Kaffee und Süßigkeiten in Offenbach 

Arbeiten am S-Bahn-Tunnel: Chaos bleibt aus

+

Frankfurt - Die ersten Kilometer Kabel sind verlegt, der Frankfurter S-Bahntunnel ist dicht. Noch sind Pendler in der Orientierungsphase. Die Bahn spendiert Snacks und Getränke.

Das Chaos ist ausgeblieben: Ohne größere Probleme ist der Berufsverkehr im Rhein-Main-Gebiet am ersten Werktag nach der Sperrung des zentralen S-Bahntunnels unter der Frankfurter Innenstadt angelaufen. "Heute Morgen war der erste Härtetest", sagte ein Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) am Montag. Ohnehin waren weniger Pendler unterwegs als sonst, denn in Hessen haben die Schulferien begonnen. Einige wechselten das Verkehrsmittel: Trotz Regenwetters waren am Morgen in Frankfurt mehr Radfahrer unterwegs als sonst, darunter vor allem Männer im Anzug. An den wichtigsten S-Bahnstationen im Rhein-Main-Gebiet waren nach RMV-Angaben 47 Mitarbeiter als Ansprechpartner für Reisende eingesetzt, die Bahn hatte zusätzliche Info-Monitore installiert.

Der vielbefahrene Tunnel unter der Frankfurter Innenstadt bleibt bis zum 25. August geschlossen. Von Westen her enden S-Bahn-Züge am Hauptbahnhof. Aus dem Osten umfahren S-Bahnen die City und fahren über den Süd- zum Hauptbahnhof. Grund für die Sperrung sind Arbeiten für die Erneuerung eines Stellwerks. Normalerweise fahren acht der neun S-Bahnlinien im Rhein-Main-Gebiet durch den Tunnel. Die Passagiere hätten sich offensichtlich gut informiert, sagte der RMV-Sprecher. Es habe rund 140 000 Zugriffe auf eine seit anderthalb Wochen freigeschaltete Webseite zu der Tunnelbaustelle gegeben. Beim Servicetelefon seien am Wochenende etwa 1500 Anrufe eingegangen, etwa 400 mehr als an einem normalen Wochenende. Auch die Bahn zeigte sich zufrieden. Es gebe zwar Einschränkungen, sagte eine Bahnsprecherin in Frankfurt. Aber: "Es läuft."

Kaffee und Süßigkeiten in Offenbach 

Lesen Sie dazu auch:

Am Kaiserlei ist Schluss: Pendler müssen umsteigen

An der Offenbacher Haltestelle Kaiserlei, wo die S-Bahnen aus Offenbach in den nächsten Wochen enden, erwarteten RMV-Mitarbeiter die Pendler mit Kaffee und Süßigkeiten. Jeder vierte Passagier sei nicht vorbereitet, sagte eine RMV-Mitarbeiterin. Die meisten hatten aber von der Sperrung gehört und sich informiert: So wie Nadja Michler (36), die sich die Route im Internet gesucht und ausgedruckt hatte. Sie wusste, dass sie eine halbe Stunde Fahrtzeit mehr einplanen muss. Schneller geht es dagegen für die Reisenden, die von Offenbach-Ost zum Frankfurter Hauptbahnhof wollen. Die Linie S1 fährt über Frankfurt-Süd, das bedeutet weniger Haltestellen. "Das geht schneller als sonst", sagt eine Frau im Business-Kostüm. Sonst sei sie mehr als 20 Minuten zwischen Offenbach-Ost und dem Frankfurter Hauptbahnhof unterwegs. Heute schaffe sie das in einer Viertelstunde. "Meinetwegen kann immer Tunnel-Sperrung sein."

EU-Urteil: Diese Rechte haben Bahnkunden

Die Bauarbeiten im S-Bahntunnel laufen derweil auf Hochtouren: "Wir sind voll im Plan, ich bin sehr zufrieden", sagte Projektleiter Matthias Körner am Montagmorgen. Es seien bereits fünf bis sechs Kilometer Kabel verlegt worden. Jeden Tag sind laut Bahn 150 Arbeiter rund um die Uhr auf der Tunnelbaustelle im Einsatz.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare