Fusion mit London Stock Exchange

Metzler für Frankfurt als Hauptsitz einer fusionierten Börse

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Friedrich von Metzler, Gesicht des traditionsreichen deutschen Bankhauses Metzler.

Frankfurt - Einer der angesehensten deutschen Bankiers setzt sich für Frankfurt als Hauptsitz eines fusionierten Börsenbetreibers aus Deutscher Börse und London Stock Exchange ein. Es sei ein großes Plus für eine europäische Börse, in Frankfurt bei der Europäischen Zentralbank zu sitzen.

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Das verkündete Friedrich von Metzler am gestern Abend vor Journalisten in Frankfurt. Es sprächen weitere Gründe für die Main-Metropole: Die Deutsche Börse sei größer und leistungsfähiger, weil sie alle Dienstleistungen vom Kassamarkt bis zur Verwahrung von Wertpapieren aus einer Hand anbiete. Auch sei die IT-Kompetenz in Frankfurt angesiedelt. Der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, arbeitet derzeit an einer Super-Börse: Sein Unternehmen verhandelt mit der London Stock Exchange (LSE) über einen Zusammenschluss. Nach den bisher bekannten Plänen soll das Gemeinschaftsunternehmen seinen rechtlichen Sitz in London haben und von Kengeter als Gesellschaft nach britischem Recht geführt werden. Von Metzler begrüßte die Fusionspläne ausdrücklich: „Europa braucht eine international wettbewerbsfähige Börse.“ Größe und Finanzkraft seien entscheidend, um im Wettbewerb zu bestehen.

Kritik äußerte er aber am angedachten Hauptsitz London: „Es ist unsicher, wohin sich Großbritannien im Hinblick auf die Europäische Union entwickelt.“ So sei unklar, wie das Referendum zum Verbleib in der EU ausgehe. „Insofern bietet Frankfurt am Main gegenüber London sicherlich eine höhere politische Standortsicherheit.“ Friedrich von Metzler ist das Gesicht des Bankhauses Metzler, der ältesten Privatbank in Deutschland in ununterbrochenem Familienbesitz, gegründet 1674. Von Metzler war maßgeblich beteiligt an der Umwandlung der Frankfurter Wertpapierbörse in die Deutsche Börse AG; später saß er lange im Aufsichtsrat des Dax-Konzerns. Der 72-Jährige ist bis heute in Politik und Wirtschaft gut verdrahtet.

dpa

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