neben einem Parkhaus. Einige Tische stehen draußen, drinnen gibt es auf zwei Ebenen Platz für rund 80 Gäste. Laufkundschaft gebe es wegen der etwas versteckten Lage wenig, sagt Ospina. Daher sind die beiden Betreiber in den sozialen Medien aktiv, werben für ihre jeweiligen Mieter auch mit kleinen Videos.

Unter ihnen war für zwei Wochen auch eine Crew aus Offenbach, die „Gemüsecowboys“. Auf der Speisekarte gab es grünes Thai-Curry, vegetarischen Waldorf-Salat und indischen Linsen-Eintopf – und eine Offenbach-Stulle. „Auf dem Markt dort gibt es den besten Handkäs“, erklärt Karl Hohmann, einer der „Cowboys“. Ihnen ging es darum, zu zeigen, was fleischlose Küche alles leisten könne. Und aufmerksam zu machen auf ihre Kochschule, die sie in Offenbach betreiben.

Interessenten für das „Guck mal wer da kocht“ müssen Außergewöhnliches und Exotisches auf der Pfanne haben. „Es wird hier kein Konzept mit Burgern, Pizza und Pasta geben“, sagt Mitbetreiber Marino. Die Speisekarte werde mit den Bewerbern erarbeitet. Als Qualifikation müssten sie zeigen, dass sie in der Lage seien, hunderte Gerichte an einem Tag zuzubereiten. „Wir lassen uns auch vorkochen“, sagt der 31-jährige Marino. Bei dem Konzept gehe es auch darum, angehenden Restaurantbetreibern eine Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren. Die Mieter behalten die Einnahmen aus dem Verkauf der Speisen, an die Betreiber geht der Gewinn aus dem Getränkeverkauf. Bisher hätten sich ausreichend Interessenten gefunden, nur im Sommer gebe es noch freie Zeiten.

Durch den zweiwöchigen Wechsel hoffen die Betreiber, Kunden immer wieder aufs Neue anzuziehen. Mit der Resonanz sind sie zufrieden. Mittags kämen viele Banker und Börsianer, das Hauptgeschäft finde abends statt.

Streetfood ist noch relativ jung und zudem beweglich und saisonabhängig, sodass Zahlen fehlen. Festivals und andere Veranstaltungen zum Thema hätten spürbar zugenommen, so der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands in Hessen, Julius Wagner. (dpa)

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