Dänemark präsentiert eine ganz eigene Art vom Stöffsche

Apfelweinmesse: Prickelndes aus der Frucht

Frankfurt - Das hessische Nationalgetränk, der gute alte Apfelwein, trifft auf der Frankfurter Apfelweinmesse auf seinesgleichen aus aller Welt. Dieses Jahr ist Dänemark als Gastland mit acht Produzenten vertreten. Von Rebecca Röhrich

Die Apfelweinmesse in Frankfurt wuchert nicht, wird aber dieses Jahr ein wenig größer. In einem Raum mehr werden am Sonntag, 26. März, flüssige Köstlichkeiten, vornehmlich aus Apfel und Kirsche im Gesellschaftshaus des Palmengartens präsentiert. Und die Schau trägt von nun an den Zusatztitel International. Der Grund liegt auf der Hand: Die Aussteller kommen zunehmend aus ganz Europa, aber auch aus Japan und Kanada. Insgesamt 14 Nationen werden vertreten sein, berichtet Mitorganisator Michael Stöckl stolz.

Als Gastland präsentiert dieses Jahr Dänemark, was dort in kleinen Keltereien aus Äpfeln, aber auch aus Kirschen produziert wird. Was in Südhessen seit fast 200 Jahren zur Trinktradition gehört, entdeckten die nördlichen Nachbarn erst vor rund 15 Jahren aus der Not heraus: Die schmackhaften, aber kleinen und mitunter weniger ansehnlichen Äpfelchen, wie wir sie auch in unseren Breitengraden auf den Streuobstwiesen finden, mussten sich auf dem Weltmarkt der optisch reizvolleren Konkurrenz, beispielsweise aus Südafrika, geschlagen geben. „Die Bauern konnten keinen vernünftigen Preis für ihre Früchte erzielen“, erklärt Gaby Heinemeyer, die für die dänischen Fruchtweine wirbt. Und so wurde aus der Not eine Tugend und die Äpfel verwandelten sich in prickelnden Apfelwein sämtlicher Couleur. Die hiesige Apfelweintradition war da übrigens kein Vorbild, erklärt Heinemeyer. „In Dänemark kennt keiner Äbbelwoi.“

Apfelwein, Cider und Cidre profitieren vom Trend zu bewusstem Genuss und Heimatverbundenheit, weiß Deutschlands erster Apfelweinsommelier Stöckl. Mittlerweile sei im Rhein-Main-Gebiet eine innovative Fruchtwein-Szene entstanden, die mit der Messe gefördert werden soll. Vor allem die Jüngeren würden sich über den Apfelwein stärker mit ihrer Heimat identifizieren, ergänzt der Sachenhäuser Wirt Robert Theobald.

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Diesen Trend befördern soll auch die Ciderweek, die die Messe mit Vorträgen und Verkostungen erstmals umrahmt. Eine Idee, die bereits in New York den Cider einer noch breiteren Öffentlichkeit schmackhaft gemacht hat. Und dort lernt der interessierte Verkoster: Der Apfelwein wird, anders als der Rebensaft, nicht geschlürft, sondern gekaut, Und wer auf der Messe am dargebotenen Stöffsche gefallen findet, kann erstmals dieses Jahr ausgewählte Produkte im Foyer käuflich erwerben.

Rubriklistenbild: © dpa

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