Verkehrsverbund setzt auf schnelle Reparatur

Automaten ärgern RMV-Kunden in Frankfurt

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Anfang April hatte der RMV an den Offenbacher S-Bahn-Stationen die neuen Fahrkartenautomaten aufgestellt – wie etwa hier am S-Bahnhof Marktplatz.

Frankfurt - Ausfälle des Touchscreens, nicht funktionierende Echtzeit-Anzeigen, nach der Bezahlung keine Ticketausgabe: Über viele Störungen bei den neuen RMV-Fahrkartenautomaten berichtet der Fahrgastverband Pro Bahn. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund räumt Probleme ein. Von Peter Schulte-Holtey

Schon wieder Ärger beim RMV, diesmal mit den neuen Fahrkartenautomaten. „Wir erhalten immer wieder Beschwerden, sehr viele Kunden sind sauer“, bestätigt Pro-Bahn-Vorstandsmitglied Wilfried Staub auf Anfrage unserer Zeitung. So berichtet Verbandsmitglied Barbara Grassel zum Beispiel auch von vergeblichen Versuchen, „vernünftige DB-Fernverkehrs-Auskünfte“ zu erhalten. Und ein Test habe gezeigt, dass an dutzenden Automaten der Erwerb von Fernverkehrsfahrkarten gar nicht möglich gewesen sei.

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Auch der RMV ist nicht zufrieden. Eine Sprecherin räumte ein: „Es läuft nicht rund, es gibt Probleme.“ Meist betrifft es den Angaben zufolge Kunden, die mit Bargeld zahlen wollen. Beim RMV heißt es aber auch: „Die meisten Automaten funktionierten einwandfrei. Sie bieten unseren Fahrgästen nicht nur eine höhere Bedienerfreundlichkeit. Sie warten an den Stationen ohne Zielanzeiger am Bahnsteig auch mit einer Live-Auskunft über die nächsten Fahrten auf.“

Seit Anfang des Jahres wurden 638 Automaten der Firma Transdev GmbH im gesamten RMV-Gebiet aufgestellt. In den nächsten Wochen soll die Aktion abgeschlossen sein. Kostenpunkt: rund 25.000 Euro pro Gerät.

Bilder: In wenigen Schritten zum RMV-Handy-Ticket

Können die Kunden des Verkehrsverbundes denn bei der Bedienung der Automaten auf Besserung hoffen? Großstörungen treten laut RMV nur selten auf. Mitte Mai gab es demnach die bislang letzte: Bei rund 40 Automaten war das Bedienungsdisplay gestört. Die RMV-Sprecherin versucht, die Gemüter zu beruhigen: „Dass auch in Zukunft vereinzelt Störungen auftreten, können wir leider nicht ausschließen.“

Um diese schnell zu beheben, sind die Automaten nach ihren Angaben permanent online und übermitteln Störungen selbstständig, wodurch sie schneller wieder voll einsatzfähig sind. „Zudem gibt es klare vertragliche Regelungen, dass Störungen innerhalb von 48 Stunden zu beheben sind. Es liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass die Dauer der Behebung signifikant darüber liegt“, heißt es beim Verkehrsverbund.

6000 Beschwerden bei der Firma Transdev

Der RMV bedauert die Störungen, versucht aber, die vielen verärgerten Kunden mit Zahlen zu beruhigen. Demnach verzeichnete Dienstleister Transdev vom Betriebsstart der neuen Automatengeneration am 1. Januar bis zum 15. Mai insgesamt 6000 Kundenbeschwerden zu Automatenstörungen bei rund 2.000.000 Verkaufsvorgängen im gesamten Verbreitungsgebiet. „Das ist eine Quote von 0,3 Prozent“, so eine Sprecherin der RMV.

Bei der Kundenkommunikation befassten sich den Angaben zufolge vom 1. Januar bis zum Stichtag 23. Mai von 20.509 Kundenanliegen nur 554 mit den neuen Automaten. „Das ist eine Quote von 2,7 Prozent. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass nicht jede Störung von den Kunden gemeldet wird, deuten diese Zahlen darauf hin, dass unsere Automaten überwiegend funktionieren“, so der RMV-Standpunkt. Schlechter sei jedenfalls nichts geworden. „Dennoch ärgert uns jede Störung und wir setzen alles daran, die Zuverlässigkeit unserer Automaten noch weiter zu erhöhen.“

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