Ist das Country, Rock - oder kann das weg?

The BossHoss lädt zum schweißtreibenden Nashville-Mix

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Riesen-Gaudi mit dem Spree-Cowboys Alec „Boss Burns“ Völkel und Sascha „Hoss Power“ Vollmer.

Frankfurt - Der Bass gewaltig, die Westerngitarre geschreddert, die Mundharmonika jaulend wie ein D-Zug und die Helden im weißen Stetson: Ist das Country? Rock? Oder kann das weg? Nix von alledem, es ist vielmehr die ganz große Gaudi. Von Peter H. Müller 

Die Spree-Cowboys von The BossHoss haben im Jubiläumsjahr kräftig aufgesattelt und musizieren im Galopp durch die brechend volle Jahrhunderthalle. Ihre Tour wird live zu einer mal wieder schweißtreibenden Mitmach-Party für die ganze Familie. Alec „Boss Burns“ Völkel und Sascha „Hoss Power“ Vollmer haben alle Bedenkenträger widerlegt. The BossHoss sind mit ihrem eigenwilligen Nashville-Mix aus Country, Rock´n´Roll und gestiefeltem Pop zur Kultband gewachsen. Der nach der aktuellen Doppel-CD benannte „Dos Bros“-Gig startete mit bombastischem TamTam, E-Gitarren-Geheule und dem programmatischen Rock-Knaller „My Way“. In Frankfurt sind die Satteltaschen prall gefüllt mit Gassenhauern wie „Shake & Shout“, „What if“, „Rodeo Queen“ oder der Konfetti-beregneten Bandhymne „Don´t gimme that“ – und eben jenen Songs, die das im Herbst 2015 auf Platz 1 der Charts geschossene Album „Dos Bros“ ziert: „I like it like that“, „Today, Tomorrow, Too Long, Too Late“ oder der gute alte Dolly-Parton-Evergreen „Jolene“. Es ist ein Zurück zu den Wurzeln, das da zwischen den Zeilen steht. Keine elektronischen Experimente mehr, aber gerne mal eine Prise Marlboromann-Romantik mit Lagerfeuer-Atmo.

BossHoss begeistert Fans in der Jahrhunderthalle: Bilder

Zeit zum Atemholen, denn ein BossHoss-Gig lässt es immer auch kräftig krachen und vertreibt jeden Anflug von Frühjahrsdepression. Oberster Zeremonienmeister: wie üblich „Boss Burns“, der - Yippie Ya Yeah - schon mal den gesamten Saal auf die Knie zwingt, um auf Kommando die Hüpfburg zu eröffnen, trotz Bullen-Hitze. Aber die gehört wohl dazu, wenn die Großstadt-Cowboys zum Country-Rock-Rodeo laden - genau wie die Erkenntnis, dass man nach einer BossHoss-Fete erst mal eine ausgiebige Dusche braucht.

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