Justiz

Frankfurt: Anklage gegen Serien-Vergewaltiger

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Der Frankfurter Stadtwald: Eine Frau wurde dort angegriffen (Symbolbild)

Ein Fernfahrer soll eine 21 Jahre alte Joggerin im Stadtwald überfallen haben. Bald beginnt der Prozess vor dem Landgericht.

Es ist ein außergewöhnlich gruseliger Fall, der demnächst die 21. Kammer des Landgerichts beschäftigen wird. Was nicht allein an der Tat, sondern auch an der Persönlichkeit des mutmaßlichen Täters liegt.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 50 Jahre alten Mann erhoben. Dem polnischen Fernfahrer mit Wohnsitz in Deutschland werden versuchter Mord und versuchte sexuelle Nötigung zur Last gelegt. Er soll am 30. September vergangenen Jahres eine 21 Jahre alte, ihm unbekannte Frau überfallen haben. Die junge Frau joggte an jenem Abend gegen 18 Uhr durch den Stadtwald. 

Frau mit Fahrrad im Stadtwald in Frankfurt unterwegs

Der Mann, der mit dem Fahrrad im Stadtwald unterwegs war, soll die Frau an der sogenannten Grenzschneise, die parallel zu den Bahngleisen verläuft, von hinten überfallen und niedergerissen, ihr Gesicht zu Boden gedrückt und so lange gewürgt haben, bis der Frau schwarz vor Augen wurde. In ihrer Todesangst stellte sie sich tot, der Täter ließ daraufhin kurz von ihr ab, um sein Fahrrad in einem Graben zu verstecken.

Als die Frau sich bewegte, eilte der Täter zurück, und setzte sich erneut auf sie. Dass nichts Schlimmeres geschah, ist ausschließlich der Tapferkeit einer Radfahrerin zu verdanken, die die Szene beobachtete und zu Hilfe eilte, woraufhin der Mann flüchtete. Die Überfallene leidet noch heute psychisch unter den Folgen der Tat.

Landgericht Frankfurt: Angeklagter äußert sich nicht zu den Vorwürfen

Der Angeklagte hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er war Ende Januar dieses Jahres bei Nürnberg festgenommen worden. Auf seine Spur waren die Ermittler durch die DNA gekommen, die er auf dem Shirt der Joggerin hinterlassen hatte.

Über dem Angeklagten schwebt zudem das Damoklesschwert der Sicherungsverwahrung. Der Mann ist bislang zwar in Deutschland nicht vorbestraft – in seiner polnischen Heimat ist er jedoch laut Staatsanwaltschaft bereits mehrfach wegen „Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zu Haftstrafen verurteilt worden: 1988 zu sieben Jahren, 1993 zu vier, 2002 zu achteinhalb und 2016 zu zweieinhalb Jahren. Bei all diesen Taten habe er „massive Gewalt“ gegen die Frauen angewendet, denen er im Wald aufgelauert hatte.

Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

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